RUGBY Zweitligist Offenbach will beim CT Cup zeigen, dass er zur nationalen Spitze zählt

Auf Augenhöhe mit Meister Frankfurt?

Rein ins Getümmel: Wynston Cameron-Dow (links, gegen Rottweil) strebt mit dem BSC Offenbach beim Turnier um den CT Cup den zweiten Sieg im zweiten Spiel an. Dass Gegner Frankfurt Deutscher Meister ist, stört ihn nicht.
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Rein ins Getümmel: Wynston Cameron-Dow (links, gegen Rottweil) strebt mit dem BSC Offenbach beim Turnier um den CT Cup den zweiten Sieg im zweiten Spiel an. Dass Gegner Frankfurt Deutscher Meister ist, stört ihn nicht.

Offenbach – An einer Sache mangelt es Wynston Cameron-Dow gewiss nicht: Selbstbewusstsein. Das vom Spielertrainer aus Südafrika betreute Rugby-Team des BSC Offenbach spielt zwar in der 2. Bundesliga, zählt nach Einschätzung des 31-Jährigen jedoch zur absoluten nationalen Spitze. „1880 Frankfurt, der BSC Offenbach und der TSV Handschuhsheim sind meiner Meinung nach im Moment die drei besten Mannschaften in Deutschland“, sagt Cameron-Dow. Zur Einordnung: Frankfurt ist amtierender Titelträger, Handschuhsheim Vizemeister. Die ambitionierten Offenbacher dominierten vergangene Saison die 2. Liga, verpassten aber die Rückkehr ins Oberhaus, weil der Aufstieg ausgesetzt wurde.

Dem Tatendrang von Cameron-Dow und Co. tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil: Nach der Absage der Saison 2020/21 wollen die Offenbacher den von ihnen ausgerichteten CT Cup nutzen, um ihre Stärke zu beweisen. Und was wäre da besser geeignet, als das Kräftemessen am Samstag (15 Uhr) bei Meister SC Frankfurt 1880? Beide haben gegen den dritten Teilnehmer, RC Rottweil, gespielt und gewonnen. Der BSC siegte 43:5, die Achtziger mit 37:7.

Cameron-Dow war mit den Geschäftsführern der Firma CoreTechnologie, die großzügiger Sponsor des BSC und Namensgeber des mit 10000 Euro Preisgeld dotierten Turniers ist, in Rottweil, um sich die Partie anzusehen. Die gezeigte Leistung der Frankfurter bestätigte ihn in seiner Einschätzung, dass sich der BSC und der SC 1880 auf Augenhöhe begegnen werden. „Es ist kein Geheimnis, dass das am Samstag ein Riesenspiel und ein tolles Derby werden wird“, meint er und legt noch mal nach. Er freue sich auf einen „big clash“, also ein großes Aufeinandertreffen. In rein sportlicher Hinsicht sei es „vermutlich das größte Aufeinandertreffen, das es in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren gegeben hat. Viele Leute reden darüber.“ Nur leider wird die Partie corona-bedingt lediglich vor einer Mini-Kulisse stattfinden.

Cameron-Dow ist davon überzeugt, dass sein Team alles andere als chancenlos ist. „Es wird keinen klaren Sieg für Frankfurt geben, das wissen sie auch“, meint der Spielertrainer des BSC. Daran ändert auch der drohende Ausfall von Offenbachs Kapitän Shane Gillham nichts. Wegen einer Knöchelverletzung ist er in Behandlung. Über einen Einsatz wird kurzfristig entschieden. „Sollte er ausfallen, wäre das kein Problem. Wir haben mehr als genug Spieler“, meint Cameron-Dow, der einst selbst für den kommenden Gegner aktiv war. Er kenne als ehemaliger Frankfurter sowohl deren Spieler als auch die Stärken und Schwächen des SC 1880: „Ihre Hintermannschaft ist jung, unsere ist erfahren. Ich denke, dort haben wir Vorteile. Im Sturm wird es hingegen einen großen Kampf geben. Die haben wie wir ein gutes Pack. Ich denke, es wird ein gutes Spiel.“

Allerdings ist fraglich, ob Frankfurt in bester Besetzung antreten wird. Es heißt, einige Spieler hätten von ihren Arbeitgebern klar zu verstehen bekommen, dass diesen angesichts des Ansteckungsrisikos ein Einsatz missfalle. Beim SC 1880 freut man sich dennoch aufs Spiel: „Ein echter Knaller - falls nichts dazwischenkommt...“

Von Christian Düncher

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