Mikitenko gute Vierte bei Leichtathletik-DM

Aus dem Wassergraben zu Bronze: SSC-Läuferin Paoli stürmt nach Sturz aufs Treppchen

Auf dem Weg zu Bronze: Constanze Paoli vom SSC Hanau-Rodenbach (Nummer 355).
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Auf dem Weg zu Bronze: Constanze Paoli vom SSC Hanau-Rodenbach (Nummer 355).

Mit einer Medaille hatte Constanze Paoli nicht gerechnet. Bei der deutschen U20-Meisterschaft der Leichtathleten stürmte die Athletin des SSC Hanau-Rodenbach im 2000-Meter-Hindernis-Lauf auf den dritten Platz. Dabei war sie zu Beginn gestürzt.

Rostock/Hanau – Kälte, Regen, starker und wechselnder Ostsee-Wind? Nicht gerade die besten Bedingungen für Leichtathleten, erst recht nicht für jene, die den Diskus weit werfen wollen. Und so verliefen die deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock für Lena Weinrauch (früher TV Langenselbold und TG Hanau) sowie Katja Seng vom LAZ Bruchköbel katastrophal. Zwei Teilnehmerinnen des SSC Hanau-Rodenbach kamen mit den Bedingungen jedoch bestens zurecht.

So sorgte Constanze Paoli am Sonntagvormittag für einen Paukenschlag, der ihren Trainer und Vereinsvorsitzenden Sascha Arndt völlig euphorisch zurückließ. Sein Fazit nach Paolis Bronzelauf über 2000 Meter Hindernis: „Das war sicher das stärkste Rennen, das Constanze je gezeigt hat.“

Paoli berappelt sich nach Sturz schnell

Dabei ging es denkbar unglücklich los für die SSC-Athletin, die erst in diesem Jahr in die U20 aufgerückt ist und bis dato eine Bestzeit von 6:52,90 Minuten zu Buche stehen hatte. Am ersten Wassergraben stürzte Paoli, berappelte sich aber und lief die Lücke zur Konkurrenz schnell wieder zu. „Sie hat sich offensiv gezeigt, ist kraftvoll gelaufen und hat in der Verfolgergruppe immer alles im Blick gehabt“, lobt Arndt die taktische Ausrichtung seines Schützlings.

Als es dann richtig zur Sache ging, hielt Paoli dagegen und schaffte es, als Dritte die eine oder andere Favoritin hinter sich zu lassen. Im Ziel hatte sie ihre Bestzeit um mehr als vier Sekunden auf 6:48,48 Minuten verbessert.

„Bronze ist super und kommt unerwartet“, sagt Arndt. Die Steigerung führt der SSC-Trainer auf die besondere Vorbereitung in Oberstdorf zurück. „Da ist Constanze zweimal das Nebelhorn hochgelaufen. Wenn man auf zehn Kilometern 1400 Höhenmeter zurücklegt, ist das eine harte Schule. Da wirft einen so ein Sturz nicht aus der Bahn. Die Dauerläufe haben das I-Tüpfelchen gebracht.“

Mikitenko fehlt eine Sekunde zu Platz drei

Beinahe hätte es dieses auch für Paolis Vereinskollegin Vanessa Mikitenko gegeben. In der U18-Konkurrenz kam sie über 3000 Meter als Vierte ins Ziel und knackte in 9,57,14 Minuten erstmals die 10-Minuten-Marke. Nur eine Sekunde fehlte Mikitenko bei ihrer Meisterschaftspremiere zu Bronze. Die 16 Jahre alte Tochter der einstigen Marathon-Olympiateilnehmerin Irina Mikitenko war zugleich schnellste Läuferin ihres Jahrgangs (2005).

„Sie ist ein sehr gutes Rennen gelaufen und war immer in der Spitzengruppe zu finden“, lobte Arndt. Nach 2000 Metern lag Mikitenko exakt auf 10-Minuten-Kurs, ehe sie nochmals beschleunigen konnte. Arndt: „Klar ist es schade, wenn man Bronze so knapp verpasst, aber wer beim Saisonhöhepunkt Bestzeit läuft, hat alles richtig gemacht.“

Diskuswerferinnen von der Rolle

Bitter war das Wochenende für die beiden Diskuswerferinnen Lena Weinrauch (U18) und Katja Seng (U20) verlaufen. Seng, die nach ihrer Rückkehr von Eintracht Frankfurt wieder für das heimische LAZ Bruchköbel startet, kam beim Sieg von Hanna Kaiser von der LG Bernkastel/Wittlich (49,85 Meter) zu keinem gültigen Versuch. Ihre bisherige Bestweite von 48,12 Meter aus dem Mai dieses Jahres hätte zu Bronze gereicht.

Auch für Weinrauch, die für Eintracht Frankfurt startet und im Mai noch ihre Bestweite von 48,98 Metern erreicht hatte, lief der Wettbewerb nicht gut. Mit gerade einmal 35,93 Metern landete sie auf dem 13. und letzten Platz. Ihr Fazit fiel dementsprechend kurz aus: „Ich habe den Wettkampf total vergeigt!“ Es siegte Joane Schoppa vom SC Potsdam mit einer Weite von 49,90 Metern.

Dellert nach Fehlstart raus, Vogel siegt

Deprimierend verlief das Wochenende auch für Vize-Europameisterin Antonia Dellert aus Seligenstadt: Sie verzog die Miene, stemmte die Hände in die Hüfte und ahnte, was folgen würde: die Rote Karte. Aus im Halbfinale über 100 Meter. Die für das Sprintteam Wetzlar startende Dellert war einen Tick zu früh aus dem Startblock gekommen und wurde disqualifiziert. Dabei zählte die 19-Jährige zu den Titelkandidatinnen und hatte im Vorlauf in 11,79 Sekunden die schnellste Zeit aller Athletinnen erzielt. So triumphierte Cheyenne Kuhn (Neubrandenburg) im Finale in 11,80 Sekunden.

Jubeln konnte eine andere Seligenstädterin: U20-Europameisterin Sarah Vogel krönte sich zwei Wochen nach ihrem Triumph in Tallinn zur deutschen U20-Meisterin. Mit der Siegeshöhe von 4,15 Metern distanzierte sie die Konkurrenz deutlich.

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