Fußball-Oberliga

Auswärts eine Macht: Hanau 93 nimmt drei Punkte aus Fulda mit

Großer Jubel herrschte bei den Verantwortlichen des Hessenligaaufsteigers FC Hanau 1893 nach dem Abpfiff bei Barockstadt Fulda. Foto: Hendrik Urbin

Fußball. Der FC Hanau 93 entwickelt sich in der Hessenliga langsam aber sicher zu einer Auswärtsmacht. Mit einem überraschenden 2:1-Sieg beim Aufstiegsanwärter SG Barockstadt Fulda-Lehnerz machte der HFC in der Tabelle wertvollen Boden gut.

Von Frank Schneider

Der einstige Tabellenführer aus der Domstadt schlittert nach dem vierten sieglosen Spiel in Folge dagegen in eine sportliche Krise.

„Vielleicht sollten wir nur noch auswärts spielen“, scherzte HFC-Trainer Michael Fink bei der anschließenden Pressekonferenz. Zum fünften Mal war sein Team in der Fremde angetreten – und noch nirgends hat der Aufsteiger bisher den Platz als Verlierer verlassen müssen.

Sämtliche fünf Saisonniederlagen kassierten die 93er bisher auf der heimischen Heinrich-Sonnrein-Sportanlage an der Kastanienallee.

Neun 93er standen auf der Ausfallliste

Dabei hätten die Vorzeichen für die Hanauer vor dem Spiel beim Titelaspiranten kaum schlechter sein können. Insgesamt neun Spieler standen auf der Ausfallliste, darunter mit Tim Fließ, Enis Muratoglu, Ljubisa Gavric und Kevin Effiong alle vier etatmäßigen Innenverteidiger.

Mit Spielertrainer Michael Fink und Tolga Ünal agierten zwei Mittelfeldakteure in der Abwehrmitte. Kapitän Gavric war im Abschlusstraining umgeknickt und musste während des Warmmachens in Fulda seinen Einsatz absagen.

Verspätung wegen Reifenpanne am Kleinbus

Die Partie im Städtischen Stadion begann mit einiger Verspätung. Grund war eine Reifenpanne eines der Hanauer Kleinbusse auf der Autobahn nahe Wächtersbach. Auf dem Beifahrersitz war Abteilungsleiter Giovanni Fallacara der Reifenschaden als Erstem aufgefallen, so dass Angelo De Carvalho das Fahrzeug behutsam abbremsen konnte.

„Einige, die vorausgefahren waren, sind umgekehrt und so haben wir nach und nach alle Spieler nach Fulda gebracht“, berichtete der Sportliche Leiter Alexander Hagikian von einer hektischen und bisweilen chaotisch verlaufenen Spielvorbereitung.

Führungstor bereits in der zweiten Minute

Eigentlich schien im Vorfeld alles gegen die Hanauer zu laufen – doch es kam genau anders herum. Nicht die sich konzentriert auf das Match vorbereitenden Fuldaer, sondern der Außenseiter erwischte den besseren Start. Nach einem Fehler im Aufbauspiel der Gastgeber stand Feta Suljic in der zweiten Minute im SG-Strafraum frei und nutzte diese Chance eiskalt.

Die Barockstädter waren kurz geschockt, übernahmen dann aber die Spielkontrolle und kamen zu guten Chancen. Gerade nach Standardsituationen brachten sie das Tor von Armend Brao in Gefahr, doch der junge Keeper der Hanauer war meist Herr der Lage. In der 24. Minute war Brao aber machtlos, als SG-Kapitän Patrick Schaaf nach feiner Vorarbeit von Patrick Broschke den Ball im langen Eck versenkte.

Gastgeber Fulda vergibt vor der Pause Chancen

In der 38. Minute wehrte Brao dann gegen einen Schuss von Jan-Niklas Jordan mit Fußabwehr ab. Schaaf und Dominik Rommel vergaben vor der Pause weitere Möglichkeiten für die Gastgeber, während sich auf der Gegenseite nach einer Hereingabe von Kristijan Bejic Patrick Gischewski eine gute Chance bot. Der Halbzeitpfiff schien für den HFC zur richtigen Zeit zu kommen.

Nach dem Seitenwechsel war es mit dem Fuldaer Elan dahin und die Gäste hatten plötzlich mehr Ballbesitz. Bejic stand in der 54. Minute am Strafraumeck frei und versenkte die Kugel mit einem platzierten Schuss im Netz – ein sehenswerter Treffer. Fast hätte Feta Suljic nach einem schnellen Konter über Bari erhöht, doch der Rechtsaußen traf aus kurzer Distanz nur das Außennetz.

Während die Hanauer beherzt ihre knappe Führung verteidigten, fehlten den favorisierten Gastgebern die zündenden Ideen und offensichtlich auch die letzten Prozent Einsatz, um die drohende Niederlage – die erste im heimischen Stadion – noch abzuwenden.

Fink freut sich über das beste Spiel der 93er in dieser Saison

In der 85. Minute hätte Kahraman Damar für die Fink-Elf alles klarmachen können, doch der Routinier scheiterte nach einem Konter an SG-Keeper Tobias Wolf. Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz packte in den Schlussminuten die Brechstange aus, doch Hanau 93 überstand auch diese Phase schadlos.

„Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, mit welcher Leidenschaft sie das Spiel abgenommen hat. Das war heute mit unser bestes Spiel und hat gezeigt, dass wir viel Qualität im Kader haben, auch in der Breite“, erklärte Michael Fink.

Sein Kollege Sedat Gören war enttäuscht. Er bemängelte den zu langsamen Spielaufbau und die schwache Chancenverwertung, „Uns hat im vierten Spiel innerhalb von zehn Tagen auch die mentale Stärke gefehlt“, resümierte Gören.

Hanau 93:Hanau 93: Brao – Ries, Ünal, Fink, Purcell – Franz, Gischewski (64. Sekeric) – Suljic (72. de Carvalho), Damar, Bejic (62. Gogol) – BariTore: 0:1 Suljic (2.), 1:1 Schaaf (24.), 1:2 Bejic (54.) – Schiedsrichter: Hauser (Schwalbach) – Zuschauer: 500 – Beste Spieler: Schaaf, Pomnitz / Brao, Purcell, Franz

Quelle: Hanauer Anzeiger

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