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Berthold, Falk & Ljubicic: Ex-Eintracht-Kicker drücken die Daumen

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Von: Jan Lucas Frenger

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Auch mal unkonventionell: Thomas Berthold im Mai 1984 gegen Guido Buchwald (VfB Stuttgart, li.). Im Euro-League-Finale hält der Wachenbuchener Innenverteidiger zu seinem ehemaligen Club Eintracht Frankfurt.
Auch mal unkonventionell: Thomas Berthold im Mai 1984 gegen Guido Buchwald (VfB Stuttgart, li.). Im Euro-League-Finale hält der Wachenbuchener Innenverteidiger zu seinem ehemaligen Club Eintracht Frankfurt. © Imago

Die Eintracht trifft im Europa-League-Finale auf die Glasgow Rangers. Auch zahlreiche ehemalige SGE-Profis aus der Region drücken den Frankfurtern die Daumen. Sie sprechen über ihre Verbindung zum Verein und geben eine Einschätzung zum Finale.

Frankfurt – Mit zwei Siegen gegen West Ham United hat Eintracht Frankfurt den Einzug ins Finale der Europa League (EL) perfekt gemacht. Am Mittwoch treffen die Frankfurter in Sevilla zum Final-Showdown auf die Glasgow Rangers – die hatten zuvor im Halbfinale RB Leipzig bezwungen. Die Elf um Trainer Oliver Glasner kann dort den ersten europäischen Titel seit Gewinn des UEFA-Pokals 1980 einfahren.

Die Eintracht kann für den Finalkracher wieder auf die lautstarke Unterstützung zahlreicher Anhänger zählen – und das nicht nur vor Ort. Unter den Fans, die nicht zum Fußballfest nach Spanien reisen können, befinden sich auch einige ehemalige SGE-Spieler aus der Region. Sie alle drücken den Frankfurtern die Daumen, verfolgen das Finale auf ihre eigene Art und Weise und stehen heute noch in verschiedenster Form mit dem Verein in Verbindung.

„Ich habe bisher jedes Spiel der Eintracht in der EL gesehen und war sogar bei drei Partien im Stadion“, berichtet der ehemalige Fußballprofi Patrick Falk. Für die Eintracht, wo der gebürtige Frankfurter auch die Jugendmannschaften durchlaufen hatte, kam der Mittelfeldmann in insgesamt 13 Erstligapartien zum Einsatz. „Dass sie jetzt im Finale stehen, haben sie sich aufgrund ihrer starken Leistungen einfach verdient“, so der 42-Jährige, der auch beim Viertelfinal-Hinspiel gegen Barcelona auf den Zuschauerrängen saß.

Trainer FC Hanau 93
Patrick Falk © Privat

Falk ist mit dem Verein noch immer eng verbunden. Seit 2016 ist der Coach von A-Liga-Primus Spvgg. Langenselbold 1910 auch als Trainer in der Eintracht-Fußballschule tätig. Dadurch habe er heute noch Kontakt zu Spielern und Verantwortlichen. Die Rangers könne Falk als Gegner zwar nur schwer einschätzen. Er rechnet der Eintracht aber gute Sieg-Chancen aus. „Mein Tipp lautet 2:0 für Frankfurt“, gibt sich der ehemalige Profi optimistisch. Einzig die körperliche Spielweise der Schotten bereitet ihm Sorgen: „In der schottischen Liga geht es auf dem Platz teilweise zu wie in einer Metzgerei. Mit körperlichem Spiel werden die Rangers nicht zu beeindrucken sein.“ Zudem sei es wichtig, gegen die Schotten nicht in Rückstand zu geraten. „Die Rangers sind vorne sehr schnell und effektiv, das war auch gegen Leipzig so“, warnt Falk.

Das Spiel will sich der 42-Jährige gemeinsam mit Vereinskollegen im Sportheim auf dem Vereinsgelände in Langenselbold ansehen.

Kreso Ljubicic, derzeitiger Spielertrainer von Hessenligist Hanau 93, blickt, ähnlich wie Patrick Falk, auf eine Vergangenheit als Eintracht-Jugendspieler zurück. Von 2007 bis 2009 brachte es der in Hanau geborene Mittelfeldspieler auf sechs Bundesliga-Einsätze im Trikot der Adler. „Die Eintracht hat mit ihren Auftritten in der EL deutschlandweit für Euphorie gesorgt – das ist etwas Einmaliges“, sagt der Spielertrainer, der die Frankfurter Reise durch Europa intensiv verfolgt hat und ebenfalls gegen Barcelona im Stadion war. „Dafür habe ich sogar extra mein Training verlegt“, gesteht er. Das Verhältnis zu seinem Jugendverein ist demnach auch heute noch sehr gut: „Ich habe noch Kontakt zu einigen älteren Spielern, mit denen ich damals zusammen auf dem Platz stand. Also zum Beispiel mit Patrick Ochs oder Alex Meier“, berichtet Ljubicic.

Kreso Ljubicic
Kreso Ljubicic © Scheiber

Der ehemalige Bundesligaprofi ist sich sicher, dass die Eintracht, getragen durch die Unterstützung der Fans, am Ende den „Pott nach Hause bringen wird“. „Von mir aus kann es auch ins Elfmeterschießen gehen, Hauptsache die Eintracht gewinnt“, so der 33-Jährige. Damit das gelingt, dürfe die Elf von Trainer Oliver Glasner auf gar keinen Fall von ihrem bisherigen Spielstil, bestehend aus „frühem Anlaufen und hohem Pressing“ abrücken. „Anstelle der Eintracht würde ich einfach genau so weiterspielen, wie bisher“, erläutert der Hanauer. Am liebsten würde Ljubicic das Finale live in Sevilla verfolgen: „Ich bin noch auf der Suche nach Tickets. Mal schauen, vielleicht klappt es ja noch.“

Für knapp fünf Jahre, von 1982 bis 87, hielt der Wachebuchener Innenverteidiger Thomas Berthold den Strafraum der Frankfurter sauber. Der heute 57-Jährige absolvierte 111 Partien im Trikot der Adler und erzielte dabei stolze 17 Treffer. Der Weltmeister von 1990 verfolgt die Entwicklung seines Ex-Vereins ebenfalls. „Die Eintracht hat diesen Wettbewerb wie kaum eine andere Mannschaft angenommen. Daher stehen sie verdient im Finale“, so Berthold. Er drückt der Eintracht für das Finale, das er sich zu Hause im Fernsehen ansehen wird, die Daumen, sieht jedoch einen leichten Vorteil für die Schotten. „Die Rangers werden für ihren verstorbenen Zeugwart Jimmy Bell alles reinhauen, vielleicht haben sie daher einen leichten, emotionalen Vorteil.“ Auch er stehe heute noch im regen Austausch mit Vereinsverantwortlichen wie Rainer Falkenhain und hat ab und an noch Kontakt zu früheren Mannschaftskollegen wie Andi Möller und Uwe Bein.

Über mangelndes Daumendrücken kann sich die Eintracht also nicht beschweren. Jetzt liegt es an Glasner und Co., den Pokal in die Mainmetropole zu holen.

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