Hanau fehlen am Ende drei Punkte

Basketball: Bittersüßer Sieg besiegelt Abstieg der White Wings

Das war’s: Die Spieler der Hanau White Wings (links Kapitän Till-Joscha Jönke) und Trainer Simon Cote verabschieden sich von den Fans. Foto: scheiber
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Das war’s: Die Spieler der Hanau White Wings (links Kapitän Till-Joscha Jönke) und Trainer Simon Cote verabschieden sich von den Fans.

Die Sieger schleichen mit hängenden Köpfen vom Feld. Die Verlierer atmen erleichtert auf und posieren dann jubelnd zum Mannschaftsfoto. Es ist schon ein bizarres Bild, das sich da nach dem Schlusspfiff in der Hanauer Main-Kinzig-Halle bietet.

Hanau – Ausschlaggegend für die ungewöhnliche Gemütslage: drei Punkte. Die fehlten den Basketballern der Hanau White Wings beim 84:80 über den FC Schalke, um den direkten Vergleich für sich zu entscheiden (Hinspiel 80:86) und die klamme Hoffnung auf den Zweitliga-Klassenerhalt am Leben zu erhalten. Es wäre allerdings nur Teil eins des Rettungszenarios gewesen. Denn die Hanauer hätten am letzten Spieltag beim souveränen Spitzenreiter Chemnitz gewinnen und Schalke parallel gegen Paderborn verlieren müssen, das bereits angekündigt hatte, verstärkt auf Ersatzkräfte zu setzen.

Bitter war die Niederlage trotzdem, zumal die Hanauer im „Endspiel“ eine der stärksten Saisonleistungen zeigten. „Dieses Spiel war richtig gut von uns und sicher nicht der Grund, warum wir abgestiegen sind“, meinte Kapitän Till-Joscha Jönke, der die Emotionen erstmal einordnen musste: „Es ist ein komisches Gefühl, wenn sich der Gegner freut, obwohl er verloren hat. Und das auch noch in unserer Halle.“

47 Sekunden vor dem Ende lagen die Hanauer noch mit 84:77 vorne, konnten den Sieben-Punkte-Vorsprung aber nicht über die Zeit bringen. „Wir hatten die Punkte, wir hatten den Ball - und haben ihn dann verloren, das war unser Problem“ sagt Trainer Simon Cote. Zum Pechvogel avancierte Bryan Smithson, der erst einen Ballverlust fabrizierte und in der Schlusssekunde den Dreier zum möglichen 87:80 an den Ring setzte. „Es war eigentlich die Geschichte der gesamten Saison - es kam auf die letzten Minuten des Spiels an. Wir haben es nicht geschafft, in den letzten Angriffen eine freiere Wurfposition herauszuspielen“, betonte Cote.

Doch auch er wusste natürlich, dass seine Mannschaft den Klassenerhalt schon an anderer Stelle verspielt hatte. Etwa in den Heimspielen gegen Paderborn (78:83), Tübingen (85:90 nach Verlängerung) oder Quakenbrück (88:90). „Es ist eine wirklich schwere Zeit für unsere Mannschaft und unseren Club“, meinte der Trainer.

White Wings unterliegen in Crailsheim: Bilder

White Wings unterliegen in Crailsheim: Bilder
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Gründe für den erstmaligen ProA-Abstieg nach vier Jahren gibt es mehrere. Zur Unerfahrenheit des Kaders und fehlendem Zusammenhalt hatte sich größeres Verletzungspech gesellt. So fehlten auch gegen Schalke in Jeramie Woods und Kalidou Diouf zwei Leistungsträger. Die nachverpflichteten Smithson und Jarekious Bradley hätte Cote gerne schon zu Saisonbeginn im Boot gehabt. Doch nach dem Absprung von Sponsoren mangelte es schlichtweg an den finanziellen Mitteln. „Weniger Geld bedeutet eben auch weniger Möglichkeiten nachzubessern“, betont der für Finanzen und Sponsoring zuständige Sebastian Lübeck.

Doch selbst nach der Ankunft des US-Duos reichte es nur für drei Siege in zehn Spielen. Darunter das 84:80 am Samstagabend gegen Schalke – worüber sich aber keiner mehr freuen konnte.

Hanau: Talley, Eichler (12), Jönke (7), Bauer, Smithson (16), Pinson (17), Choice (20), Angerer (12), Bradley, Nicolay

Von Jörn Polzin

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