Tischtennis

Bomsdorf ist dankbar, dass beim TV Dreieichenhain Training möglich ist

Matthias Bomsdorf trainiert ein- bis zweimal die Woche in der Halle des TV Dreieichenhain. Dazu kommen Einheiten beim früheren Obertshausener Hansi Fischer, mit dem er hessischer Doppelmeister wurde, in Freigericht.
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Matthias Bomsdorf trainiert ein- bis zweimal die Woche in der Halle des TV Dreieichenhain. Dazu kommen Einheiten beim früheren Obertshausener Hansi Fischer, mit dem er hessischer Doppelmeister wurde, in Freigericht.

Dreieichenhain – Tischtennisspieler müssen derzeit kreativ sein, wenn sie trainieren möchten. Für die Oberligaspieler des TV Dreieichenhain ist das allerdings nicht ganz so kompliziert wie bei vielen anderen Vereinen. Da der TVD über eine vereinseigene Halle verfügt, ist Training nach den Corona-Vorgaben der hessischen Landesregierung möglich. Spitzenspieler Matthias Bomsdorf (37) nutzt das Angebot dankbar, auch wenn ihm natürlich der Kontakt zu den Mitspielern fehlt.

Laut Corona-Bestimmungen dürfen Tischtennisspieler ihrem Sport maximal zu zweit nachgehen. Wie löst das Ihr Verein?

Zunächst einmal bin ich sehr dankbar, dass wir überhaupt trainieren können. Die Tischtennisabteilung des TV Dreieichenhain hat relativ großzügige Trainingszeiten in der eigenen Halle. Mit einem Hygienekonzept können immer zwei Spieler - aus dem erweiterten Oberliga-Kader - trainieren. Am Montag beispielsweise habe ich mit Timo Gass, unsere Nummer fünf in der ersten Mannschaft, trainiert. Das Procedere ist einfach: Du meldest dich mit einem Partner bei der Abteilungsleitung an, bekommst dann eine Zeit zugewiesen. Zwischen den einzelnen Trainingsterminen ist eine halbe Stunde Puffer, um die Platten zu desinfizieren und den Raum wieder zu verlassen. So ist zumindest möglich, ein- bis zweimal die Woche zu trainieren. Was fehlt, ist halt der Kontakt zu den anderen Spielern in der Halle. Das merkt man schon.

Tischtennis ist eine trainingsintensive Sportart. Reicht dieses Pensum?

Es ist immerhin mehr als beim ersten Lockdown, als wir gar nichts machen durften. Danach habe ich bei mir einen echten Leistungsabfall registriert. Gottseidank konnte ich den dann ab Juni wieder aufholen. Unser Vorteil ist gerade, dass wir alleine schon durch die Plattengröße (2,74 m) den Abstand einhalten können. Sollten die Corona-Maßnahmen nun aber wieder verschärft werden, bliebe uns nur noch der Tischtennis-Roboter als Trainingspartner. Was mir allerdings Sorgen bereitet, ist die Situation in der Jugend und den unteren Mannschaften.

Warum?

Weil für viele derzeit der soziale Kontakt fehlt, gerade jüngere Spieler könnten sich anderen Feldern zuwenden. Ich denke, dass der e-Sport ein großer Gewinner der Krise sein könnte.

Sie sind beim Deutschen Tischtennis-Bund als Mitarbeiter im Jugend- und Leistungssport angestellt. Wie sehen Sie dort die Situation?

Neben den Profis dürfen ja auch die Kadermitglieder weiter trainieren. Insofern ist dort eine Kontinuität gegeben. Auch die hessischen Landeskader dürfen ja weiter trainieren.

Hat der TV Dreieichenhain gegenüber anderen Klubs, die keine eigene Halle haben, einen Wettbewerbsvorteil?

Das würde ich nicht so sehen. Ich weiß von einigen Vereinen, dass sie Trainingszeiten anbieten, dazu verabreden sich Spieler gerne auch privat zum Training. Ich trainiere beispielsweise immer mal mit Hansi Fischer (früher TG Obertshausen) in seinem Wohnort Freigericht. Uns kommt aber in Dreieichenhain zugute, dass die Spieler relativ nah zusammen wohnen.

Der TV Dreieichenhain hat bislang zwei Spiele in der Oberliga absolviert und 3:1 Punkte geholt, zwei weitere wurden vom Gegner wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Nun soll zumindest eine einfache Runde gespielt werden. Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass Sie die weiteren sieben Partien austragen können?

Ich kann zwar nicht in die Glaskugel schauen, denke aber, dass das auch bei einer Rundenfortsetzung im neuen Jahr möglich sein sollte.

Das Gespräch führte Jörg Moll

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