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Bruchköbel geht frustriert in die Abstiegsrunde, Hanau II entspannt in die Aufstiegsrunde

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Von: Robert Giese

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Saisonende: Bruchköbels Nico Bätz muss wegen Ellbogenproblemen die Saison wohl beenden.
Saisonende: Bruchköbels Nico Bätz muss wegen Ellbogenproblemen die Saison wohl beenden. © Scheiber

Überraschend ist die SG Bruchköbel in die Abstiegsrunde der Handball-Oberliga gerutscht - und startet dort am Sonntag ab 17 Uhr gegen die TSG Münster die „Mission Klassenerhalt“. Diesen bereits gesichert hat die HSG Hanau II mit dem Erreichen der Aufstiegsrunde. Daher gehen die Hanauer am Sonntag relativ entspannt in das Spiel gegen Meisterschaftsanwärter HSG Pohlheim

SG Bruchköbel - TSG Münster (So., 17 Uhr): Mit möglichst vielen eigenen Fans im Rücken wollen die Bruchköbeler in der Dreispitzhalle gleich zum Auftakt punkten, sehen sich aber einem starken Gegner gegenüber.

„Die Enttäuschung bei uns, dass wir in der Abstiegsrunde stehen, ist groß“, meint SGB-Coach Torsten Weber - die Bruchköbeler waren nur aus der Aufstiegsrunde gefallen, weil ihr Rückspiel gegen den TSV Vellmar gegen Bruchköbel gewertet wurde. Das letzte Wort in dieser Sache scheint allerdings noch nicht gesprochen, denn auch wenn der erste Einspruch der SGB abgewiesen wurde, gebe es für den Verein noch weitere Optionen.

Damit will sich Weber momentan aber nicht befassen: „Wir können und wollen das sportlich lösen“, betont der SGB-Coach. Weber verweist dabei darauf, dass es durchaus fünf Absteiger geben könnte und vermutlich nur die besten drei Mannschaften aus der Abstiegsrunde den Klassenerhalt sicher hätten - die Bruchköbeler starten als viertbestes Team.

Münster sei ein starker Gegner, der nicht nur mit dem erfahrenen Linkshänder Daniel Wernig, der einst ein kurzes Intermezzo bei der HSG Hanau hatte, aufwarten kann, sondern der sich zuletzt auch mit Patrick Weber verstärkt hat - und der Rückraumshooter hat bereits in der Bundesliga gespielt. „Insgesamt haben sie einen sehr guten Rückraum, mit dem sie uns das Leben schwermachen können“, ist der SGB-Coach gewarnt. Allerdings haben die Bruchköbeler die vergangenen Wochen genutzt, um weiter an der Abwehr zu feilen, und sehen sich defensiv gut aufgestellt.

Die TSG verteidige „relativ offen und sehr beherzt“, worauf sich Bruchköbel eingestellt haben dürfte. Der Trainer der Bruchköbeler hofft zudem auf eine bessere Chancenverwertung seiner Spieler, denn auch auf den Abschlüssen lag der Fokus der jüngsten Trainingseinheiten. Nicht bei diesen Trainingseinheiten mitwirken konnte Spielmacher Nico Bätz, der wegen Ellbogenproblemen auch am Wochenende ausfällt und wohl den Rest der Saison verpassen wird.

Da die Bruchköbeler sonst personell aus dem Vollen schöpfen können und vor eigenem Publikum spielen, sieht der SGB-Coach „gute Chancen, gegen Münster Punkte zu holen. Wenn ich auf die Tabelle schaue, sind wir aber auch in der Pflicht, am Sonntag zwei Zähler einzufahren.“

HSG Pohlheim - HSG Hanau II (So., 17 Uhr): Partien wie beim Aufstiegsfavoriten HSG Pohlheim können die Hanauer dazu nutzen, weitere Erfahrungen zu sammeln, HSG-Coach Norbert Wess sieht sein Team bei den Mittelhessen aber auch nicht chancenlos. „Pohlheim ist neben Melsungen der klare Favorit auf den Aufstieg“, betont Wess zwar, bei einem Vorbereitungsturnier hätte Hanau eben jenen Favoriten aber schon einmal geschlagen. „Wenn wir das Spiel lange ausgeglichen gestalten können, könnte Pohlheim durchaus nervös werden“, vermutet der Trainer der Hanauer, der selbstverständlich genau das gerne erreichen will.

Zur Verwirklichung dieses Ziels kann Wess auf eine verhältnismäßig ausgeruhte Mannschaft zurückgreifen, denn die Woche vor Ostern nutzten die Spieler zur Regeneration, auch wenn einige bei der von Personalproblemen geplagten ersten Mannschaft mittrainierten. Der Hanauer Trainer hofft aber auf einige Rückkehrer und damit einen besser besetzten Kader als in den letzten Hauptrundenspielen.

Gut besetzt sein dürfte der Kader des Gegners so oder so: Ebenso erfahrene wie gute Spieler wie Stefan Lex laufen für Pohlheim auf, auch vor Moritz Lambrecht warnt der HSG-Coach. „Aber von solchen Spielern können wir nur lernen. Und da wir nach dem Erreichen der Aufstiegsrunde ohne Druck aufspielen können, könnte es durchaus interessant werden.“

Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sich Hanau nicht viele Fehler leiste: „Ballverluste müssen wir unbedingt vermeiden“, fordert Wess, der dem Tempospiel der Mittelhessen frühzeitig den Stecker ziehen will.

„Wir wollen ein schönes Spiel haben und Spaß haben“, betont Wess. „Einfach nur ein Punktelieferant wollen wir ganz sicher nicht sein.“

Von Robert Giese

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