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Bruchköbel plant Neustart: Landesliga mit Eigengewächsen, Trainer bleibt, Quintett geht

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Von: Robert Giese

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Letzter Auftritt: Die SG Bruchköbel spielt am Samstag zum vorerst letzten Mal in der Oberliga, denn der Abstieg ist besiegelt. Auch Aydin Günes hat seinen Abschied angekündigt.
Letzter Auftritt: Die SG Bruchköbel spielt am Samstag zum vorerst letzten Mal in der Oberliga, denn der Abstieg ist besiegelt. Auch Aydin Günes hat seinen Abschied angekündigt. © Scheiber

Die SG Bruchköbel bestreitet am Samstagabend ab 19.30 Uhr ihr letztes Saisonspiel in der Dreispitzhalle, Gegner ist dann die MSG Umstadt/Habitzheim. Das letzte Saisonspiel ist für die Bruchköbeler Handballer auch das vorerst letzte Spiel in der Oberliga, denn nach fast 30 Jahren, in denen die SGB mindestens auf Hessenebene gespielt hat, ist der Abstieg nicht mehr zu verhindern. Von den Fans und der Liga will sich die Mannschaft aber standesgemäß verabschieden.

Bruchköbel – Sportlich ist noch einiges an Pfeffer in der Partie, denn die MSG benötigt noch einen Zähler, um den Klassenerhalt sicher zu haben. Den will Bruchköbel den Südhessen aber keineswegs auf dem Silbertablett servieren, sondern vielmehr alles daran setzen, sich aus der Oberliga mit einem Sieg zu verabschieden und sich noch auf den zwölften Rang vorzuschieben. Auch SGB-Coach Tegaday Ramos-Nuez dürfte hochmotiviert sein, das Rückspiel zu gewinnen, schließlich trainierte er Umstadt in der Hinrunde - und will sich bestimmt für die knappe Niederlage im Hinspiel revanchieren.

Insgesamt ist aber der Abstieg das bestimmende Thema im Verein, schließlich endet damit eine nahezu drei Jahrzehnte andauernde Ära. „So wirklich ist das nicht vorstellbar, dass Bruchköbel nicht in der Oberliga spielt“, sagt der langjährige Spieler Aydin Günes - kein Wunder, denn der 28-Jährige kennt die SGB nur als Verein, der mindestens in der Oberliga gespielt hat. Entsprechend bitter war es für den Linksaußen und seine Teamkollegen am vergangenen Sonntag, als der Abstieg in die Landesliga feststand: „Über unseren Sieg in Babenhausen hat sich keiner gefreut, es war ein völlig enttäuschendes Gefühl.“

Auch Kazimir Balentovic, der Sportliche Leiter der Bruchköbeler, hat „lauter versteinerte Mienen bei den Spielern gesehen, als klar war, dass wir absteigen. Wir alle hatten lange Hoffnung, aber die Realität hat uns schließlich eingeholt.“ Mit dem Abstieg in die Landesliga konfrontiert zu werden, sei „sehr hart, aber wir wollen nach vorne schauen. Wir wollen alles dafür tun, um schnellstmöglich wieder in der Oberliga zu spielen.“

Dafür bastelt Balentovic bereits am Landesliga-Kader und kann schon die erste wichtige Personalie verkünden, denn Tegaday Ramos-Nuez bleibt den Bruchköbelern als Trainer erhalten. In der Mannschaft wird es einige Veränderungen geben, so werden Tobias Jockel, Niklas Haupt und Bennet Wienand in der kommenden Spielzeit nicht mehr für die SGB spielen, ebenso wie Torwart Ivica Simic, für den Maurice Ebell in den Kader rücken wird - Ebell kam bereits in einigen Oberliga-Spielen zum Einsatz.

Auch auf Günes, der in der Oberliga immer einer der torgefährlichsten Spieler war, muss Ramos-Nuez in Zukunft verzichten. „Ich hatte das aber schon vor einiger Zeit angekündigt, ganz unabhängig davon, in welcher Liga wir in der kommenden Saison spielen.“ Wie es für den Linksaußen handballerisch weitergeht, „steht noch in den Sternen. Zu den Spielen werde ich aber selbstverständlich kommen, ich bin schließlich Bruchköbeler, das kann und will ich auch gar nicht wegbekommen.“

Verstärkt auf Bruchköbeler könnte die erste Mannschaft künftig setzen, wie Balentovic andeutet: „Wir haben eine gute zweite Mannschaft und eine gute A-Jugend, aus der wir mehrere Spieler fest integrieren wollen“, verrät der Sportliche Leiter.

Die zweite Mannschaft spielt in der Bezirksoberliga um die Meisterschaft, die A-Jugend hat sich erneut für die Oberliga qualifiziert, weshalb sich Balentovic darüber freut, „dass wir einen guten Unterbau und die nötige Breite haben - da haben Thomas Grimm und Niklas Goede super gearbeitet.“

Gerade der Übergang der Jugendspieler in die Männermannschaften soll so nahtlos wie möglich fortgeführt werden, schon in der Abstiegsrunde haben die Bruchköbeler immer wieder auf eigene Talente gesetzt. Balentovic ist sich jedenfalls sicher, dass der Verein auch nach dem Abstieg „nicht auseinanderfällt. Die Abgänge werden wir sicherlich kompensieren.“

Erst einmal steht jedoch das vorerst letzte Oberliga-Spiel auf dem Programm, und Balentovic erwartet noch einmal eine gut gefüllte Dreispitzhalle. „Umstadt spielt noch gegen den Abstieg, die bringen sicherlich einige Zuschauer mit, und wir hoffen, dass auch viele unserer Fans in die Halle kommen.“ Dabei können sie sich noch einmal auf ein Oberliga-Spektakel freuen, wie Günes verspricht: „Wir werden sicher noch mal richtig Gas geben.“

Von Robert Giese

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