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Bruchköbel verliert und hat zwei Verletzte / Spannung pur bei Hanau II

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Von: Robert Giese

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Einen harten Kampf haben sich die HSG Hanau II um Markus Kirchherr (am Ball) und die MT Melsungen II (Florian Weiß) geliefert. Am Ende jubelte die Bundesliga-Reserve.
Einen harten Kampf haben sich die HSG Hanau II um Markus Kirchherr (am Ball) und die MT Melsungen II (Florian Weiß) geliefert. Am Ende jubelte die Bundesliga-Reserve. © Scheiber

Die HSG Hanau II hätte am Samstagabend in der Aufstiegsrunde der Handball-Oberliga beinahe für eine faustdicke Überraschung gesorgt und dem Aufstiegsfavoriten MT Melsungen II einen Punkt abgenommen. Der Trainerwechsel unter der Woche hat der SG Bruchköbel zumindest vorerst keinen Auftrieb gegeben: Am Sonntagabend mussten die nun von Tegaday Ramos-Nuez trainierten Bruchköbeler bei der HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim in der Abstiegsrunde eine klare Auswärtspleite hinnehmen - und bangen um zwei Spieler.

HSG Hanau II - Melsungen II 26:27 (14:14): Die Hanauer erwischten einen guten Start ins Spiel, setzten sich rasch etwas ab und bauten diese Führung nach einer knappen Viertelstunde auf 9:5 aus. „Danach haben wir uns leider einige Fehler geleistet, was Melsungen umgehend bestraft hat“, so Wess zu den folgenden Minuten, in denen die Gäste durch Tore nach Tempo-Gegenstößen wieder egalisieren konnten. In die Kabinen ging es für die Kontrahenten beim Stand von 14:14.

Auch im zweiten Durchgang war es Hanau, das besser aus den Startlöchern kam und sich erneut einen kleinen Vorsprung erarbeiten konnte. Melsungens rechter Rückraumspieler David Kuntscher stellte die ansonsten stabile 6:0-Abwehr der Gastgeber allerdings immer wieder vor Probleme, sodass die MT Mitte der zweiten Hälfte wieder ausglich und kurz darauf sogar in Führung ging.

Die Hanauer, bei denen Erstmannschaftsspieler Michael Hemmer nach langer Verletzungspause sein erstes Pflichtspiel bestritt, hielten aber dagegen, sodass sich die Schlussviertelstunde ungemein spannend gestaltete: Keine Mannschaft konnte sich absetzen, mehrmals wechselte die Führung hin und her. Die hochklassige Partie hatte nun auch eine gehörige Portion Dramatik bekommen - und das sollte sich noch weiter zuspitzen.

In der Schlussminute erzielte Hanau zunächst das 26:25-Führungstor, per Siebenmeter kamen die Gäste 20 Sekunden vor Schluss aber zum Ausgleich. Ein missglückter Pass brachte Melsungen noch einmal in Ballbesitz, und mit der Schlusssirene netzte ein MT-Spieler zum 27:26-Auswärtssieg für die Nordhessen ein. „Das war am Ende selbstverständlich sehr bitter und ärgerlich, aber wir haben dennoch ein tolles Spiel abgeliefert. Mit dem Ergebnis können wir zwar nicht zufrieden sein, mit unserer Leistung aber umso mehr“, kommentierte Wess die knappe Niederlage.

HSG Hanau II: Gronostay, Naß; Bachmann (2), Graichen (3), Hemmer (4), Horn (8/4), D. Kegelmann (1), Kirchherr (2), Kreuzkam, Niederhüfner, Reinhardt (2), Siegmund, Steiner (4), Wadel - Siebenmeter: HSG II 5/4, MT II 5/3 - Zeitstrafen: HSG II 4, MT II 5 - Zuschauer: 80

HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim - SG Bruchköbel 31:22 (15:11): Die Gäste mussten einen frühen 2:6-Rückstand verkraften, berappelten sich aber und kamen nach knapp 20 Minuten auf ein Tor heran. „Für uns war es eines von sieben verbleibenden Endspielen, und so sind wir die Vorbereitung auf das Spiel auch angegangen“, hielt Kazimir Balentovic, der Sportliche Leiter der SGB, zufrieden fest.

Balentovics Zufriedenheit sollte sich aber bald verflüchtigen, denn seine Mannschaft verlor vor der Halbzeitpause zunehmend den Faden und ging mit einem 11:15-Rückstand in die Kabine. Insbesondere in der Abwehr enttäuschte Bruchköbel dabei auf ganzer Linie, denn die 6:0-Deckung der SGB agierte viel zu passiv, sodass vor allem Timo Mrowietz und Paul Kaufmann immer wieder relativ unbedrängt einnetzen konnten.

Das setzte sich nach dem Seitenwechsel nahtlos fort: Die Gäste waren nun viel zu harmlos vor dem gegnerischen Tor und weiterhin sehr anfällig in der Defensive, weshalb die SGB nach gut 40 Minuten schon mit 14:22 in Rückstand lag - eine schwierige Hypothek für die verbleibende Spielzeit. Da kurz hintereinander sowohl Torwart Mike Bätz als auch Kreisläufer Luca Junker umknickten und nicht mehr mitwirken konnten, vergrößerten sich die Sorgen bei den Bruchköbelern und den zahlreich mitgereisten Fans noch weiter. In der Schlussviertelstunde gelang es der SGB daher auch nicht, den Rückstand entscheidend zu verkürzen, sodass sich die Gastgeber deutlich mit 31:22 durchsetzten. Balentovic räumte zwar ein, dass die HSG ein starker Gegner sei, „aber wir sind auch nicht in den für den Abstiegskampf nötigen Kampfmodus gekommen. Unsere Abwehr war zahnlos und hier mit neun Toren zu verlieren, das ist zu viel - auch mit Hinblick auf den direkten Vergleich.“

SG Bruchköbel: M. Bätz, Simic; A. Günes (1), Eck (1), Haupt, Jockel, Junker (3), Kosch (5), Klein, Kulenovic (6), Wienand (3), J. Wolff (1), M. Wolff (2), Zutic - Schiedsrichter: Ernst / Henkel - Siebenmeter: HSG 5/3, SGB 0/0 - Zeitstrafen: HSG 4, SGB 3 - Zuschauer: 200

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