2242 Kilometer in sieben Tagen

Bruchköbeler Dirk Leonhardt startet Weltrekordversuch: Von Maastricht in den Kosovo

24 Stunden am Fliegerhorst unterwegs: Dirk Leonhardt hat im Vorfeld seiner Radtour durch Europa nicht nur in Erlensee Kilometer abgespult.
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24 Stunden am Fliegerhorst unterwegs: Dirk Leonhardt hat im Vorfeld seiner Radtour durch Europa nicht nur in Erlensee Kilometer abgespult.

Am kommenden Samstag läuft für Dirk Leonhardt ab fünf Uhr morgens erneut die Uhr. Von Maastricht aus will der Bruchköbeler innerhalb von gerade einmal sieben Tagen 15 Länder mit dem Rad durchqueren – und damit einen neuen Weltrekord aufstellen. Es wäre der Dritte für den „Ultra-Dad“ innerhalb eines Jahres.

Bruchköbel – Im vergangenen Sommer hatte der 39-Jährige bereits den längsten Triathlon der Geschichte absolviert, Anfang dieses Jahres folgte der längste Treppenlauf im Team mit Judith Gebkea Strich an der Himmelsleiter in Gelnhausen. Jetzt also 2242 Kilometer gespickt mit 25 544 Höhenmetern in 168 Stunden, einmal von Holland durch Belgien, Luxemburg, Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien Herzegowina, Montenegro und Albanien bis in den Kosovo.

„Ich bin gut vorbereitet, sagt mir der Kopf“, erklärt der Ausdauersportler, ehe er schmunzelnd nachschiebt: „Der Bauch sagt mir aber, dass ich mehr hätte machen müssen. Es steigt die Ungewissheit. Es kommt langsam die Aufregung dazu, etwas vergessen zu haben, die Sorgen, ob man es schafft, weil man die letzten Tage nicht mehr so hart und lange Umfänge trainiert hat.“

Über 500 Kilometer am Fliegerhorst in Erlensee

Zwar hat Leonhardt erst vor Kurzem eine 24-Stunden-Tortur auf dem Rad am Fliegerhorst in Erlensee hingelegt und mehr als 500 Kilometer am Stück abgespult, doch ansonsten standen im Ausdauerbereich in den vergangenen beiden Wochen nicht wirklich viele Einheiten auf dem Programm. Einzig vergangenen Samstag testete der Beamte im Dienste der Deutschen Bundesbank noch einmal seine Fitness.

Gemeinsam mit Alexander Hillmann, der ihn bei seinem Trip durch Europa als einer von zwei Supportern begleiten wird, nahm Leonhardt am Quarterman in Bruchköbel teil. Der wurde in diesem Jahr virtuell und als ein Art Duathlon (drei Kilometer Laufen, 45 Kilometer Radfahren, 10,5 Kilometer Laufen) durchgeführt.

„Ich habe aber diese 514 Kilometer am Fliegerhorst. Die habe ich in 24 Stunden geschafft, da werden auch 300 Kilometer pro Tag gehen“, macht sich Leonhardt, der am morgigen Freitag um 14 Uhr mit seiner Crew Richtung Niederlande aufbricht, Mut.

Begleitung in Udine und Innsbruck angekündigt

Außerdem kann der Extremsportler auf die umtriebige Ausdauer-Community zählen. Denn auch wenn ihn weder seine Frau Ilsa noch die beiden Söhne die Woche über on tour unterstützen können, hat sich über die Sozialen Medien bereits Begleitung angekündigt. „Es wird jemand in Innsbruck ein Stück mit mir fahren, und auch im italienischen Udine werde ich nicht alleine sein.“

Dirk Leonhardt: „Ich bin gut vorbereitet, sagt mir der Kopf. Der Bauch sagt mir aber, dass ich mehr hätte machen müssen.

Zudem hat auch Hillman sein Rad dabei, um eventuell bei Flachstücken im Kampf gegen den Wind und die Zeit vorauszufahren. Denn das Regelwerk schreibt in Sachen Rekordjagd einzig vor, dass Leonhardt die komplette Strecke mit dem Rad zurücklegen muss.

Espresso-Kocher ist dabei

Ausgestattet mit Playlists für den MP3-Player und einem Espresso-Kocher für den Carado-Camper zieht der gebürtige Eisenacher aber auch Motivation aus einfachen Dingen: „Ich werde Spaß haben, Länder sehen und nach Albanien fahren, wo wir Familie und Freunde haben. Es ist die Geschichte an sich, es einfach zu machen – mit dem Anspruch, es zu genießen.“

Darüber hinaus läuft parallel ein Spendenprojekt für das SOS-Kinderdorf Tirana, für das er im Zuge seiner Rekordfahrt in den Süden Europas Geld sammeln möchte.

Bevor er aber im Kosovo die Reise hoffentlich mit dem dritten Weltrekord beendet, gilt es, dem hehren Ziel Tag für Tag ein Stückchen näher zu kommen. Am Samstag möchte es Leonhardt bis nach Straßburg schaffen, am Sonntag ist das Ziel Landeck in Österreich.

Von Oliver Kraus

Spenden und live dabei sein

Dirk Leonhardt kann man auf seinem Weg per Livetracking begleiten.

Spenden für das SOS-Kinderdorf Tirana sind hier möglich.

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