Olympia

Bruchköbels Olympia-Hoffnung Sarah Köhler: „Ich möchte mir meine Träume erfüllen“

Schwimmstar aus Bruchköbel: Sarah Köhlers Karriere begann in Bruchköbel, wo nach wie vor ein Teil ihrer Familie lebt. Bei den Olympischen Spielen startet die 27-Jährige über 800 und 1500 Meter Freistil.
+
Schwimmstar aus Bruchköbel: Sarah Köhlers Karriere begann in Bruchköbel, wo nach wie vor ein Teil ihrer Familie lebt. Bei den Olympischen Spielen startet die 27-Jährige über 800 und 1500 Meter Freistil.

Bruchköbel – Angefangen hat die Karriere von Sarah Köhler im Bruchköbeler Schwimmbad, mittlerweile ist die 27-Jährige eine von Deutschlands Schwimmstars und Olympia-Hoffnungen. Ab dem 26. Juli stehen für die Jurastudentin der Uni Heidelberg, die im August 2022 ihr Examen schreiben will, zwei Olympia-Starts an. Medaillendruck erlegt sich die Sportlerin der SG Frankfurt keinen auf, wie sie selbst sagt.

Bruchköbel – Mittlerweile lebt Sarah Köhler mit ihrem Verlobten Florian Wellbrock, ebenfalls erfolgreicher Schwimmer und Olympiastarter, in Magdeburg, verbunden ist sie ihrem Heimatort Bruchköbel aber nach wie vor. „Ein Teil meiner Familie wohnt noch immer dort. Somit habe ich noch einen Bezug zu Bruchköbel und bin auch hin und wieder mal vor Ort“, sagt Sarah Köhler, die zuletzt im Mai 2021 ihrem Heimatort einen Besuch abgestattet hat. Zwischen Höhentrainingslager und dem Abflug nach Tokio hat sich die Schwimmerin die Zeit genommen, und die Fragen des HA schriftlich beantwortet.

Frau Köhler, Sie haben selbst auf Ihrer offiziellen Facebook-Seite vor knapp zwei Jahren Ihre schwimmerischen Anfänge im Bild festgehalten: Deutsches Jugendschwimmabzeichen in Bronze, abgelegt in Bruchköbel. Silber und Gold folgten in Gelnhausen. Wie präsent ist Ihnen die Zeit bei Undina Bruchköbel noch?

Die Zeit dort war der Anfang von allem. Das ist natürlich fest in meiner Erinnerung verankert.

Mittlerweile sind Sie Europameisterin, Vizeweltmeisterin und Weltmeisterin: Hätten Sie sich jemals träumen lassen, mit 27 Jahren zu Deutschlands Vorzeigeschwimmern zu gehören?

Nein, definitiv nicht. Ich habe von diesen Erfolgen schon als Kind geträumt. Aber es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl, dass ich all das mittlerweile tatsächlich erreichen konnte.

Zwei Olympia-Starts

Sarah Köhler hat das Olympia-Ticket über drei Strecken gebucht, startet aber freiwillig nur über 800 und 1500 Meter Freistil. „Auf die 400 Meter verzichte ich im Sinne der längeren Strecken, da die Vorbereitung ansonsten eine andere wäre“, sagt die Schwimmerin. Am 26. Juli steht für Sarah Köhler in Tokio der Vorlauf über 1500 Meter Freistil an, am 28. Juli folgt der Vorlauf über 800 Meter Freistil. (mei)

Wie sah Ihre Vorbereitung auf die Olympischen Spiele aus?

Ich war fünfeinhalb Wochen im Höhentrainingslager in Spanien und Andorra, im Anschluss eine Woche zu Hause, bevor es am 11. Juli nach Japan ging. Dort sind wir zunächst im Pre-Camp in Kumamoto gewesen, bevor wir jetzt ins Olympische Dorf nach Tokio gereist sind.

Nun finden die Spiele trotz Verschiebung während der Corona-Pandemie statt: Hatten Sie die Möglichkeit, geimpft zu werden?

Ja, um teilzunehmen, haben alle Sportler das Angebot einer Impfung erhalten. Im Übrigen muss der gesamte Staff geimpft sein, um nach Tokio beziehungsweise nach Japan reisen zu dürfen.

Machen Sie sich Sorgen um die Gesundheit von Ihnen und Ihren Kollegen?

Natürlich müssen wir vorsichtig sein, wenn so viele Menschen an einem Ort zusammen kommen. Aber kein Sportler kann eine Infektion absolut vermeiden, somit wird jeder sehr vorsichtig sein. Es ist außerdem wichtig, dass ich weiterhin alle Hygienemaßnahmen strikt befolge, um mich bestmöglich zu schützen. Ansonsten ist es für mich wichtig, nicht die Nerven zu verlieren. Jeder muss mit dieser Situation vor Ort umgehen.

Im Vergleich zu Rio 2016: Was für Spiele erwarten Sie?

Olympisch: Das Tattoo in Sarah Köhlers Nacken erinnert sie an ihre erste Olympia-Teilnahme 2016 in Rio. Bei der EM in Kopenhagen brachte es ihr 2017 Erfolg.

Durch die Corona-Maßnahmen wird es natürlich anders als in Rio, aber ich denke, dass die meisten sich trotzdem freuen, dass Tokio 2020 stattfindet und wir vor Ort alle zusammen kommen – zumindest mit dem nötigen Abstand.

Welche Erwartungen haben Sie an sich selbst?

Ich möchte unbeschwert an meine Rennen gehen, Spaß haben und dann meine bestmögliche Leistung abliefern.

Sie halten seit 2019 den Weltrekord auf der Kurzbahn über 1500 Meter Freistil in 15:18,01 Minuten. Macht Sie das bei Olympia auch automatisch zur Favoritin auf Gold?

Nein. Die Kurzbahn ist mit der Langbahn nur bedingt vergleichbar.

Der Deutsche Schwimm-Verband wartet seit mittlerweile 13 Jahren auf olympisches Edelmetall, Sie zählen über die langen Strecken zu den Medaillenanwärtern. Übt das Druck auf Sie aus?

Nein. Ich möchte meinen eigenen Erwartungen entsprechen und mir meine Träume erfüllen. Alles andere blende ich aus.

Das Interview führt

Julia Meiss

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare