Fußball: SG Marköbel setzt in der Offensive auf Can Kayalar

Can Kayalar ist SG Marköbels bulliger Stürmer mit Torgarantie

Den Ball immer im Blick: Can Kayalar (rechts) hat sich als Torjäger der SG Marköbel in der Gruppenliga Frankfurt Ost einen Namen gemacht. Viermal hat er in der aktuell unterbrochenen Saison getroffen.
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Den Ball immer im Blick: Can Kayalar (rechts) hat sich als Torjäger der SG Marköbel in der Gruppenliga Frankfurt Ost einen Namen gemacht. Viermal hat er in der aktuell unterbrochenen Saison getroffen.

Can Kayalar von der SG Marköbel verkörpert als groß gewachsener, bulliger Stürmer einen Typ Fußballer, den nicht viele Vereine in ihrem Kader haben. Im Sommer 2017 wechselte Kayalar vom Büdinger Kreisoberligisten SG Wolferborn/Michelau/Bindsachsen zum Gruppenligisten aus Hammersbach.

Hammersbach – Schweren Herzens, wie er sagt, denn der Stürmer fühlte sich bei der Dreierspielgemeinschaft sehr wohl. „Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen, weil ich dort viele Freunde hatte, doch die sportlichen Gründe waren ausschlaggebend. Ich wollte einfach eine Liga höher spielen, mich auch dort beweisen und in der Gruppenliga Frankfurt Ost etablieren“, erinnert sich der vor wenigen Wochen 30 Jahre alt gewordene Fußballer. Den Wechsel hat der Industriekaufmann bislang nicht bereut, Kayalar fühlt sich bei der SG Marköbel pudelwohl. „Ich wurde prima in Marköbel aufgenommen, im Verein herrscht ein tolles Klima und die Verantwortlichen pflegen ein familiäres Verhältnis mit den Spielern“, schätzt der in Ortenberg-Gelnhaar lebende Kayalar die Wohlfühlatmosphäre bei seinem erst zweiten Verein im Seniorenbereich.

Verpflichtung war für SG Marköbel ein „Glücksgriff“

„Die Verpflichtung von Can Kayalar war für uns ein Glücksgriff. Er passt von seinem Charakter und von seiner fußballerischen Mentalität sehr gut zu uns und hat sich in den vergangenen Jahren bei uns enorm weiterentwickelt“, lobt Marköbels langjähriger Coach Wolfram Rohleder seinen Torjäger. Die Zahlen sprechen eindeutig für Can Kayalar: In jeder seiner für die SGM absolvierten Spielzeiten lag er in der internen Torschützenliste vorne. In seiner Debütsaison netzte er zwölf Mal ein, die beiden folgenden Spielzeiten traf er jeweils acht Mal ins Schwarze. In der aktuell wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit stehen bislang vier Torerfolge zu Buche.

Für Spitzenplätze in der Torschützenliste reichen diese Werte nicht, doch die SG Marköbel steht seit Jahren als Gruppenligist eher für mannschaftliche Geschlossenheit als für Offensivspektakel. Die Hammersbacher sind unangenehm zu bespielen und feiern auch gerne mal „dreckige“ 1:0-Siege. Dass viele Spieler im Kader in der Lage sind, mit einer guten Aktion ein Spiel zu entscheiden, zählt ebenfalls zu den Vorzügen des derzeitigen Tabellensechsten. Die Leistung von Can Kayalar sollen diese teamspezifischen Stärken nicht schmälern. „Can hat sich in der Liga einen ganz guten Namen erarbeitet und wird als Stürmer respektiert und geachtet“, ergänzt Wolfram Rohleder. Für ihn muss die Entwicklung des Mittelstürmers auch mit jetzt 30 Jahren noch nicht zu Ende sein. „Ich finde, bei Can gibt es durchaus noch Luft nach oben“, meint der ehemalige Regionalligaspieler des FC Schalke 04 II und der Sportfreunde Lotte.

Kayalar will „cooler am Ball“ werden

Kayalar gibt seinem Coach recht: „Ich wäre ab und an gerne etwas cooler am Ball und kann mich im Eins-gegen-Eins noch verbessern“, sagt der Angreifer, der sein Lauf- und Zweikampfverhalten sowie das Kopfballspiel zu seinen Stärken nennt. Anfangs fiel Can Kayalar die sportliche Umstellung recht schwer, vor allem im technischen Bereich waren die Anforderung an ihn als Offensivkraft deutlich höher als zuvor in der Kreisoberliga Büdingen. Dort hatte sich der kräftige Angreifer, der als Jugendlicher auch beim Verbandsligisten SG Bad Soden schon höherklassige Luft schnupperte, als treffsicherer Stürmer einen Namen gemacht. Can Kayalar war der Fixpunkt im Offensivspiel der SG Wolferborn/Michelau/Bindsachsen, seine Tore wurden nach seinem Abgang beim Kreisoberligisten schmerzlich vermisst. „In der Gruppenliga ist das Tempo generell viel höher, zwischen den Mannschaftsteilen wird viel schneller umgeschaltet und man muss die Spielsituationen viel genauer im Auge halten“, nennt Kayalar für ihn prägnante Unterschiede zwischen den beiden Ligen. Gerne würde der Stürmer noch einige Jahre in der Gruppenliga Frankfurt Ost spielen, sehr gerne natürlich mit der SG Marköbel.

„Es macht mir dort großen Spaß“, verschwendet Can Kayalar derzeit an einen Vereinswechsel keinerlei Gedanken. Dass er möglichst frei von schweren Verletzungen bleiben muss, um noch einige Jahre auf dem aktuellen Niveau zu kicken, ist Kayalar bewusst. Mit dem Verlauf der laufenden Runde – den Störfaktor Saisonunterbrechung mal ausgeklammert – ist Can Kayalar zufrieden. „Ich denke, unsere Punktausbeute ist in Ordnung“, sagt er in der Überzeugung, dass sein Team in der Lage sein wird, nach einem möglichen Re-Start den derzeitigen gesicherten Mittelfeldplatz zu verteidigen. Denn das Saisonziel ist bei der SG Marköbel in jeder Spielzeit gleich formuliert und heißt Klassenerhalt. Vier Jahre lang hat Can Kayalar mit seinen erzielten Toren dazu Entscheidendes beitragen können, weitere Jahre sollen folgen.

Von Frank Schneider

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