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Chantal Temerson und Sindi Sina: „Rope Skipping ist unser Zuhause“

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Leidenschaftliche Hanauer Rope Skipperinnen: Chantal Temerson (links) und Sindi Sina von den Jumping Swans.
Leidenschaftliche Hanauer Rope Skipperinnen: Chantal Temerson (links) und Sindi Sina von den Jumping Swans. © Scheiber

Wenn es in Deutschland um Meistertitel im Rope Skipping geht, redet die TG Hanau immer ein Wörtchen mit. Die Jumping Swans können auf einige Teilnahmen an internationalen Wettbewerben zurückblicken. Als Gastgeber der Deutschen Meisterschaften wollen Chantal Temerson, Sindi Sina und Co. wieder glänzen.

Hanau – Chantal Temerson und Sindi Sina sind beste Freundinnen und obendrauf beste Teamkolleginnen. Die Sportlerinnen der Turngemeinde Hanau lieben, was sie tun: Rope Skipping. „Die Halle ist mein Wohnzimmer - hier ist meine Familie. Rope Skipping ist einfach toll“, schwärmt die 26-jährige Chantal Temerson aus Neuberg. Seit 20 Jahren betreibt sie Rope Skipping.

Angefangen hat bei ihr allerdings alles im Wasser: „Ich habe bei der TG Hanau mit Schwimmen und Kinder-Aerobic angefangen und irgendwann kam ich zum Kinderturnen und darüber zum Rope Skipping.“

Auch ihre beste Freundin Sindi Sina aus Maintal kam übers Kinderturnen zur damals neuen Trendsportart. „Mit sieben Jahren habe ich angefangen und bin immer dabei geblieben“, erinnert sich die 27-Jährige. Es handelt sich um eine moderne, kunstvolle Sportart, die alleine oder in der Gruppe ausgeübt werden kann.

Die Wettkämpfe, wie die am kommenden Wochenende bei den deutschen Meisterschaften (Sonntag) sowie dem Bundesfinale (Samstag) in der Hanauer August-Schärttner-Halle sind in verschiedene Disziplinen unterteilt. Es gibt Schnelligkeitsdisziplinen oder den sogenannten Freestyle. Bei letzterem Springen die Sportlerinnen und Sportler alleine oder im Team auf Musik. „Das Wettkampfsystem ist ähnlich wie beim Kunstturnen, es werden Kreativität und Ausführung bewertet“, erklärt Sindi Sina.

Die Freundinnen lieben die Teamwettkämpfe: „Es ist einfach was Tolles. Man muss sich voll und ganz aufeinander verlassen können, denn es müssen ja beispielsweise vier Personen synchron sein. Das ist schon eine Herausforderung. Aber dadurch lernt man sich eben auch sehr gut kennen. Man kennt die Schwächen und Stärken der anderen.“

Chantal Temerson und Sindi Sina sind zusammen aufgewachsen, haben die gleiche Schule besucht und durch die TG Hanau auch ein gemeinsames Hobby gefunden. „Rope Skipping hat uns noch mehr zusammen geschweißt. Gerade unsere internationalen Wettkämpfe und die damit verbundenen Reisen in die USA oder so. Unter der Woche trainieren wir. Am Wochenende geht’s zu den Turnieren. Wir sind immer zusammen“, lacht Sindi Sina.

Die restliche Zeit gehen die beiden ihrem Alltag nach. Sindi Sina arbeitet in der Finanzbuchhaltung, Chantal Temerson macht ein duales Studium bei der Stadt Frankfurt am Main. Da ist Rope Skipping ein willkommener Ausgleich. „Man bekommt einfach so gut den Kopf frei, weil man sich alleine aufs Seil konzentriert. Egal wie schlimm der Tag war, der Sport macht es wieder gut. Du gehst ins Training, powerst dich aus, quatschst mit deinen Freundinnen. Man geht am Ende ganz anders aus der Halle.“

Deswegen waren die Beiden froh, als wieder Sport im Team und in der Halle möglich war. Die Corona-Zwangspause war sehr hart, erinnert sich Chantal Temerson: „Das erste Training nach Corona war besonders. Wir haben uns in der Halle auf den Boden gesetzt und nur gequatscht. Ohne Punkt und Komma“, lacht sie. „Ich habe das so sehr vermisst - wir alle haben das so sehr vermisst. Ohne Rope Skipping fehlt mir einfach etwas.“

Ihrem Lieblingssport verdanken sie zahlreiche schöne Erinnerungen. Das größte Highlight war die Weltmeisterschaft 2012 in Florida. Die Qualifikation zur WM war bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Hanau gelungen. „Ich stand auf dem Treppchen, war Dritte und habe nur noch geheult. Sindi und ich sind sogar in einem Team gesprungen. Und es ist ja sowieso ein mega Feeling. In der Heimatstadt springen und dann auch noch für die WM qualifizieren. Es waren einfach alle da - Freunde und Familie. Das werde ich nie in meinem Leben vergessen.“

Und am kommenden Wochenende ist für die beiden wieder Heimspiel. Viermal in der Woche wurde zuletzt trainiert- immer eineinhalb bis drei Stunden. „Das geht ordentlich auf die Pumpe“, lacht Sindi Sina. Chantal Temerson wird jedoch nur als Zuschauerin und Trainerin in der August-Schärttner-Halle dabei sein. „Ich kann aktiv an Turnieren nicht mehr teilnehmen. Meine Kreuzbänder sind leider kaputt. 2019 habe ich gemerkt, dass es einfach nicht mehr geht. Komplett dem Rope Skipping den Rücken kehren kann ich allerdings nicht. Ich habe eine Trainerausbildung gemacht und trainiere jetzt die ganz Kleinen der TG Hanau.“

Und fest steht jetzt schon: Chantal Temerson wird ihre beste Freundin Sindi Sina auf jeden Fall anfeuern, denn die beiden leben den Sport. Sie leben für Rope Skipping. „Klar, wir gehen auch mal gerne aus“, schmunzelt Sindi Sina, „aber letztendlich machen wir Rope Skipping und das ist unser Zuhause.“ (Von Franca Richter)

Deutsche Meisterschaften und Bundesfinale in Hanau

Am Wochenende ist in der August-Schärttner-Halle Rope Skipping angesagt. Deutschlands beste Athleten kommen nach Hanau. Die Jumping Swans der TG Hanau richten die deutschen Teammeisterschaften sowie das Deutsche Bundesfinale für Mannschaften aus. Insgesamt 25 Vereine reisen in die Brüder-Grimmstadt und es werden 260 Springer an den Start gehen - 15 davon von der gastgebenden TG Hanau.

Los geht es bereits am Freitagabend mit dem Demo-Cup. „Hier hat jedes Team die Möglichkeit, ihr aktuelles Showprogramm zu präsentieren. Dabei entscheidet sich, welche Gruppe das Team Deutschland bei den Europameisterschaften im Juli vertreten darf“, informieren die Jumping Swans.

Am Samstag steht das Bundesfinale an, bei dem auch einige Athleten der Gastgeber starten werden: Lena Härtel und Lysanne Junker bilden ein Team sowie Melisa Koçdemir, Leyla Kocyigit , Tami Methner , Liliana Pavlovic , Lea Pierucci und Max Weber.

Zudem stehen am Samstag die Disziplinen „Wheel Pair Freestyle“ - hier gehen die Hanauerinnen Julia Hegermann und Lea Toscani gemeinsam an den Start - und „Double Dutch Triad“ auf dem Zeitplan. Um 10 Uhr geht es bei freiem Eintritt los. Ebenso am Sonntag, wenn die Deutschen Mannschaftsmeister ermittelt werden. Es treten die besten Rope-Skipping-Teams aus Deutschland in acht Disziplinen gegeneinander an - darunter zwei Mannschaften der Jumping Swans.

Neben den Titeln geht es auch um die Qualifikation für die Europameisterschaften vom 24. bis 31. Juli in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Eine der Hanauer Mannschaften besteht aus Mareen Bär , Liv Sallander , Lilith Schultheis und Sindi Sina, die andere setzt sich aus Louisa Gotta , Julia Hegermann sowie Lea Toscani zusammen. tj

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