FCO-Fechter treten beim Degen-Weltcup in Buenos Aires an

Mit Cleverness und Schnelligkeit

Richard Schmidt, einst FC Tauberbischofsheim, nun Fechtclub Offenbach. Am Wochenende tritt der Deutsche Meister der Aktiven erstmals für seinen neuen Club auf internationaler Ebene an: beim Weltcup in Buenos Aires. - Foto: vum
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Richard Schmidt, einst FC Tauberbischofsheim, nun Fechtclub Offenbach. Am Wochenende tritt der Deutsche Meister der Aktiven erstmals für seinen neuen Club auf internationaler Ebene an: beim Weltcup in Buenos Aires.

Offenbach - Von Reutlingen über Frankfurt nach Buenos Aires: Richard Schmidt und Nikolaus Bodoczi vom Fechtclub Offenbach treten von Freitag bis Sonntag beim Degen-Weltcup in Argentiniens Hauptstadt an. Von Holger Appel

Heute besteigen sie mit dem neuen Bundestrainer Mario Böttcher den Flieger. Die Generalprobe für den ersten großen internationalen Auftritt der Saison verlief nicht ganz so erfolgreich. Der 24 Jahre alte Schmidt, Zehnter der deutschen Rangliste, unterlag beim Allstar-Cup in Reutlingen im 32er K.o. dem späteren Sieger Josef Mahringer aus Österreich mit 11:15 und belegte Platz 23. Zuvor hatte Schmidt Maxim Poutrus aus Berlin mit 15:8 und Hilmar Reiss aus Heidelberg mit 15:12 besiegt. „Ich bin mit dem Ergebnis natürlich nicht zufrieden“, berichtet Schmidt, der das Turnier im vergangenen Jahr gewonnen hatte. „Vom Fechten war es aber okay, da kann ich mir keine großen Vorwürfe machen. Es war einfach schade, dass ich so früh auf einen so starken Gegner in Top-Form getroffen bin“, ergänzt er.

Schmidt bezeichnet sich selbst als taktisch variabel. „Zudem habe ich von der Technik sicher Vorteile gegenüber vielen Kontrahenten. Aber ich bin kleiner als 1,80 Meter. Ich muss den Größennachteil durch Cleverness und Schnelligkeit wettmachen - das klappt meist recht gut.“

Schmidt, erst zur neuen Saison aus Tauberbischofsheim nach Offenbach gewechselt, freut sich nun auf das Abenteuer Argentinien. Er startet wie der zuvor lange verletzte Bodoczi im Einzel, ist aber auch für das Team nominiert. „Nach den Olympischen Spielen in Rio haben einige etablierte Fechter wie Jörg Fiedler die internationale Karriere beendet. Wir befinden uns jetzt in der Umbruchphase. Ich zähle jetzt zu denjenigen, die die Plätze einnehmen können“, sagt Schmidt.

Das könnte auch für Nikolaus Bodoczi gelten, den 15. der deutschen Rangliste, wenn er wieder konstant zu seiner alten Form findet. Der 23 Jahre alte Bodoczi, vor drei Wochen noch Sieger beim Rhein-Neckar-Cup in Heidelberg, hatte in Reutlingen in der zweiten Runde gegen den Leverkusener Fabian Bürger mit 10:15 verloren. Zuvor hatte er Fabian Breuer aus Landau mit 15:7 bezwungen. Er belegte Platz 33.

Ebenfalls nicht über Platz 23 kam Nadine Stahlberg hinaus. Die Offenbacherin besiegte beim Degen-Weltcup im chinesischen Suzhou zwar in der ersten Runde die Ukrainerin Anfisa Potschkalowa mit 15:14, verlor dann aber gegen Julia Beljajeva aus Estland mit 13:15.

Schmidt, der in Tauberbischofsheim („Wegen der Nähe zu meiner Heimat“) und in Offenbach trainiert („Das sehe ich als Pflicht gegenüber diesem tollen Verein an“), hofft zunächst darauf, in Buenos Aires im Einzel die Vorrunde zu überstehen. „Das würde bedeuten, ich bin in den Top 64 und am Samstag dabei. Dann ist vieles möglich. Ein Platz in den Top 16 wäre klasse.“ In der neu formierten Mannschaft droht frühzeitig das Aufeinandertreffen mit starken Gegnern wie Frankreich oder Italien. Schmidt formuliert seine Prognose zurückhaltend: „Da müssen wir uns sehr strecken, wenn wir eine Chance haben wollen.“ Das Ziel mit Blick auf diese Saison mit der Heim-WM in Leipzig (19. bis 26. Juli 2017) als Höhepunkt: „Wir müssen uns stabilisieren, damit wir erst spät in den Wettbewerben auf die starken Gegner treffen. Wir wollen aber spätestens bei der WM zumindest in die Top 8.“ Insgeheim träumt er sogar von einer Medaille.

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