1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Das Derby der Freundinnen: Teams der SG Bruchköbel und des TV Langenselbold kennen sich bestens

Erstellt:

Kommentare

Bruchköbelerin im Langenselbolder Trikot: Ayla Muratoglu muss am Samstag eine unbequeme Situation meistern, denn sie läuft als Gegnerin in ihrer heimischen Dreispitzhalle auf.
Bruchköbelerin im Langenselbolder Trikot: Ayla Muratoglu muss am Samstag eine unbequeme Situation meistern, denn sie läuft als Gegnerin in ihrer heimischen Dreispitzhalle auf. © Scheiber

Der achte Spieltag in der Handball-Landesliga der Frauen wird mit einer besonders reizvollen Partie eröffnet: Die SG Bruchköbel und der TV Langenselbold treten am Samstag um 17 Uhr in der Dreispitzhalle zum Derby gegeneinander an. Nach den Tabellenplätzen – Elfter versus Sechster – muss man nicht urteilen, denn in Derbys herrschen bekanntlich eigene Gesetze.

Bruchköbel/Langenselbold – Da sich beide Mannschaften praktisch aus dem Effeff kennen, wird die Tagesform entscheidend sein, der größere Wille zum Sieg. „Und wir lassen uns die eine oder andere Überraschung einfallen“, verrät Ayla Muratoglu. Obwohl sie das TVL-Trikot trägt, ist es doch ein Heimspiel für sie: Sie wohnt in Bruchköbel, hat dort ihre handballerischen Wurzeln und drückt Woche für Woche die Daumen für ihre engsten Freunde in Bruchköbel.

Nur eben am Samstag nicht. Da wird für 60 Minuten die enge Verbindung, die Ayla Muratoglu zur SG Bruchköbel pflegt, hinten angestellt. „Wir sind hoch motiviert und wollen die Punkte auf jeden Fall mit nach Langenselbold nehmen“, macht die Rückraumspielerin deutlich. Gemeinsam mit Juliana Bruzdziak war sie vor Jahren, als sich die Oberliga-Mannschaft der SGB aufgelöst hatte, ihrem Trainer Stefan Wagner nach Langenselbold gefolgt und hat hier eine neue Handballheimat gefunden. Ob es irgendwann einmal zurück in die alte Heimat geht, vermag sie momentan nicht vorherzusagen.

TVL-Trainer Stefan Wagner trainiert Bruchköbeler A-Mädels

Vielleicht trainiert sie dort irgendwann einmal eine Jugendmannschaft, wie sie es schon einmal zusammen mit Bruzdziak sowie SGB-Spielerin Saskia Müller getan hat. Oder wie aktuell auch der Coach der TVL-Frauen. Stefan Wagner kümmert sich um die Bruchköbeler A-Jugendmädchen (Oberliga), zu denen auch Jule Hoffmann, die regelmäßig bei den SGB-Damen zum Einsatz kommt, gehört. Vor dem Derby tritt Wagner mittags noch mit dem Nachwuchs in Twistetal an.

Ayla Muratoglu hatte bei den SGB-Minis begonnen, spielte 19 Jahre lang erfolgreich (unter anderem in der B-Jugend-Regionalliga) in Bruchköbel. „Handball war immer mein größtes Hobby“, so die heute 28-Jährige. Sie ist zwar im Rückraum zu Hause, stellt sich aber auch an den Kreis und dabei immer voll in den Dienst der Mannschaft. Zuletzt hatte man einen rabenschwarzen Tag erwischt und eine 19:27-Niederlage bei der HSG Haibach/Glattbach kassiert. „Wir sind momentan nicht konsequent genug im Abschluss und glauben auch nicht immer an uns“, so Muratoglu. Während man durch die Bank weg eine tolle Körpersprache im Duell mit Oberliga-Absteiger Walldorf gezeigt habe, lief im Spiel danach gegen Zwingenberg weniger zusammen. „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und auch schlechte Spiele für uns entscheiden.“

Aufsteiger SG Bruchköbel muss sich noch an neue Liga gewöhnen

Nach intensiver Vorbereitung richtet sich der Fokus jetzt voll auf das Derby. Mit der SG Bruchköbel wartet der nächste Aufsteiger auf die TVL-Spielerinnen. Noch haben sich die Bruchköbelerinnen nicht an die raue Landesliga-Luft gewöhnt, mussten die letzten fünf von sechs Spielen zum Teil deutlich verloren geben – so ebenfalls zuletzt gegen die HSG Haibach. Doch SGB-Trainer Benjamin Gast hat mit seiner Mannschaft weiter gearbeitet und an bestimmten Dingen gefeilt. Nur bitter für die SGB, dass sich Rabea Bähr einen Bänderriss zugezogen hat und damit derzeit nur noch acht Feldspielerinnen zur Verfügung stehen. „Die Stärke der SG Bruchköbel liegt im kollektiven Auftritt“, weiß Ayla Muratoglu. Die SGB verfüge über individuelle Klasse und spiele meistens 40 bis 50 Minuten lang munter mit. Gegen den knapp zehn Kilometer entfernten Nachbarn wird sich der Gastgeber aber sicherlich 60 Minuten lang ins Zeug legen. Die Fans aus beiden Lagern können sich auf einen heißen Tanz freuen. Wie wird es für Ayla Muratoglu sein, in der Halle, in der sie fast zwei Jahrzehnte lang zu Hause war, als Gegner aufzulaufen? „Eine gewisse Nervosität ist vor jedem Spiel da, aber diesmal ist sie besonders groß“, gibt die Grundschullehrerin zu. (Von Katja Vügten)

Auch interessant

Kommentare