Kellerduell gegen Neckarsulm

„Dauerbrenner“ als wichtige Stütze: Nicky Rainger ist die Konstante in Heusenstamm

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100 Kilo verteilt auf 1,90 Meter: Eigengewächs Nicholas Rainger (vorne) spielt beim Rugby-Erstligisten RK Heusenstamm dort, wo die großen, kräftigen Kerle zu Hause sind: in der dritten Sturmreihe.

Bis zu 15 Spieler fehlten dem Rugby-Erstligisten RK Heusenstamm in den vergangenen Partien. Ein ganzes Team also. Die Startformation musste daher immer wieder umgebaut werden. Einer war immer dabei: Nicholas Rainger.

Heusenstamm – „Er ist unser Dauerbrenner“, sagt Präsident Markus Walger über den 29-Jährigen, der in allen bisherigen elf Saisonspielen beim Ankick auf dem Platz gestanden hatte und zur großen Riege der Eigengewächse im Kader gehört.

„Meine Eltern dachten gar nicht, dass es in Deutschland Rugby gibt“, scherzt der junge Mann mit den britischen Wurzeln. Über einen Klassenkameraden kam er im Grundschulalter zum RKH, „blieb sofort hängen“ und ist „immer noch begeistert“ von der rauen, aber fairen Sportart. „Fußball habe ich nie gespielt und auch nichts anders ausprobiert“, sagt er.

Beim Rugby kam ihm auch entgegen, dass es für jeden Typen eine Position gibt. Zu Beginn seiner Laufbahn war er dafür zuständig, das Leder-Ei aus dem Getümmel zu holen und das Spiel zu machen. Als er kräftiger wurde, wechselte Nicky Rainger in den Sturm. Zwischendurch nahm er ab und spielte außen, wo Tempo gefragt ist. Inzwischen hat er jedoch seine feste Position gefunden. Nummer acht, dritte Sturmreihe. Mit 1,90 Metern ist er bestens dafür geeignet, beim Gasseneinwurf hochgehoben zu werden und den Ball zu fangen. Die nötige Masse für den Kampf um das Ei bringt der 100-Kilo-Mann ebenfalls mit.

„Nicky ist wichtig für uns in Sturm und Gasse“, betont Walger. „Er spielt solide.“ Der ältere Bruder von RKH-Nationalspieler Sam Rainger arbeitet unspektakulär, aber fleißig für die Mannschaft. Fürs Punkten sind zumeist andere zuständig. „Ein Versuch ist stets eine Teamleistung. Eine Mannschaft besteht aus 15 Leuten, jeder hat seinen Job“, betont der Blondschopf.

Einen seiner wenigen Versuche legte Nicky Rainger am fünften Spieltag beim 21:6-Auswärtssieg bei der Neckarsulmer SU. Am Samstag um 17.30 Uhr steht nun das Rückspiel im Sportzentrum Martinsee an. Der Fünfte der Süd/West-Staffel gegen den Achten und somit Letzten. Zehn Zähler trennen beide Teams. Bei einem Sieg wäre zumindest der direkte Abstieg kein Thema mehr für den RKH, der zudem den Fünf-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsplatz festigen würde. Es wäre also mal wieder Zeit für einen Versuch der Nummer acht. „Ich würde mich freuen, der Fokus liegt aber darauf, zu gewinnen. Wer dafür sorgt, ist mir egal.“

Dass der RKH nach einer starken Hinrunde überhaupt in Abstiegsgefahr steckt, dafür gibt es dem Dritte-Reihe-Stürmer zufolge nicht nur einen Grund. „Wir haben echt Verletzungspech. Pforzheim hat sich zudem gefangen. Luxemburg ist heimstark und bei uns liefen zuletzt ein paar Sachen nicht gut“, sagt Rainger, ist aber zuversichtlich: „Wir wissen, was wir diese Saison erreicht haben, und wollen uns das nicht kaputt machen lassen. Ich hoffe, wir können in den letzten Spielen noch mal alles abrufen.“ Gegen Nackarsulm sei der RKH „auf dem Papier Favorit. Wir müssen aber auf dem Platz beweisen, dass wir es wirklich sind. Wir haben bereits mehrfach gezeigt, dass wir es können, aber es wird schwer. Neckarsulm weiß, dass der Abstand nicht groß ist und wittert seine Chance.“

VON CHRISTIAN DÜNCHER

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