Leichtathletik

Demes träumt nach langer Leidenszeit von EM

Eileen Demes vom TV Neu-Isenburg.
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Eileen Demes vom TV Neu-Isenburg.

Vor wenigen Jahren gehörte Eileen Demen vom TV Neu-Isenburgerin noch zu den größten Talenten Deutschlands über 400 m Hürden. Dann wurde sie von einer Krankheit komplett ausgebremst. Nun hat sie sich zurück in die Spitze gekämpft.

Neu-Isenburg – Eileen Demes vom TV Neu-Isenburg ist nach einer langen Leidenszeit zurück in der Spitze über 400 m Hürden. Sie galt als eines der größten Talente in Deutschland, lief 2016 zum Bespiel 57,13 Sekunden, womit sie Vierte der U20-Weltmeisterschaften wurde und Rang eins in der europäischen U20-Juniorenbestenliste belegte.

Eine komplizierte Virusinfektion bremste Anfang 2017 den steilen Aufstieg von Demes aus. „Damals“, berichtet ihr Trainer Robert Schieferer, „hat niemand geahnt, wie langwierig die Suche nach kompetenten Ärzten und erfolgreichen Therapien sein würde.“

Sportlich versuchte sich Demes zwar weiterhin auf der Laufbahn über die 400-Meter-Hürden – doch an ihre früheren Glanzleistungen und –zeiten kam sie nicht mehr heran. Dennoch gewann sie 2018 die deutschen Meisterschaften der U23-Juniorinnen.

Als auch 2019 keine vollständige Genesung und dementsprechend keine internationalen Erfolge brachte, nahm sich Demes eine vorübergehende Auszeit vom Leistungssport und trieb ihr Bachelor-Studium an der EBS Universität in Oestrich-Winkel voran, absolvierte in Lima/Peru ein Auslandssemester. Mittlerweile hat sie mit dem Master-Studium an der Universität in Nottingham ihre akademische Ausbildung vollendet. Da das wegen der Pandemie online stattfand, stieg sie wieder ins Training ein. Und kommt immer besser in Fahrt. Die gesundheitlichen Probleme, versichert Trainer Schieferer, seien mit Hilfe eines Arztes und Heilpraktikers im Allgäu nachhaltig gelöst worden.

Im schwäbischen Waiblingen legte Demes nach zweijähriger Wettkampfpause in 58,53 Sekunden eine beachtliche Zeit hin. Auf die 57,74 Sekunden in Schutterwald folgten im belgischen Merksem 57,17 Sekunden. „Der krönende Abschluss der Wettkampfsaison“ (Schieferer) war die neue persönliche Bestzeit am Wochenende in Gelnhausen (56,69 Sekunden).

Der Neu-Isenburger Trainer ist angetan von seiner Athletin und berichtet: „Sie ist jetzt wieder die Nummer zwei in Deutschland und auf Platz 34 in Europa. Wer ein solch eindrucksvolles Comeback nach so vielen schwierigen Jahren schafft, hat sicherlich die mentale Stärke, um im Sport noch einiges zu erreichen.“ Für 2022 hat sich Demes die Qualifikation für die Europameisterschaften vom 15. bis 22. August im Münchner Olympiastadion zum Ziel gesetzt.  app

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