VERBANDSLIGA

Der HSC-Motor stottert noch: Topfavorit spielt nur 1:1 gegen Rot-Weiss Frankfurt

Luft anhalten: Hanaus Valerio Marcello Mickley (links) und der Frankfurter Akteur Cherano Willeführ.
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Luft anhalten: Hanaus Valerio Marcello Mickley (links) und der Frankfurter Akteur Cherano Willeführ.

Aller Anfang ist schwer. Diese Erfahrung musste der SC 1960 Hanau im ersten Pflichtspiel nach langer Pause machen. Der Meisterschaftsfavorit der Verbandsliga Süd kam nicht über ein 1:1 (0:0) gegen Rot-Weiss Frankfurt hinaus – und musste froh sein, wenigstens einen Punkt gerettet zu haben. Das Remis sicherte der eingewechselte Lukas Knell in der 82. Minute. „Wir haben zwei Punkte verschenkt“, meinte Gäste-Pressesprecher Günther Fromm. Keiner der 110 Zuschauer widersprach.

Hanau – Die Gastgeber überraschten schon vor dem Anpfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Kevin Steinmann. Knell und Neuzugang Emre Kaya saßen zunächst auf der Bank und kamen erst im Laufe der zweiten Halbzeit zum Einsatz.

Der HSC hatte vor dem Seitenwechsel mehr Spielanteile, die besseren Chancen besaßen aber die Gäste. Eine Situation, die auch Okan Sari zur Halbzeit konstatierte. „Aus der Zentrale kommt zu wenig. Das muss sich in Durchgang zwei ändern“, forderte der HSC-Vorsitzende.

Die Gäste überraschten mit schnellen Kontern, ließen aber die nötige Zielgenauigkeit vermissen. Als Chancentod kristallisierte sich Marcus Weinhardt heraus. Wobei sich auch HSC-Keeper Jannis Pellowski auszeichnete.

In der siebten Minute hatte er zudem das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, als Weinhardt nach Querpass von Idris Sarssar nur die Oberkante der Latte traf. Wenig später scheiterte Ilker Bicakci (8.) mit einem Freistoß an Gästekeeper Daniel Duschner. Im direkten Gegenzug vergab Weinhardt (9.) nach Zuspiel von Cherano Willeführ kläglich. Danach ließen es beide Teams ruhiger angehen. Torchancen erspielten sich weiter nur die Frankfurter. Der 0:0-Halbzeitstand schmeichelte den Gastgebern.

Wer zu Beginn der zweiten Halbzeit eine energischere Heimmannschaft erwartete, sah sich enttäuscht. Vielmehr riss die Mannschaft vom Brentanobad das Geschehen an sich, doch erneut haperte es bei einem Konter am Abschluss, Pellowski (52.) konnte noch rettend eingreifen. Drei Minuten später war der HSC-Kapitän machtlos. Patrick Gürser versenkte einen 18-Meter-Freistoß unhaltbar.

Von einem Aufbäumen der Platzherren war nichts zu sehen. Es fehlte jegliche Dynamik im Spiel nach vorne. Das Team von Berkan Güngör, der den im Kurzurlaub weilenden Savas Erinc vertrat, konnte von Glück sagen, dass die Gäste es versäumten, den Sack zuzumachen. Weinhardt (63./66.) scheiterte jeweils an Pellowski.

Erst in der Schlussviertelstunde wachten die Gastgeber auf. Einen herrlichen Spielzug mit mehreren Kurzpässen schloss Knell überlegt zum 1:1 ab. In den verbleibenden Minuten lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, wobei es vor beiden Toren mehrfach lichterloh brannte.

„Wir haben vor dem Seitenwechsel mit unseren größeren Spielanteilen nichts anfangen können. Am Schluss zeigte meine Mannschaft aber die nötige Moral und holte wenigstens einen Punkt“, so Güngör.

1960 Hanau: Pellowski - Mickley (65. Gibaja-Lofink), Topic, Fustero, Lopez-Palomino - Aslan (71. Kaya), Habibovic, Bicakci - Dos Santos, Bauer (57. Knell), Kadioglu Tore: 0:1 Gürser (55.), 1:1 Knell (82.) - Schiedsrichter: Steinmann (Bensheim) - Zuschauer: 110 - Beste Spieler: TW Pellowski, Kadioglu/Müller, Adam, Kuac

Von Gert Bechert

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