80. Geburtstag von Ex-Fußball-Profi

Der „Schotte“ feiert runden Geburtstag: Horst Trimhold ist 80 Jahre alt geworden

Fußball-Profi der alten Schule: Horst Trimhold kann den Ball nicht vor Frankfurts Torwart Hans Tilkowski sichern. Im Oktober 1967 traf Borussia Dortmund in der Bundesliga auf Eintracht Frankfurt.
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Fußball-Profi der alten Schule: Horst Trimhold (rechts) kann den Ball nicht vor Frankfurts Torwart Hans Tilkowski sichern. Im Oktober 1967 traf Borussia Dortmund in der Bundesliga auf Eintracht Frankfurt.

Am vergangenen Donnerstag wurde Ex-Fußball-Profi Horst „Schotte“ Trimhold 80 Jahre alt. Die Geburtstagsfeier fand im engsten Familienkreis statt – nicht nur wegen Corona. Der Gesundheitszustand des einmaligen Nationalspielers ließ keine Festivitäten zu.

Hanau – Schon sein 75. Geburtstag war durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigt. Es folgten in den vergangenen Jahren viele ärztliche Untersuchungen, verbunden mit weiteren Operationen. Dazu gesellte sich eine zunehmende Demenz. „Er wird zu Hause von unserer Mutter Gaby liebevoll gepflegt“, sagte sein Sohn Frank gegenüber unserer Zeitung, „ich ziehe den Hut vor ihr.“ Ab und an gehen die beiden noch an die frische Luft, wobei Horst Trimhold seinen Garten genießt.

Frank Trimhold erzählt gerne die Geschichte, wie sich seine Eltern 1966 kennenlernten. „Der Vater meiner Mutter war Kassierer von Schalke 04, mein Vater seinerzeit Profi bei Borussia Dortmund. Als er meine Mutter abholen wollte, blieb die Tür zunächst verschlossen. Mit seinem unvergleichbaren Charme gewann mein Vater aber schnell die Sympathien seines zukünftigen Schwiegervaters.“

Erster Profi-Vertrag bei Schwarz-Weiß Essen

Seinen ersten Vertrag als Fußball-Profi unterschrieb Horst Trimhold als 18-Jähriger bei Schwarz-Weiß Essen. Aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung „Schotte“. Im HA-Interview anlässlich seines 70. Geburtstags lüftete der Ex-Profi das Geheimnis. „Ich bekam damals 160 Mark im Monat, die aber seit acht Wochen nicht ausbezahlt wurden. Entsprechend verweigerte ich beharrlich meinen Einstand und spendete nach dem Gewinn des deutschen Pokals 1959 (5:2 gegen Borussia Neunkirchen, Trimhold erzielte das 4:0, Anmerkung der Red.) nur drei Tafeln Schokolade für die Kameraden. Da Schotten für ihren Geiz bekannt sind, hatte ich den Spitznamen weg.“ Auf den er sogar stolz ist, wie er später betonte.

Die Einführung der Bundesliga 1963 war für ihn ein Glücksfall. „Ich war damals 22 Jahre alt und konnte mir quasi jeden Verein aussuchen“, berichtete er 2011 dem HA. Acht Clubs klopften bei ihm an, am cleversten war Rudi Gramlich von der Frankfurter Eintracht. Der Vorsitzende der Adlerträger bot ihm neben dem Fußball auch einen Job als Schriftsetzer an. Somit war der Grundstein für den späteren Berufsweg als Inhaber einer Druckerei gelegt.

Für Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund gespielt

Bis 1966 spielte Trimhold für die Eintracht, dann wechselte er nach Dortmund. Die WM 1966 in England verpasste er nur knapp. Als sich die „Italiener“ Helmut Haller und Albert Brülls zurückmeldeten, strich Bundestrainer Helmut Schön Trimhold aus dem Aufgebot. Bis 1971 stand Trimhold beim BVB unter Vertrag, insgesamt absolvierte er 167 Spiele in der höchsten Liga.

Horst Trimhold 2016 beim FSV-Neujahrsempfang mit seiner Gaby.

Den Vertrag in Dortmund löste er ein Jahr vor Vertragsende auf. Mit 30 Jahren war ihm der Beruf wichtiger, weshalb er 1971 zum FSV Frankfurt wechselte. Auf Anhieb wurde er mit den Bornheimern 1972 deutscher Amateurmeister, wobei er im Finale gegen den TSV Marl-Hüls in der Schlussminute das 2:1 erzielte. Zudem stiegen die Schwarz-Blauen in die 2. Liga auf. Sieben Jahre hielt er den Bornheimern die Treue, die ihn 1978 mit einer Abschiedsgala im Beisein von Pelé verabschiedeten. Gleichzeitig ernannte ihn der FSV zum Ehrenspielführer. Einmal trug Trimhold gegen Jugoslawien das Nationaltrikot.

Zu seinem 80. Geburtstag erhielt er viele Glückwünsche, so auch von seinen früheren Mitspielern Karlheinz Volz, Hubert Genz und auch vom früheren 93er Vorsitzenden Reinhard Tölg. Gratulationen kamen zudem vom Deutschen Fußball-Bund und seinen Ex-Vereinen Schwarz-Weiß Essen, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und FSV Frankfurt.

Jetzt hofft Sohn Frank, dass sein Vater im Sommer stolzer Urgroßvater von zwei Urenkeln wird. Und dann soll hoffentlich auch der FSV-Stammtisch mit Volz, Genz und „Schottes“ Bruder Holger wiederbelebt werden – sofern die Gesundheit und Corona mitspielen. (Gert Bechert)

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