Der Rödermarker Rawcliffe kandidiert wieder

Der deutsche Rugby-Verband sucht einen neuen Präsidenten

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Ian Rawcliffe

Offenbach - Ian Rawcliffe aus Rödermark soll künftig wieder den Deutschen Rugby-Verband (DRV) führen. Das Mitglied des BSC Offenbach hatte schon von 1996 bis 2004 das Amt des Präsidenten bekleidet.

Der 64-jährige Unternehmensberater ist bei der Mitgliederversammlung am Samstag bislang der einzige Kandidat für das Amt des Präsidenten, das er bereits von 1996 bis 2004 ausgeübt hatte. Im Interview mit unserem Redakteur Christian Düncher spricht das Mitglied des BSC Offenbach über seine Beweggründe und die Aufgaben, die auf den Verband warten.

Ian Rawcliffe, Sie gehören dem Ehrenpräsidium des DRV an. Das klingt eher nach Ende der Funktionärslaufbahn. Wie kam es zur neuen Kandidatur?

Nachdem Ralph Götz nicht mehr kandidieren wollte, gab es Bedarf. Viel Überredungskunst war dann nicht nötig. Für mich wäre es immer noch eine Ehre, Präsident des DRV zu sein. Ab 2016 präsentiert sich unser Sport nach 92 Jahren wieder auf der olympischen Bühne. Das sind gute Aussichten und macht die Aufgabe reizvoll.

Wie nah dran waren Sie in den vergangenen Jahren an der deutschen Rugby-Szene?

Ich hatte mich in den ersten Jahren nach meinem Rücktritt bewusst etwas zurückgehalten, weil ich nicht wollte, dass es hieß, ich würde versuchen, Einfluss zu nehmen. Danach hatte ich viel geschäftlich zu tun, weltweit. Aber jetzt bin ich wieder nur in Europa tätigt. Sofern es die Zeit zuließ, habe ich mir in den vergangenen Jahren immer wieder Spiele in Deutschland angesehen. Und gewisse Kontakte sind natürlich nie abgebrochen.

Worin sehen Sie die vordringlichsten Aufgaben?

Es gibt viele gute Leute, wir müssen die Zusammenarbeit verbessern. Die Nachwuchsarbeit muss intensiviert werden. Vor allem muss man aber ein Auge auf die Finanzen haben. Da gab es vor drei Jahren große Probleme. Aber inzwischen ist die Tendenz wieder positiv.

Inwiefern wird die Konsolidierung durch die Tatsache erschwert, dass es künftig nur noch öffentliche Zuschüsse für das olympische Siebener-Rugby geben wird?

Wir können froh sein, dass uns der DOSB und das BMI überhaupt unterstützen. Aber natürlich muss man schauen, inwiefern man da etwas machen kann. Die Olympischen Spiele sind für Rugby eine große Chance. Die traditionelle 15er-Variante sollte man aber nicht vergessen. Das ist der Kern unseres Sports und des Verbandes.

Einer Ihrer Präsidiumskollegen wird aller Voraussicht nach der Heusenstammer Jürgen Zeiger sein, der als Vizepräsident für den Nachwuchsbereich zuständig ist.

Mit Jürgen komme ich sehr gut zurecht, wir verstehen uns. Und das sage ich nicht nur, weil ich froh bin, dass ein Unternehmer seines Kalibers den Verband unterstützt. Insgesamt fehlt es aber an Sponsoren. Ein Beispiel: Adidas investiert eine zweistellige Millionensumme im Rugby, aber nicht in Deutschland, sondern in Neuseeland.

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