14.000 Teilnehmer bei Frankfurt Marathon

Dibaba jagt den Streckenrekord

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Fürchten auch die angekündigten Windböen nicht:Mehr als 14 000 Teilnehmer werden zum diesjährigen Frankfurt Marathon erwartet.

Frankfurt - Es werden immer mehr. Die ersten Spitzenläufer trafen Mitte der Woche in Frankfurt ein, gestern strömten die ersten Hobbyläufer zur Ausgabe der Startunterlagen, und heute stehen die ersten Nachwuchs-Läufe im Rahmenprogramm an: Die 37. Auflage des ältesten deutschen Stadt-Marathons hat Fahrt aufgenommen. Von Harald Joisten

Alles läuft bisher nach Plan, wären da nicht die kleinen Sorgen wegen des vorhergesagten Wetters für das Hauptrennen am Sonntag. Acht Grad kühl soll es sein, wenn sich das große Marathon-Feld mit mehr als 14 000 Teilnehmern um 10 Uhr vor der Messe (Friedrich-Ebert-Anlage) auf den 42,195 Kilometer langen Weg macht. Die Außentemperaturen sind nicht einmal das große Problem für die Läufer, im Gegenteil, viele mögen es kühl. Sie fürchten eher den Wind. Und auch dort sind die Vorhersagen durchwachsen. Knapp 20 km/h Windgeschwindigkeit soll es geben, eventuell Böen mit bis zu 54 km/h.

Doch mit den Prognosen hält es sich wie mit den anstehenden Landtagswahlen in Hessen: Abgerechnet wird am Sonntag. Im Marathon heißt das: im Ziel in der Festhalle. Unabhängig vom Wetter werden dort wieder internationale Top-Zeiten erwartet. Schließlich gehört die Strecke zu den drei schnellsten weltweit. Der Kurs ist tellerflach, der Gesamthöhenunterschied beträgt nur 27,8 Meter. Auch deshalb gehört der Frankfurt Marathons weiter zur höchsten Kategorie „Gold Label“ des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF).

Im Männer-Rennen weisen ein Dutzend Läufer eine Bestzeit von unter 2:10 Stunden auf. Darunter befinden sich zwei Zweitplatzierte der vergangenen beiden Jahre in Frankfurt: der Äthiopier Kelkile Gezahegn (2017) und der Kenianer Martin Kosgey (2016). Gezahegn steigerte sich in diesem Frühjahr in Rotterdam auf 2:05:56, Kosgey lief vor zwei Jahren in Frankfurt eine 2:07:22.

Zurückmelden auf dem schnellen Kurs will sich ein Kenianer, der von 2011 bis 2013 dreimal in Folge den Amsterdam-Marathon gewann: Wilson Chebet ist mit seinem persönlichen Rekord von 2:05:27 Stunden der schnellste Läufer auf der Startliste. Zuletzt kam der 33-Jährige nicht mehr an seine besten Zeiten heran, das will er nun ändern.

Sicher scheint: Der Streckenrekord in Frankfurt von 2:03:42 Stunden, aufgestellt von dem Kenianer Wilson Kipsang im Jahr 2011, wird nicht in Gefahr geraten. Bei den Frauen dürften – neben Lokalmatadorin Katharina Heinig aus Frankfurt – viele Blicke auf Mare Dibaba zielen. Die Äthiopierin ist die erste Starterin in der Historie des Rennens, die bereits die 2:20-Stunden-Barriere durchbrochen hat (2:19:52). Mit drei weiteren äthiopischen Läuferinnen, die bereits Zeiten von unter 2:22 erreicht haben, ist das Rennen so hochklassig besetzt, dass der sechs Jahre alte Streckenrekord (2:21:01) fallen könnte.

Frankfurt-Marathon 2017 in Bildern

Für Dibaba ist es eine Rückkehr. Schon 2010 war sie einmal in Frankfurt gestartet. Platzierung damals: Fünfte in 2:25:27 Stunden. „Inzwischen ist viel passiert in meine Karriere“, sagt die 29-Jährige. Viel gutes. 2015 wurde sie Weltmeisterin in Peking, 2016 gewann sie Bronze bei den Olympischen Spielen in Rio. Inzwischen würden sie in ihrer Heimat „viele Leute auf der Straße erkennen“. Im vergangenen Jahr ein Tiefpunkt, als sie verletzt pausieren musste. „Ich hoffe, am Sonntag eine gute Zeit zu laufen“, sagte sie gestern in Frankfurt. Eine Zeit „zwischen 2:20 und 2:23 Stunden“ sei möglich, meint sie.

Frankfurts Sportlicher Leiter Christoph Kopp bat Dibaba persönlich, die erste Hälfte des Rennens „nicht schneller als 70:0 Minuten anzulaufen. Denn in den vergangenen Jahren sind viele Läuferinnen zu schnell angegangen und auf der zweiten Hälfte eingebrochen. „Ja“, antwortete die nur 1,51 Meter große Äthiopierin Dibaba mit leiser Stimme, so ähnlich sei auch ihr Plan. Ihre Generalprobe verlief vielversprechend: Vor vier Wochen gewann sie einen Halbmarathon in Glasgow in 69:15 Minuten.

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