Aus Mühlheim stammendes Handball-Talent der HSG Rodgau Nieder-Roden nominiert für Lehrgang der U16-Auswahl

Ben Seidel freut sich riesig auf die Nationalmannschaft

Durchsetzungsvermögen. Ben Seidel (rechts) in der Partie gegen den Nachwuchs der Rhein-Neckar Löwen.
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Durchsetzungsvermögen. Ben Seidel (rechts) in der Partie gegen den Nachwuchs der Rhein-Neckar Löwen.

Der 16 Jahre alte Mühlheimer Handballer Ben Seidel hat sich durchgesetzt und wurde eingeladen zu einem Lehrgang der U16-Nationalmannschaft. Ausgebildet wurde der Rückraumspieler in den vergangenen Jahren bei der HSG Rodgau Nieder-Roden.

Nieder-Roden – „Nach der letzten Sichtung hatte ich ein gutes Gefühl. Dennoch war es eine Überraschung, weil Nieder-Roden eher selten dabei ist. Die Freude ist natürlich riesig“, sagt Ben Seidel. Der 16-jährige Handballer aus Mühlheim ist der nächste Spieler aus dem Talentschuppen des Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden, der den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft hat und Anfang Januar an einem einwöchigen Lehrgang der U16 in Kienbaum in Brandenburg teilnimmt. Unter anderem stehen in Frankfurt/Oder auch zwei Länderspiele gegen Polen an.

Bereits im Alter von drei Jahren jagte Ben Seidel in der Ballspielgruppe der SU Mühlheim dem Ball hinterher. Den Handball bekam er in die Wiege gelegt, Vater Jürgen spielte viele Jahre lang bei der HSG Kahl/Kleinost-heim in der Oberliga Hessen. Mit vier, fünf Jahren startete dann auch Ben Seidels Handballkarriere. Seine erste Trainerin war Stephanie Haus, die in den 90er Jahren mit der Sport-Union in der Regionalliga spielte. Als sich abzeichnete, dass sich die Mannschaft in Mühlheim auflösen würde, wechselte er 2016 gemeinsam mit Jannik Backhaus und Nils Haus zur HSG Rodgau Nieder-Roden. „Das fiel uns nicht schwer, wir kannten die anderen Jungs ja aus der Bezirksauswahl“, erzählt Ben Seidel. Der Wechsel erwies sich für beide Seiten als Glücksgriff - für Familie Seidel gleich in mehrfacher Hinsicht: Nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich. „Auch mein Freundeskreis kommt aus Rodgau, bei der HSG fühle ich mich pudelwohl“, sagt Ben Seidel.

Mit der C-Jugend der HSG Rodgau gewann er 2019 die Hessenmeisterschaft. Aktuell dürfte er noch in der B-Jugend spielen, ist aber schon fester Bestandteil der A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft. Mit der B-Jugend trainiert er einmal die Woche, mit der A-Jugend bis zu dreimal. Dazu kommt noch einmal pro Woche das Auswahltraining in Frankfurt. Das ist für den 16-Jährigen, der die elfte Klasse des Friedrich-Ebert-Gymnasiums in Mühlheim besucht, zeitlich ein ganz schöner Spagat. Doch solange die schulischen Leistungen stimmen, gibt es keine Probleme. Und nach Rodgau zum Training, den Spielen und zu Freunden geht es entweder mit dem „Elterntaxi“ in Fahrgemeinschaft mit Familie Haus – oder auch mal mit der S-Bahn. Der eigene Führerschein ist bereits in Arbeit.

2021 absolvierte Ben Seidel bereits drei DHB-Sichtungs-Lehrgänge mit dem 2005er-Jahrgang. Dort wurde kräftig ausgesiebt, die besten Spieler treffen sich nun in Kienbaum im Landkreis Oder-Spree südöstlich von Berlin. Dass Ben Seidel – der Rechtshänder spielt bei der HSG Rodgau im Rückraum links oder in der Mitte – bereits jetzt der Toptorjäger der A-Jugend ist, hilft ihm sicherlich weiter – hat aber auch zur Folge, dass im heimischen Mühlheim das Telefon nicht mehr still steht – am anderen Ende der Leitung: die Bundesliga-Nachwuchszentren. Im Blick hat Ben Seidel zunächst aber einmal die A-Jugend-Bundesliga mit der HSG Rodgau, für die ab März die Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft anstehen. und mit der deutschen U16-Auswahl die Jugend-Olympiade im Sommer 2022 in der Slowakei.

In Kienbaum kommt der Großteil der Spieler aus den Leistungszentren der Rhein Neckar Löwen, des THW Kiel oder der Füchse Berlin. Für Ben Seidel geht es gemeinsam mit den hessischen Kollegen Lasse Ohl (MT Melsungen) und Louis Maurer (SV Erbach) mit dem Zug von Frankfurt aus Richtung Brandenburg. Zeit dazu hat das Trio – in Hessen sind in der ersten Januar-Woche schließlich noch Ferien.

Von Patrick Leonhardt

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