BSC Offenbach startet Samstag in CT-Cup / Verband verbietet Haase-Einsatz

„Die Lust auf Rugby ist sehr groß“

Endlich wieder spielen: Offenbachs Spielertrainer Wynston Cameron-Dow, hier bei einem World-Cup-Einsatz für Deutschlang gegen Hongkong, sieht den BSC beim CT-Cup leicht favorisiert.
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Endlich wieder spielen: Offenbachs Spielertrainer Wynston Cameron-Dow, hier bei einem World-Cup-Einsatz für Deutschlang gegen Hongkong, sieht den BSC beim CT-Cup leicht favorisiert.

Offenbach – Ungeachtet der Corona-Fälle bei den benachbarten Rugby-Erstligisten RK Heusenstamm und SC Frankfurt 1880 sieht man beim ambitionierten West-Zweitligisten BSC Offenbach voller Freude dem Auftakt des mit 10 000 Euro Preisgeld dotierten Turniers um den CT-Cup entgegen. „Das wird ein großer Tag“, meint BSC-Spielertrainer und Turnierdirektor Wynston Cameron-Dow mit Blick auf das Heimspiel seines Teams gegen den RC Rottweil (Samstag, 15 Uhr). Der Süd-Zweitligist war kurzfristig für den RK Heusenstamm eingesprungen, bei dem es im Anschluss an das Testspiel gegen den TV Pforzheim einen Corona-Fall gab und der daraufhin seine Teilnahme am CT-Cup abgesagt hatte. „Wir sind Rottweil dankbar dafür, dass sie den Platz von Heusenstamm eingenommen haben“, sagt Cameron-Dow, für den der Auftaktgegner eine große Unbekannte ist: „Wir haben noch nie gegen sie gespielt und sind gespannt, was sie zu bieten haben. Es wird sicher nichts sein, was uns überraschen wird.“

Eigentlich hatte der Spielplan als erste Partie das Duell zwischen Offenbach und Frankfurt vorgesehen. Weil jedoch fünf Spieler des Deutschen Meisters positiv auf Covid-19 getestet wurden, plante man um. Frankfurt steigt laut Cameron-Dow nun erst am 10. Oktober mit der Partie in Rottweil in das Turnier (Modus: „Jeder gegen jeden“ - mit Hin- und Rückspiel) ein. Der 3. Oktober ist spielfrei, auch um den „Achtzigern“, deren Quarantäne am Samstag endet, die Chance zu geben, sich entsprechend vorzubereiten. „Dadurch, dass wir zum Auftakt nicht auf Frankfurt treffen, werden wir einige Leute schonen. Dafür sollen ein paar junge Spieler die Möglichkeit bekommen, Spielpraxis zu sammeln“, kündigt Cameron-Dow an. Die Talente werden aber zunächst auf der Bank sitzen. Für die Startaufstellung werde man unter anderem „fünf Top-Spieler aus Frankreich und England einfliegen lassen“, sagt der BSC-Spielertrainer, der für diese Woche drei Übungseinheiten angesetzt hat. Die Offenbacher wollen schließlich nicht nur gute Gastgeber sein, sondern haben sich viel vorgenommen: „Unser Ziel ist es, zu gewinnen, vor allem aber, in diesen schwierigen Zeiten wieder etwas Rugby zu spielen.“

Um den CT-Cup zu gewinnen, muss der Zweitligist den Deutschen Meister schlagen. Cameron-Dow hält das für möglich, zumal die „Achtziger“ vor einem Kaltstart stehen. Sein Team trainiere seit drei Monaten, sei fit und habe schon drei Testspiele absolviert, Frankfurt hingegen seit mehr als einem halben Jahr keines. Daher sehe er seine Mannschaft aktuell „leicht favorisiert“.

Verzichten müssen die Offenbacher auf Siebener-Nationalspieler Robert Haase. Grund: Der Deutsche Rugby-Verband (DRV) hat es den Kaderathleten untersagt, für ihre Vereine zu spielen. „Nach dem, was in Heusenstamm und Frankfurt passiert ist, war man dort der Meinung, dass das alles zu nah dran ist am Siebener-Nationalteam“, sagt Cameron-Dow. Verständnis hat er dafür nicht. „Ich bin etwas enttäuscht vom DRV und dem Management des Siebener-Nationalteams. Die Partie wäre für Robert ideal gewesen, um nach seiner Verletzung Spielpraxis zu sammeln. Wir können damit aber umgehen. Er wird das Team am Samstag sicher als Zuschauer anfeuern.“ Die Offenbacher rechnen damit, „Ausverkauft“ vermelden zu können. 250 Zuschauer sind erlaubt, bis Mitte der Woche seien bereits 140 Tickets verkauft gewesen. „Die Lust der Leute auf Rugby ist groß“, meint Cameron-Dow.  (von Christian Düncher)

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