Basketball

Auf diese Teams treffen die White Wings in der ProB Süd

Gehen wieder in der Main-Kinzig-Halle auf Korbjagd: Tobias Jahn (links) - ehemals White Wings und Elchingen, jetzt Skyliners Juniors - trifft wieder auf den Hanauer Till-Joscha Jönke. Archivfoto: TAP

Basketball. Die Ebbecke White Wings sind zurück in der Südstaffel der ProB. Während sich an den Regularien der dritten Liga wenig verändert hat, seitdem sich die Hanauer am Ende der Saison 2014/2015 als Aufsteiger am grünen Tisch verabschiedeten, sind die meisten Gegner neu.

Nur drei der zwölf Klubs, die in der Spielzeit 2019/20 dabei sind, waren schon damals Kontrahenten der bereits von Simon Cote trainierten Truppe. Die Qualität der ProB scheint sich verbessert zu haben, auch wenn über einigen Teams Fragezeichen prangen.

Sieben Farmteams von Bundesligisten

Favoriten auf den Aufstieg sind – nur in diesem Punkt sind sich die Experten einig – die Baskets Elchingen und die Gießen 46ers Rackelos. Der Klub aus dem Landkreis Neu-Ulm, der vor einigen Jahren noch unter dem Namen SV Oberelchingen gegen die White Wings antrat und ihr Auftaktgegner ist, verfügt über ein halbes Dutzend ehemalige ProA-Spieler und vier ausländische Profis – zwei aus den USA sowie je einer aus Ungarn und Kroatien.

Der neue Trainer Igor Perovic stand sechs Jahre bei den Tigers Tübingen in der BBL an der Seitenlinie und hat den Auftrag, nicht erneut im Playoff-Achtelfinale hängen zu bleiben.

Simon Cote trainierte 2008 die Gießen 46ers Rackelos

Bei den Gießen 46ers Rackelos handelt es um das Farmteam des gleichnamigen Bundesligisten, den Simon Cote von 2008 bis 2009 trainierte. Den Zusatz in der Teambezeichnung der zweiten Mannschaft gibt es seit 2017. Er war die Idee eines Expertengremiums aus Sport, Medien und Marketing. Das Wort Rackelos entstammt der Sprache Manisch, die sich im 18. und 19. Jahrhundert als Soziolekt gesellschaftlicher Randgruppen in Mittelhessen etablierte. Es bedeutet Kinder oder Nachwuchs.

Der Name ist Programm, schließlich verfügen die Gießener mit einem Altersdurchschnitt von 22,1 Jahren über einen der jüngeren Kader der Südstaffel. Wer bei den 46ers zum Einsatz kommt, hängt jedoch maßgeblich von dem Spielplan der BBL-Truppe und möglichen Terminkollisionen ab. Gesetzt ist lediglich Kapitän Johannes Lischka, der die Mannschaft mit seiner Routine aus 14 Saisons als Profi und einigen Erstliga-Partien zuletzt ins Viertelfinale führte.

Wundertüte Fraport Skyliners Juniors

Noch grüner hinter den Ohren, aber eine ähnliche Wundertüte sind die Fraport Skyliners Juniors. Assistenztrainer Dominik Duclervil lief bis 2009 in der Regionalliga für die White Wings auf. Zudem gibt es in der Halle am Nordwestzentrum, die die „kleinen“ Skyliners nutzen, ein Wiedersehen mit dem langjährigen Hanauer Center Tobias Jahn. Er wechselte 2017 von Ehingen Urspring nach Frankfurt und gab dafür seine zweite Rolle als Sponsoring- und Marketingbeauftragter des ProA-Ligisten auf.

Drittes Farmteam ist der im Schnitt nur 19,2 Jahre junge FC Bayern Basketball II. Anders als in Gießen und Frankfurt gibt es mit dem Bundesliga-Kader des amtierenden deutschen Meisters kaum Überschneidungen. Die unvermeidlichen Beschwerden über Wettbewerbsverzerrung durch von Wochenende zu Wochenende unterschiedlich besetzte Farmteams werden sich also auf die hessischen Klubs konzentrieren, zumal die Regularien nur bedingt Abhilfe schaffen.

Die Löwen Braunschweig komplettieren die Riege

Ähnliches droht in vier weiteren Fällen. Der zweite Absteiger Baunach Young Pikes – die Nachwuchstruppe von Brose Bamberg – war in der vergangenen Saison mit selten eingesetztem Toppersonal zu Kantersiegen in der Lage. Ratiopharm Ulms Nachwuchsförderung Orange Academy sowie die namensgleichen B-Aufgebote von s.Oliver Würzburg und den Löwen Braunschweig komplettieren die Riege.

Die Teilnahme der Niedersachsen wird schon deshalb kritisch beäugt, weil ihre Zugehörigkeit zur Südstaffel der ProB geographisch schwer erklärbar ist. Jedoch mangelte es den Organisatoren an einem zwölften Klub, zumal sie bestrebt waren, die Teams aus Nordrhein-Westfalen zugunsten hoher Zuschauerzahlen nicht zu trennen.

Aufsteiger Tropics Oberhaching gilt aus Außenseiter

Als Außenseiter gilt Aufsteiger Tropics Oberhaching. Ihr Trainer Mario Matic ist hauptberuflich Logistikfachmann und coacht nur nach Feierabend. Dazu ist er Sportdirektor und Manager in Personalunion, wenn er sich nicht gerade für Auswärtsfahrten hinter das Steuer eines Kleinbusses klemmt, mit dem die Bayern in fremde Hallen düsen. Mit der Verpflichtung des früheren Bundesliga-Profis Peter Zeis setzte Oberhaching jedoch ein Ausrufezeichen.

Mitaufsteiger Baskets Speyer ist trotzdem stärker einzuschätzen, weil Ex-Topspieler aus der ProA das Grundgerüst bilden und zwei in der Regionalliga glänzende spanische Profis gehalten wurden. Ein unbeschriebenes Blatt ist der BCC Coburg, gegen den die White Wings noch nie ein Pflichtspiel bestritten haben. Das trifft sonst nur auf Gießen, Braunschweig, Oberhaching und die Bayern zu.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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