RUDERN Leonie Bergé im Zweier zur U23-WM in Florida

Dritte WM-Teilnahme in dritter Bootsklasse

Die Offenbacherin Leonie Bergé studiert seit 2017 in Hamburg. Foto: DRV/Schiwer

Offenbach – So richtig gerechnet hatte sie nicht mehr damit. Umso größer ist bei der Offenbacherin Leonie Bergé die Vorfreude auf die Teilnahme an der U23-Ruderweltmeisterschaft in Sarasota (US-Bundesstaat Florida). VON JÖRG MOLL

Die 20-Jährige, die das Rudern bei der RG Undine Offenbach lernte, seit 2017 aber in Hamburg studiert und ihrem Sport nachgeht, wurde am Abend der deutschen Junioren-Meisterschaft für den Zweier ohne Steuerfrau nominiert. Ein Happy-End, das sich die Europameisterin und Vizeweltmeisterin von 2016 im Achter hart erarbeitet hatte.

Denn eigentlich lief die Saison zunächst gar nicht nach Plan. „Ich bin vier, fünf Wochen durch eine Erkrankung ausgefallen“, erklärt die Jura-Studentin: „Daher hat sich meine eigentliche Zweier-Partnerin Marie-Luise Witting für den Vierer entschieden.“ Bergé gewann mit ihr zwar die Regatta in Ratzeburg und wurde bei der deutschen Jahrgangsmeisterschaft Dritte im Zweier. Dann aber wurde Witting für den WM-Vierer nominiert - und Bergé mit Sonja Schlosser (Crefelder RC) für den Zweier. „Mit den Platzierungen hatte ich die Anforderungen der Bundestrainer erfüllt“, erklärt Bergé. Der Lohn: Am Abend der Jahrgangsmeisterschaft erhielt sie die Nachricht von der Nominierung.

Es ist Bergés dritte WM-Teilnahme - jedes Mal in einer anderen Bootsklasse. Nach Achter (2016) und Vierer (2018) sitzt sie nun also im Zweier. Das hatte sich so gefügt, weil die ersten beiden Boote der Jahrgangsmeisterschaft für den U23-Achter und den -Vierer vorgesehen waren. Bergé/Schlosser hatten somit ihre Chance auf das Zweier-ohne-Boot genutzt.

Am Mittwoch, 17. Juli, hebt der deutsche Rudernachwuchs Richtung Florida ab, wo am 24. Juli die WM eröffnet wird. Das Finale im Zweier ist am 27. Juli angesetzt, die Vorläufe zwei Tage zuvor. Bis zum Abflug wird das deutsche Nachwuchsteam fast drei Wochen Trainingslager in Ratzeburg absolviert haben. Unter anderem in einem Raum, in dem das erwartete schwül-heiße Klima Floridas imitiert wird.

In puncto Erwartungen an die WM hält sich Bergé, die bei Heimatbesuchen in Offenbach noch immer gerne mit ihrem früheren Undine-Coach Jochen Weber trainiert, bedeckt. „Wir wollen als neu zusammengesetzter Zweier erst mal schauen, wo wir international stehen“, betont sie: „Und dann wollen wir so weit wie möglich nach vorne kommen.“

Das kurzfristige Ziel ist klar, auch mittelfristig plant die gebürtige Offenbacherin ihr Leben mit Rudern auf hohem Niveau. Schließlich beginnt nächstes Jahr der neue Olympia-Qualifikationszyklus für die Sommerspiele 2024 in der französischen Hauptstadt Paris. „Ich würde lügen, wenn man als Sportlerin diesen Traum nicht hätte“, sagt Bergé.

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