„Hart dafür gearbeitet“

Interview: Der Co-Trainer der TGS Hausen zum Ligapokal  

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Tobias Apelt wechselte im Winter von Erstligist RK Heusenstamm zu Zweitligist TGS Hausen und greift nun nach dem Ligapokal.

Offenbach - Mit dem Gewinn des Rugby-Ligapokals könnte die TGS Hausen, die im Finale am Sonntag (14 Uhr) den RFC München empfängt, in mehrerlei Hinsicht Geschichte schreiben. Im Interview spricht der spielende Co-Trainer Tobias Apelt über die Stimmung im Team und falsch betankte Autos. Von Christian Düncher

Ihr Wechsel vom Erstligisten RK Heusenstamm zum Zweitligisten TGS Hausen hat im Winter überrascht. Sie sind mit Hausen bis ins Play-off-Halbfinale gekommen und stehen nun im Ligapokal-Endspiel. Haben Sie also alles richtig gemacht?

Bis jetzt läuft es gut und ich würde es wieder so machen. Jetzt wollen wir aber auch den Pokal. Wir haben hart dafür gearbeitet, sind unter anderem nach Dresden und Bremen geeiert. Das waren lange Fahrten. Und als wir auf dem Rückweg von Bremen waren, hat unser Fahrer Benzin statt Diesel getankt. Entsprechend spät waren wir zu Hause.

Hausen hat noch nie einen nationalen Titel geholt und könnte nicht nur als zweiter hessischer Verein nach dem BSC Offenbach (1994) den Ligapokal gewinnen, sondern wäre dann auch der letzte Sieger dieses Wettbewerbs, der nach der Saison abgeschafft wird. Inwiefern ist das ein besonderer Anreiz?

Das ist auf jeden Fall zusätzliche Motivation für uns. Unser Trainer Benoit Grob denkt an nichts anderes – und das Team ist sehr fokussiert. Das ist etwas anderes als ein Ligaspiel, das merkt man auch an der Trainingsbeteiligung.

Wissen Sie überhaupt, wie der Pokal aussieht und was Sie damit machen würden?

In der Mannschaft wurde in der Tat gefragt, ob es überhaupt einen Pokal für den Sieger gibt. Es gibt einen. Ich habe ihn mal auf einem Foto gesehen. Er würde gut in unserer Kabine aussehen. Und genug Bier passt auch rein.

Die Saison war lang. Wie gut ist der Akku noch geladen?

Es waren ziemlich viele Spiele, teilweise keine leichten. Man merkt jedoch, dass die Mannschaft unbedingt will.

Der Gegner beendete die Saison in der 2. Liga Süd auf Platz drei. Was ist über das Team bekannt?

Ich habe ein Spiel des RFC München auf Video gesehen und einige Schwächen entdeckt. Sie haben aber drei, vier ehemalige Siebener-Nationalspieler aus Uganda, die 2017 nach dem Oktoberfest Sevens Asyl beantragt haben. Das sind ganz schöne Brocken. Die müssen wir zustellen. Aber ich bin zuversichtlich, auch weil wir im Finale Heimrecht haben.

Bilder: Deutsche Rugby-Meisterschaft in Heusenstamm

Die TGS Hausen hat zwei Gesichter: zu Hause stark, auswärts schwach. Wie lässt sich das erklären?

Das ist schon eine besondere Hausener Eigenschaft. Diese Mannschaft hat ihren eigenen Kopf. Und es gibt wohl nur wenige Leute, die dieses Team trainieren können. Zu Hause muss man nichts sagen, da läuft es quasi von alleine. Aber auswärts stimmt es noch nicht. Das hat auch mit Disziplin zu tun. Nach einer Führung lässt das Team oft nach. Da muss man eine klare Ansage machen.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass es unter diesen Voraussetzungen kommende Saison im dritten Anlauf mit dem Erstliga-Aufstieg klappt?

Die Mannschaft wollte unbedingt diese Saison schon aufsteigen. Dafür braucht man jedoch Tiefe im Kader, sonst überlebt man in der 1. Liga nicht. Wir haben nun noch eine Saison Zeit, uns vorzubereiten und Tiefe in den Kader zu bekommen.

Wie soll das gelingen?

Es ziehen immer mal Leute in die Region. Bislang war Heusenstamm die erste Anlaufstelle für Erstliga-Rugby in der Region. Wir müssen erreichen, dass sie zehn Minuten weiter fahren. Der andere Weg ist, Leute aus dem Ausland zu holen. Aber dafür braucht man Sponsoren. Und die kommen nur bei Erfolg, haben aber zumindest gesagt, dass sie mehr geben, wenn wir den Pokal holen.

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