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Eine meisterhafte Kanu-Familie: Erfolgreiches Jahr für die Steinheimer Familie Stroß

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Das Vorbild: Papa Markus Stroß trainiert nicht nur seine beiden Söhne, sondern war im Oktober auch wieder einmal bei den German Masters erfolgreich.
Das Vorbild: Papa Markus Stroß trainiert nicht nur seine beiden Söhne, sondern war im Oktober auch wieder einmal bei den German Masters erfolgreich. © Privat

2021 war für die Steinheimer Familie Stroß ein erfolgreiches Jahr. Zwei deutsche Meistertitel und eine Vizemeisterschaft stehen in den Erfolgsbüchern von Ben (12), Robin (15) und Markus Stroß (43). Für 2022 haben sie sich auch hohe Ziele gesteckt, dafür wird auch im kalten Dezember trainiert.

Hanau – „Sieben Grad? Das ist doch nicht kalt. Natürlich gehen wir bei den Temperaturen ins Wasser“, lacht Markus Stroß. Seit 1988 fährt er für die Ski- und Kanugesellschaft Hanau Kanuslalom. In diesem Jahr ist ihm bei den German Masters ein Hattrick gelungen. In Bad Kreuznach wurde er im dritten Jahr in Serie Deutscher Meister seiner Altersklasse.

„Für viele war 2021 sicher ein sehr düsteres Jahr wegen der Corona-Pandemie, ich persönlich kann über das letzte Jahr aber nur Positives berichten. Obwohl ich kaum noch selbst im Kanu sitze, sondern eher die Jugend trainiere, ist mir im Oktober der Hattrick gelungen“, freut sich Markus Stroß über den Erfolg bei den German Masters, den Deutschen Meisterschaften der Senioren ab 32 Jahren. „Das ist Wahnsinn und unglaublich toll.“

Der 43-Jährige blickt also auf ein sehr erfolgreiches Jahr. Und das nicht nur wegen seiner Erfolge. Auch seine Söhne Robin und Ben, beide ebenfalls Kanuten bei der SKG Hanau, fuhren in diesem Jahr auch große Erfolge ein. Dem 15-jährigen Robin „wurde das Kanupaddel in die Wiege gelegt“, meint der Papa lachend. „Schon mit einem Jahr habe ich ihn zu mir ins Kanu gesetzt. Offiziell Kanufahren durfte er dann so mit sieben Jahren.“

Robin Stroß fühlt sich im Wildwasser pudelwohl.
Robin Stroß fühlt sich im Wildwasser pudelwohl. © Privat

Für Robin Stroß ist Kanufahren eine Leidenschaft. Er liebt den Adrenalinkick, wenn er mit seinem Kanu ins Wildwasser geht. Angst hat er dabei keine. „Klar fällt man auch mal ins Wasser, aber es ist noch nie etwas Schlimmeres passiert“, sagt der Schüler der Lindenauschule in Großauheim. Sein größter Erfolg in diesem Jahr: Im September wurde er in München in der Klasse U18 deutscher Vizemeister.

Trainiert wird er von seinem Papa. Sechsmal die Woche geht es auf die Kinzig und das bei Wind und Wetter. „Sollte es wirklich sehr kalt sein, und da spreche ich von Temperaturen um die null Grad, haben wir sogenannte Paddelhandschuhe an, aber sonst macht uns die Kälte nichts aus. Uns wird es beim Paddeln automatisch warm“, erzählt Markus Stroß. „Einzig, wenn die Kinzig tatsächlich mal gefroren ist, können wir nicht aufs Wasser und müssen auf das Paddelergometer umsteigen.

Neben Robin trainiert der Vater auch seinen jüngeren Sohn Ben. Auch der Zwölfjährige saß schon von klein an in einem Kanu. Im August holte er sich in der Schülerklasse B den deutschen Meistertitel und eröffnete damit die Erfolgsserie der Familie Stroß im Jahr 2021. „Ich muss sagen, das ist tatsächlich so ein bisschen unheimlich“, scherzt Markus Stroß „also noch mal so ein Jahr würde ich natürlich jederzeit wieder nehmen, aber ob das noch einmal so kommt, ist die Frage.“

Markus Stroß und seine beiden Söhne sind Vollblutkanuten, das ist deutlich zu spüren. Wenn die drei gerade nicht auf dem Wasser sind, um zu trainieren, sitzen sie in ihrer Freizeit im Kanu. „Das Boot ist immer dabei“, erzählt Otto-Hahn-Schüler Ben. Sogar im Urlaub. „Wenn wir nicht gerade im Skiurlaub sind, machen wir tatsächlich dort Urlaub, wo wir auch aufs Wasser können. Wir können gar nicht anders“, erzählt Papa Markus grinsend.

Ben Stroß hat das Talent in die Wiege gelegt bekommen.
Ben Stroß hat das Talent in die Wiege gelegt bekommen. © Privat

Er selbst kam einst durch das Skifahren zur SKG Hanau. „Ich habe dann aber schnell gemerkt, Skifahren geht nur im Winter, ich will aber was fürs ganze Jahr. Und dann bin ich eben beim Kanu hängen geblieben.“ Diese Liebe für Wasser und Kanufahren hat er an seine beiden Söhne weitergegeben. „Wir mögen es einfach - für uns ist es ein Familiensport. Das Kanufahren verbindet uns“, schwärmt er. Auch seine Frau sitzt immer wieder im Kanu und unterstützt ihre Jungs so gut sie kann.

An eine besinnliche, ruhige Zeit jetzt vor Weihnachten ist im Hause Stroß nicht zu denken. Im Winter gilt es, die richtigen Grundlagen für die kommende Saison zu legen. Die Ziele sind klar gesetzt: Markus Stroß strebt 2022 die Titelverteidigung bei den German Masters in Hagen-Hohenlimburg an. Robin würde gerne an der U18-Europameisterschaft in Tschechien und an der Weltmeisterschaft in Italien teilnehmen und Ben schielt in Richtung Deutsche Meisterschaften der Altersklasse U14.

Für diese Ziele wird auch bei eisigen Temperaturen trainiert und daher sind Ben, Robin und Markus Stroß auch in den kommenden Wochen auf der Kinzig zu sehen. (Von Franca Richter)

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