JU-JITSU

EM in Rekordzeit organisiert: Titelkämpfe von Israel nach Maintal verlegt

Das nächste große Event in der Region: Ende Dezember fand in der Orangerie in Hanau die Fight-Night statt. Nun wird die EM in Maintal ausgetragen.
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Das nächste große Event in der Region: Ende Dezember fand in der Orangerie in Hanau die Fight-Night statt. Nun wird die EM in Maintal ausgetragen.

Die Judo-Arena des SC Budokan Maintal ist in den kommenden Tagen Schauplatz für Ju-Jitsu der Spitzenklasse, denn vom 17. bis 21. Juli weilen fast 300 Athleten aus über 20 Nationen in Maintal, um die Europameister in den Kategorien Fighting, Duo und Ne-Waza zu ermitteln. Medaillenchancen hat auch ein Hanauer. Maintal ist damit zum ersten Mal Austragungsort für eine Europameisterschaft, wegen der Corona-Pandemie bringt das jetzt gleich einige Herausforderungen mit sich.

Maintal –So hat der Verein die Europameisterschaft in Rekordzeit auf die Beine stellen müssen: Ursprünglich sollte sie bereits im vergangenen Jahr in Israel stattfinden, wurde wegen der Corona-Pandemie aber zunächst verschoben, in diesem Jahr konnte sie wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten auch nicht stattfinden, sodass Maintal in die Bresche sprang. Statt zwei Jahren Vorbereitungszeit blieben den Maintalern dadurch lediglich sechs Wochen, um alles für die Titelkämpfe zu organisieren.

Seitdem sind fünf Vereinsmitglieder praktisch rund um die Uhr im Einsatz, damit die Wettkämpfe reibungslos über die Bühne gehen können. „Wir haben schon häufiger Großveranstaltungen wie die German Open organisiert“, hieß es von Vereinsseite, weshalb die Organisation des Turniers selbst und der Aufgaben drumherum nichts Neues für die Maintaler ist – ein Wettkampf unter Pandemie-Bedingungen allerdings schon. In Zusammenarbeit mit einer Arztpraxis werden deshalb während der Europameisterschaft über 1000 medizinische Schnelltests ausgewertet, denn ohne negativen Test darf niemand in die Halle.

Zuschauen ist nur per Livestream möglich

Überhaupt werden die Titelkämpfe praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, denn Zuschauer vor Ort sind nicht zugelassen. Wer die Europameisterschaften dennoch verfolgen will, wird bei sportdeutschland.tv fündig, wo permanent das Geschehen auf den drei Matten per Livestream im Internet übertragen wird. Bei den Wettbewerben könnte es einige Überraschungen geben, denn die Kampfsportler konnten wegen der Corona-Pandemie lange nicht ihre Kräfte messen, sodass niemand genau weiß, wo er im internationalen Vergleich steht.

Berechtigte Aussichten auf eine hat auch Maximilian Strauch vom KSC Hanau, der schon häufiger auch international stark auftrumpfte. Genauere Prognosen zu möglichen Favoriten und den Aussichten für die Lokalmatadoren können allerdings erst getroffen werden, wenn alle Athleten in Maintal eingetroffen sind – die ersten sind schon am Mittwoch angereist – und am Freitag die Auslosung stattgefunden hat.

Max Strauch hat das Treppchen im Blick

Strauch, der in der Kategorie Fighting in der Gewichtsklasse bis 94 Kilogramm antritt, „ist gut vorbereitet und kann sicher vorne mithalten“, glaubt sein Trainer Jens Gottwald. Das habe er auch bei den letzten internationalen Wettkämpfen vor der Corona-Pandemie bewiesen. „Max hat alle Möglichkeiten dazu, aufs Treppchen zu kommen. Bei der Dichte der Athleten ist es aber immer auch etwas tagesformabhängig“, erklärt Gottwald. Der HANAUER Sportler der Jahre 2015, 2016 und 2017 konnte in den zurückliegenden Monaten jedoch nur eingeschränkt trainieren. „Er ist auf jeden Fall fit. In anderen Ländern konnte durchtrainiert werden, hier waren die Hallen zu und wir haben viel draußen trainiert“, berichtet sein Coach vor dem am Sonntag anstehenden Wettkampf von einer Vorbereitung, die nicht optimal gewesen sei.

Ab Samstag geht es vor den Augen der Ju-Jitsu-Spitzenfunktionäre – neben Robert Perc, dem Präsidenten des Europäischen Ju-Jitsu-Verbandes, auch Joachim Thumfahrt und Panagiotis Theodoropoulos, der General Director und der Präsident des Internationalen Ju-Jitsu-Weltverbandes – dann nicht nur um Titel, sondern auch um Qualifikationspunkte für die nächsten World Games.

Die Europameisterschaften sind wegen der Corona-Pandemie eine der wenigen Gelegenheiten, um sich noch für die World Games im amerikanischen Birmingham zu qualifizieren, weshalb die Kampfsportler sicherlich doppelt motiviert sein werden, bei der Europameisterschaft gut abzuschneiden, wodurch intensive Wettbewerbe zu erwarten sind. (Von Robert Giese Und Thorsten Jung)

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