Hessenliga

Keine Panik am Fliegerhorst: FC Erlensee bleibt trotz Fehlstart ins „Abenteuer“ gelassen

Hessenligatauglich? Der FC Erlensee um Marcel Mohn steht nach acht Spielen auf dem letzten Platz. Druck verspürt der Aufsteiger aber dennoch nicht.  
Archivfoto: Scheiber
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Hessenligatauglich? Der FC Erlensee um Marcel Mohn steht nach acht Spielen auf dem letzten Platz. Druck verspürt der Aufsteiger aber dennoch nicht.

Mickrige sechs Punkte, 6:25 Tore, Tabellenletzter der Fußball-Hessenliga – und trotzdem herrscht Ruhe beim FC Erlensee vor dem morgigen Heimspiel (17 Uhr, Sportzentrum Fliegerhorst) gegen den SV Steinbach. „Wir waren uns von Anfang an im Klaren, dass die Hessenliga für uns ein Abenteuer ist, dass der Abstand zur Verbandsliga aber so groß ist, überraschte dann doch“, zieht Tobias Gebhardt nach acht Spielen ein erstes Fazit.

Erlensee – Von Panik könne überhaupt keine Rede sein, betont der FCE-Vorsitzende. „Wir haben ein Stück weit Lehrgeld bezahlt, was aber nicht überrascht, wenn man bedenkt, dass die Hälfte der Mannschaft den Höhenflug vor vier Jahren in der Kreisoberliga startete.“

Für Gebhardt ist die Hessenliga ein Sammelbecken ehemaliger Dritt- und Regionalligaspieler, die es nicht in den Profibereich geschafft haben. „Da macht es allein schon Spaß, denen zuzuschauen.“ Dass der Ligaverbleib schon früh am seidenen Faden hängt, musste einkalkuliert werden. „Trotzdem bauen wir keinen Druck auf und werden auch in der Winterpause keine unüberlegten Dinge tun“, bleibt der 43-Jährige der Philosophie des Vereins treu. Und die lautet weiterhin, in erster Linie auf die Talente aus dem eigenen Nachwuchs zu bauen. Auch wenn sich die Hessenliga als eine Nummer zu groß erweisen sollte, wären die Erfahrungen, die die Spieler aber auch der Verein gesammelt haben, „nicht so verkehrt.“

Personell tappt der Coach des FC Erlensee noch im Dunkeln

Von Untergangsstimmung kann aber beim Aufsteiger überhaupt keine Rede sein. „Wir müssen ganz einfach punkten, egal gegen wen“, fordert Tobias Heilmann gegen Steinbach einen Dreier. Der 0:3-Niederlage zuletzt in Flieden gewann der FCE-Trainer durchaus auch positive Aspekte ab. „Aus dem Spiel heraus haben wir keine Tore kassiert und vorne etliche gute Chancen erarbeitet.“ Die aber ungenutzt blieben. Personell tappte Heilmann am Donnerstag noch im Dunkeln. Von 31 Kaderspieler konnten nur 17 das komplette Programm absolvieren. Fragezeichen stehen hinter den angeschlagenen Pascal Hamann und Elias Becker. Ein Ausfall der beiden Stammspieler wäre kaum zu kompensieren. Wieder das Training aufgenommen hat Alexander Schunck. Erst nach den Abschlusseinheiten am Donnerstag wollte Heilmann entscheiden, ob er seinen „Oldie“ nominiert.

Der SV Steinbach war ein Profiteur der wegen Corona abgebrochenen vergangenen Saison. Als Drittletzter schien der sofortige Abstieg des Neulings unabwendbar, nur der Beschluss des Hessischen Fußball-Verbands, in allen Klassen auf Absteiger zu verzichten, rettete den nordhessischen Verein im Jahr seines 100-jährigen Bestehens vor der Rückkehr in die Verbandsliga Nord. Überraschend gut läuft es bis dato. Platz neun mit 13 Punkten hatte niemand dem Team von Trainer Petr Paliatka zugetraut.

Wobei die gute Punktausbeute auch mit dem Aufschwung von Leon Wittke zusammenhängt. Der 23-jährige offensive Mittelfeldspieler hat bereits sechs Treffer erzielt, drei dabei zum Saisonstart beim 4:1-Sieg beim KSV Baunatal. Auf ihn müssen die Gastgeber besonders achten.

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