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Gegen Gewalt und Rassismus im Fußball: „Es wird nicht reichen, nur zu klatschen“

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Von: Julius Fastnacht

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Gelungener Kick-off: Fair Play Hessen bietet den Vereinen im Kreis vielfältige Möglichkeiten, sozial aktiv zu werden – und setzt Anreize in Form von EM-Tickets.
Gelungener Kick-off: Fair Play Hessen bietet den Vereinen im Kreis vielfältige Möglichkeiten, sozial aktiv zu werden – und setzt Anreize in Form von EM-Tickets. © Fastnacht

Die Plattform Fair Play Hessen unterstützt die Vereine im Kreis Offenbach bei Engagement gegen Rassismus, Gewalt und Diskriminierung. Mit dabei sind prominente Projekt-Paten.

Offenbach – Wenn der Abend im Europahaus in Dietzenbach eines klar gemacht hat, dann: Wer sich im Fußballkreis Offenbach gegen Gewalt, Rassismus oder Diskriminierung stark macht, bekommt Hilfe. Dafür stellt die Sozialstiftung des Hessischen Fußballs den Vereinen die Ideen, das Netzwerk und Projekt-Paten zur Seite – die Fair-Play-Hessen-Plattform.

Mittwoch war Spieltag im Offenbacher Amateurfußball. So saßen nur rund 20 Gäste zum Vereins-Kick-off zur Euro 2024 auf den Stühlen im Europahaus. Denen, die doch da waren – Vertreter von Gemaa Tempelsee, der SG Wiking, dem FC Dietzenbach – skizzierten Thorsten Schenk und Thomas Geiß den Plan von Fair Play Hessen für die nächsten beiden Jahre. „Die Europameisterschaft soll nachhaltig werden. Und deshalb fangen wir jetzt schon an“, sagte Geiß. Wichtig sei es, andere in die Lage zu versetzen, selbst einen Beitrag zu einem friedlichen und vielfältigen Turnier zu leisten. „Und da wollen wir den Vereinen ein Angebot machen.“

Offenbach: Fair-Play-Hessen-Netzwerk berät und bietet Schulungen

Wer Mitglied im Fair-Play-Hessen-Netzwerk wird, den berät die Plattform dabei, eigene Maßnahmen zu Gewaltprävention oder Konflikttraining durchzuführen. Dazu kommen Workshops und Schulungen, die sich auf die Themen Frauen und Mädchen im Fußball, Kinderschutz und Inklusion erstrecken – alles kostenlos. „Unser Wunsch ist, positive Nachrichten in die Presse zu bringen“, so Geiß.

„Straßenfußball für Toleranz“ etwa ist ein Konzept, das Fair Play Hessen fördert. Dabei stellt es den Vereinen für Turniere Streetsoccer Courts bereit, bringt eigene Teamer mit. Das Besondere: Nicht nur Siege zählen, faires Spiel und Kreativität werden ebenfalls bewertet.

Damit das Angebot noch besser genutzt wird, setzt Fair Play Hessen einen Anreiz: Die Vereine sammeln Punkte. Für jede eigene Maßnahme, die sie durchführen, für jede Fair-Play-Aktion, an der sie teilnehmen. „Wir verfügen über ein Ticket-Kontingent von 300 Karten für die Europameisterschaft“, sagte Schenk. Die Hälfte geht an die Punktbesten, die andere Hälfte wird unter allen Teilnehmern verlost. „Aber: Der eigentliche Gewinn bleibt natürlich der Austausch im Netzwerk.“

Offenbach: Fair Play-Paten mit Appell an die Kreis-Vereine

An diesem Abend sind auch Martina Knief, HR3-Moderatorin mit Wurzeln im Kreis, und Matthias Georg, Geschäftsführer Kickers Offenbach, im Europahaus. Sie fungieren als Projektpaten, unterstützen Fair Play Hessen. Für Georg ist klar: „Wenn hier jeder der Vereinsvertreter eine Geschichte mitnimmt, ist das super. Es wird aber nicht reichen, nur zu klatschen. Die Aktionen stehen und fallen mit den Menschen, die sie umsetzen wollen.“ Und auch Knief bringt es auf den Punkt: „Wichtig wird es, ein Fazit zu ziehen, wie sich die Vereine engagieren.“ Die Möglichkeiten sind da, jetzt müssen sie genutzt werden.

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