1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

FC Nidderau bleibt vorerst Vision: Heldenbergen und Windecken bilden aber Spielgemeinschaft

Erstellt:

Kommentare

Die sommerliche Idylle trügt: Bei den Eintracht-Sportfreunden Windecken hat der Vorsitzende aufgehört und in der Kreisliga A Hanau konnte man zuletzt keine Mannschaft stellen.
Die sommerliche Idylle trügt: Bei den Eintracht-Sportfreunden Windecken hat der Vorsitzende aufgehört und in der Kreisliga A Hanau konnte man zuletzt keine Mannschaft stellen. © Scheiber

Nicht nur die Option einer zentralen Sportanlage in Nidderau ist Geschichte, auch die beiden Seniorenmannschaften des SV Victoria Heldenbergen und der Eintracht Sportfreunde Windecken werden zukünftig keine eigenen Mannschaften mehr stellen.

Nidderau – Wie die jeweiligen Vorsitzenden Andreas Koffler und Frank Wehowsky erklärten, werde man zur neuen Saison als Spielgemeinschaft antreten, möglicherweise unter dem Namen „SG Heldenbergen/Windecken“. Zumindest in diesem Jahr nicht umsetzbar ist eine darüber hinaus gehende, ebenso im Raum stehende Fusion der Vereine zum „FC Nidderau“.

„Sportlich gesehen, müssen wir diesen Weg gehen“, begründete Windeckens Vorstand Wehowsky angesichts des eigenen Spielermangels die Entscheidung, künftig nicht mehr nur im Juniorenbereich gemeinsame Sache mit den Ortsteilnachbarn aus Heldenbergen zu machen.

Des Weiteren kennen sich Koffler, Wehowsky und deren Vorstandskollegen bereits von der gemeinsamen Organisation des Nidderauer Silvester- und des Stadtpokals, letzteren richteten die Windecker im vergangenen Sommer auf dem Gelände der Victoria aus. Beide Vorstände sehen in derartigen „vertrauensbildenden Maßnahmen“ ein positives Zeichen für das Gelingen der künftig auch auf dem Feld ausgetragenen Kooperation.

Knackpunkte der im Dezember 2021 aufgenommenen Gespräche sei die Klärung von sportlichen, aber auch organisatorischen Fragen - etwa wo die neue SG ihre Heimspiele austragen soll und wie das mit dem Umsatz der Vereinsgaststätten geregelt werden kann. Gemäß dem Fokus auf einen möglichen Ausbau der Heldenbergener Anlage, der am vergangenen Dienstag bei der Ausschusssitzung der Stadtverwaltung deutlich wurde, gehen Koffler und Wehowsky davon aus, dass die SG künftig grundsätzlich auch dort spielen werde. „Für Windecken sind die Umstellungen gravierender, weil wir unsere Sportstätte für etwas Neues aufgeben würden. Daher haben wir auch die Mitglieder befragt“, so Wehowsky. Diese seien damit einverstanden, was für den 47-Jährigen von großer Bedeutung ist: „Das Ziel ist nicht, dass wir als Sportfreunde Windecken in Heldenbergen spielen, sondern, dass wir als Spielgemeinschaft mit Heldenbergen spielen.“

Den etwas ungleichen Bedingungen des Projekts ist sich Victoria-Vorstand Koffler bewusst. „Für Heldenbergen ist die Konsequenz der sich abzeichnenden Veränderung kleiner als die für Windecken“, so der 52-Jährige, der aber darauf hinweist, dass im Falle des Ausbaus des Victoria-Areals gegebenenfalls in Windecken gespielt werden müsste.

Auch als Baustelle stellt sich die Zusammenstellung der beiden geplanten Teams und die Besetzung der Trainerposten heraus. Hier betätigen sich Wehowsky und Vorstandsmitglied Wolfgang Möller auf Windecker Seite, sowie Trainer Ernst Jung, Spielausschussvorsitzender Herbert Appel und 3. Vorsitzender René Neuberger für die Victoria mit der Kaderanalyse. Geplant ist, die Mannschaften in ein bis zwei Wochen eingeteilt zu haben. Kreisfußballwart Dirk Vereeken ist gemäß Koffler bereits in Kenntnis der aktuellen Entwicklungen.

„Wir werfen jetzt gerade die Mannschaften zusammen. In Heldenbergen gibt es gute Spieler, in Windecken gibt es gute Spieler, da müssen wir auch schauen: Wo steht Windecken zum Abschluss der Runde“, gewährt Koffler einen Einblick in die Abwägungen.

Klar ist: Die 1. Mannschaft wird den Victoria-Platz in der Kreisoberliga übernehmen. Ob die zukünftige Reserve selbst dann in der A-Liga starten würde, wenn die sich im Abstiegskampf befindenden Windecker die Klasse halten sollten, ist noch nicht entschieden, denkbar ist auch das Antreten in der B-Liga.

Denkbar, aber zumindest vorerst nicht in Angriff genommen wird eine vollständige Fusion der beiden Vereine. „Diese Frage stellt sich frühestens im nächsten Jahr“, meinte Koffler mit Verweis auf steuer- und rechtliche Implikationen. Zeit genug für die anderen Vereine aus Nidderau, sich zu überlegen, ob sie ein Problem mit dem kolportierten Namen „FC Nidderau“ hätten. Heldenbergens Vorstand kündigte für den Fall jedenfalls an, sich mit den Vertretern aus Ostheim, Erbstadt und Eichen abzusprechen.

Auch interessant

Kommentare