Serie: Junge Sportler und Corona

Fecht-Talent Meszaros: „Fast ein Jahr ohne Wettkampf tut verdammt weh“

Maximilian Meszaros vom Offenbacher Fechtclub.
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Maximilian Meszaros vom Offenbacher Fechtclub.

Offenbach – Seit seiner Rückkehr vom FC Tauberbischofsheim stand Degenfechter Maximilian Meszaros kein einziges Mal in einem Wettbewerb für den FC Offenbach auf der Planche. Das sorgt für Frust bei dem 22-Jährigen, der nach Abbruch seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften in Würzburg als Jugendtrainer und -betreuer auch sein freiwilliges soziales Jahr beim FCO absolviert. Meszaros würde gern Fechttrainer werden.

Maximilian, Sie sind zurück in Offenbach und der Sport liegt wegen Corona zum zweiten Mal brach. Das hätte nicht viel schlechter laufen können.

Es tut verdammt weh, fast ein Jahr lang keine Wettkämpfe bestritten zu haben. Es brennt mir unter den Fingernägeln, aber man kann es ja nicht ändern.

Wie oft standen Sie im Jahr 2020 überhaupt bei Wettbewerben auf der Planche für Tauberbischofsheim?

Ich war im Januar beim QB-Turnier in Berlin und anschließend beim großen internationalen Turnier in Heidenheim. Das war der erste Weltcup meiner Karriere bei den Aktiven.

Wie war es?

Ich habe damals die Vorrunde mit drei Siegen und drei Niederlagen abgeschlossen, in der nächsten Runde einen Rumänen besiegt und dann gegen einen Athleten aus Hongkong verloren. Das war also gar nicht so schlecht. Und dann kam bis heute wegen Corona leider nichts mehr hinterher für mich. Das war schon sehr bitter.

Was zeichnet Sie denn aus auf der Planche?

Ich bin ziemlich kreativ in meinen Aktionen und versuche immer einen Schritt weiter zu denken als der Gegner. Manchmal mache ich es mir dadurch aber auch selbst kompliziert. Das ist schon ein Punkt, an dem ich im Training ansetzen muss.

In welchem Rahmen war es 2020 denn überhaupt möglich, zu trainieren?

Zwischen den Lockdowns konnten wir in der Offenbacher Fechthalle richtig gut trainieren. Da waren die hessischen Topathleten da, eine gute Truppe auf hohem Niveau. Mit meinem Vereinskollegen Nikolaus Bodoczi kann ich sowieso super trainieren. Mit ihm zusammen macht das großen Spaß. Aber er durfte auch im Lockdown als Bundeskaderathlet zu weiteren Einheiten nach Tauberbischofsheim fahren. Das blieb mir verwehrt, da ich nicht zum Bundeskader zähle. Dass ich nach sechs Jahren in Tauberbischofsheim viele Freunde dort habe, zählt nicht in solchen Momenten. Mir blieb nur individuelles Training zuhause.

Wo liegt Ihr Fokus beim Einzeltraining?

Ich muss zugeben, dass ich im Lockdown nicht viel trainiert habe. Ein bisschen Fitness- und Lauftraining. Aber ohne konkretes Ziel geht die Motivation verloren.

Was wünschen Sie sich aus sportlicher Sicht für das Jahr 2021?

Ich träume von der Teilnahme an der U23-Europameisterschaft. Aber da stehen leider weder Termin noch Austragungsort fest, was ja nur verständlich ist. Bei den Junioren und Kadetten war ich stets nah dran, habe die EM-Qualifikation aber nie geschafft. Außerdem würde ich gern mit der Offenbacher Mannschaft bei Deutschen Meisterschaften positiv abschließen. Aber letztlich glaube ich nicht, dass vor Herbst überhaupt etwas passiert im Fechtsport. Das ist schon eine blöde und deprimierende Situation.

Das Gespräch führte Holger Appel

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