Monika Sozanska (FC Offenbach) mit Team auf Rang sechs

EM in Tiflis: Fechter verdrängen Querelen

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Je einmal Gold, Silber und Bronze: Mit drei Medaillen bei der Fecht-EM in Georgien konnte die deutsche Mannschaft vier Wochen vor der Heim-WM in Leipzig zufrieden sein. Vor der Europameisterschaft hatte der Fechter-Bund zwei Medaillen als Ziel vorgegeben.

Tiflis -  Nach schwierigen Wochen haben die deutschen Fechter bei der EM in Tiflis wieder positive Schlagzeilen geschrieben. Doch für einen Stimmungsumschwung reicht das (noch) nicht.

Endlich Medaillen, endlich sportliche Schlagzeilen: Angeführt von Europameister Max Hartung haben die deutschen Fechter die Querelen der letzten Monate verdrängt und dürfen sich Hoffnungen auf eine erfolgreiche Heim-WM in Leipzig machen. Der 27-Jährige sorgte bei der EM in Tiflis mit seinem Säbel-Titel für den größten deutschen Erfolg. Mit seinen drei Medaillen konnte der Deutsche Fechter-Bund vier Wochen vor dem Saisonhöhepunkt zufrieden sein. „Wir wissen, dass die WM eine andere Hausnummer ist und wir zu Hause deutlich mehr im Fokus stehen“, sagte Sportdirektor Sven Ressel.

Hartung untermauerte seine Stellung als Deutschlands sicherste Medaillenbank. Nach zweimal Bronze bei der WM 2015 erreichte er nun mit dem EM-Titel seinen größten Einzelerfolg. Neben Hartung überzeugten vor allem Degenfechterin Alexandra Ndolo mit Silber und die deutschen Florett-Damen mit Bronze. Das Ziel von zwei Medaillen wurde damit erreicht. 2016 in Polen hatte es ebenfalls dreimal Edelmetall gegeben.

Nicht viel hat gefehlt – und es hätte noch mehr Podestplätze gegeben. Die 17-jährige Leonie Ebert (Tauberbischofsheim) überraschte mit dem Viertelfinaleinzug und war damit beste deutsche Florettfechterin. Der neuformierten Degenmannschaft der Herren um den bei seiner EM-Premiere überzeugend auftretenden Offenbacher Richard Schmidt fehlte nur ein einziger Treffer zu Bronze. Zuvor hatte das Team Olympiasieger und Titelverteidiger Frankreich bezwungen.

Nach einem enttäuschenden 41. Rang im Einzel überzeugte Schmidts Offenbacher Teamkollegin Monika Sozanska mit der Mannschaft. Die Degen-Damen belegten einen guten sechsten Rang. „Unser Minimalziel, die Top acht, haben wir erreicht“, resümierte Sozanska. „Im Großen und Ganzen war das eine akzeptable Leistung und für uns ein weiterer Schritt in Richtung WM. Wir wachsen als Team zusammen und werden stabiler.“

Offenbacher Fechter bei der DM In Leipzig:

Bilder: Offenbacher Fechter feiern Erfolge bei deutscher Meisterschaft

Nach den zuletzt negativen Schlagzeilen rund ums Olympia-Debakel von Rio, die Belästigungsvorwürfe am Stützpunkt Tauberbischofsheim und die Kündigung von Florett-Bundestrainer Andrea Magro sieht es für die deutschen Fechter wieder besser aus. Ressel sieht der Heim-WM in Leipzig daher optimistisch entgegen: „Die anderen Nationen sehen, dass sich bei uns etwas bewegt. Es ist eine neue Motivationslage entstanden.“ (sid/dani/cd)

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