Tätlichkeit überschattet Spiel in Langen

Bei Filmore Beck brennen die Sicherungen durch

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Mit außergewöhnlicher Brutalität hat Filmore Beck (links, hier im Spiel gegen Hanau) einen Gegenspieler niedergeschlagen und ihn schwer verletzt.

Langen/Hanau - Dank eines glänzend aufgelegten Cory Cooperwood ist den Drittliga-Basketballern aus Hanau der erste Auswärtssieg der Saison geglückt. In Langen sorgte eine Disziplinlosigkeit von Filmore Beck für fassungslose Gesichter.

TV Langen - BG Karlsruhe 82:86 (39:48). Die knappe Niederlage des TV Langen nach einer überzeugenden Leistung geriet an diesem Abend zur Nebensache. Überschattet wurde die Partie von einer Tätlichkeit in der achten Minute, die Spieler, Zuschauer und Verantwortliche auch noch lange nach der Schlusssirene beschäftigte. Im Mittelpunkt: Filmore Beck und der Karlsruher Paul Brotherson. Als Beck von seinem Gegenspieler bei einem Schnellangriff unsanft gestoppt wurde, streckte er diesen ohne Vorwarnung mit einem Faustschlag ins Gesicht nieder. Brotherson lag zunächst zehn Minuten wie apathisch auf dem Boden, ehe ihn der herbeigerufene Notarzt in die Klinik brachte. Die Diagnose: Jochbein- und Kieferbruch. „So etwas habe ich in 35 Jahren Basketball noch nicht erlebt. Wir sind geschockt über dieses unfassbare und unentschuldbare Verhalten“, sagte Manager Jürgen Barth.

Nach 15-minütiger Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt. Trotz des Vorfalls und der erhitzten Gemüter blieb es bis zur Schlusssirene fair und spannend. Die Langener, bei denen vor allem Nick Freer (23 Punkte) und Tom Alte (12) eine starke Vorstellung zeigten, kämpften sich nach frühem Rückstand immer wieder heran, verpassten in der Schlussminute aber mehrmals den möglichen Ausgleich und mussten sich knapp geschlagen geben. „Das Ergebnis ist an einem solchen Abend natürlich nebensächlich. Wir können uns nur bei Paul Brotherson und den Karlsruhern entschuldigen“, betonte Barth und kündigte persönliche Konsequenzen für Beck an. Die Zeichen stehen auf Trennung. Neben der Bestrafung durch den Verband droht dem 23-Jährigen auch ein juristisches Nachspiel.

TVL: Freer (23), Schneider (15), Woody (12), Alte (12), Nicolay (10), Hoffmann (3), Beck (3), Overdick (2), Schicktanz (2), Quarshie

Fraport Skyliners Juniors - Hanau White Wings 56:74 (21:35). „Die Mannschaft hat nun so gespielt, wie man es von Anfang hätte erwarten dürfen“, freute sich Hanaus Manager Jens Gottwald. Bei der zuvor in vier Spielen unbesiegten Reserve der Fraport Skyliners zeigten die Gäste über weite Strecken eine überzeugende Vorstellung. Den Grundstein für den ungefährdeten Start-Ziel-Sieg und damit den erst zweiten Saisonerfolg legten die Hanauer bereits im ersten Durchgang. Ohne den verletzten Center Tobias Jahn, dafür mit einem treffsicheren und entschlossenen Cory Cooperwood (18 Punkte/ neun Rebounds) hieß es 17:8 nach dem ersten Viertel.

Neben dem amerikanischen Zugang nutzte auch Joleik Schaffrath die Freiräume unter den Körben gegen die ohne ihren Center Johannes Richter angetretenen Juniors. Mit intensiver Verteidigung und schnellem Umschaltspiel bauten die Gäste den Vorsprung über 35:21 auf 60:33 (30.) aus. So erlebte Trainer Steven Clauss bei der Rückkehr an die frühere Wirkungsstätte einen geruhsamen Nachmittag. „Es hat sich gezeigt, dass unsere Strategie im Hinblick auf die Veränderungen aufgegangen ist. Wir sind auf einem guten Weg und müssen intensiv weiter arbeiten“, sagte Gottwald.

Hanau: Cooperwood (18), Schaffrath (17), McFarland (14), Köhnert (7), Donkor (5), von Fintel (5), Mesghna (5), Eichler (3), Hopkins

TV Langen siegt gegen Hanau White Wings

TV Langen siegt gegen Hanau White Wings

(jp)

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