Darmstadt gewinnt Gersprenz Bowl

Football der harmonischen Art

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Auf und davon. Münsters Robin Aulbach (rechts) setzt gegen Idar-Oberstein zum Solo an.

Münster - Da kann man im Grunde schon mal aus der Haut fahren: Nur wegen des gegnerischen Zusatzpunkts nach einem Touchdown in der Endzone verloren die Münster Fireflags ihr zweites Vorrundenspiel beim Heimspiel im Gersprenzstadion. Von Jens Dörr 

Das 6:7 gegen die Idar-Oberstein Fire machte die Hoffnung der Gastgeber auf ein Weiterkommen beim „1. Gersprenz Bowl“ im Flag Football früh zunichte. Sportlich führte an den Darmstadt Fun Diamonds kein Weg vorbei; im Vordergrund standen indes auch andere Aspekte.

„Alles war sehr harmonisch, wie es bei den Flag-Football-Turnieren meist zugeht“, benannte Rainer Blümler, als Mittvierziger erfahrenste Spieler der Münster Fire Flags und zugleich der Organisator der „Gersprenz Bowl“-Premiere, ein wesentliches Merkmal der Szene. Ehrgeiz ja, überzogenes Maß nein - das war der Eindruck, den man im schmucken Stadion rasch gewann. Die Fairness opfert in der Gier nach Yards-Gewinn und Punkten beim Flag Football keiner - und die Schiedsrichter, selbst Mitglieder der insgesamt acht Mannschaften, haben einen vergleichsweise angenehmen Job.

Flag Football steht noch in den Kinderschuhen

Dennoch: Flag Football steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen, bietet Einsteigern gute Chancen, auf absehbare Zeit in die Bundesspitze vorzudringen. So nahm etwa Blümler trotz höheren Alters vor wenigen Wochen an einem Sichtungslehrgang der Nationalmannschaft in Kelkheim teil; die Nominierung blieb zwar aus, die Bewerbungsmöglichkeit für grundsätzlich jeden Spieler unterstrich aber die flachen Hierarchien.

Münster, bei dem insbesondere Trainersohn Robin Aulbach mit beherzten Antritten und geschicktem Ausweichen auffiel, blieb der achte und letzte Platz, wobei sich sportlich vier weitere Teams in Reichweite befanden. So wäre gegen die Mainz Golden Eagles mehr drin gewesen. „Nachdem wir die ersten Spiele leider etwas verschlafen und uns einige Fehler in der Offensive den Sieg gekostet haben, haben wir in den Platzierungsspielen den Spaß und Lerneffekt in den Vordergrund gestellt und unseren Nachwuchs-Quarterbacks Spielpraxis gegeben“, fasste Center Blümler zusammen.

Im Ausblick schwangen sowohl Zufriedenheit mit der Premiere des „Gersprenz Bowl“ als auch Angriffslust für das nächsten Jahr mit, wenn das Turnier erneut stattfinden soll: „Dann wollen wir nicht nur ein gutes Flag-Football-Turnier im Rhein-Main-Gebiet ausrichten, sondern auch erfolgreich um den Titel kämpfen.“

Platzierungen:

1. Darmstadt Fun Diamonds

2. Mainz Legionaries

3. Frankfurt Purple Flags

4. Idar Oberstein Fire

5. Werratal Salt Kings

6. Düsseldorf Bullies

7. Mainz Golden Eagles

8. Münster Fireflags

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