Arne Gabius will unter 2:10 Stunden bleiben

Frankfurt-Marathon: Motivation holen für Tokio 2020

+
Arne Gabius geht zum vierten Mal bei seinem Lieblingsmarathon an den Start und will wieder jubelnd über die Ziellinie laufen.

Frankfurt -  Rekordler Arne Gabius hat viel vor. Beim Marathon in Frankfurt möchte er sich die Motivation für die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio holen - wo er überraschen will. Bei den Frauen ist die Lokalmatadorin Katharina Heinig besonders motiviert.

Der Marathon in Frankfurt ist für Arne Gabius eine Durchlaufstation zu den Olympischen Spielen 2020, die aber längst noch nicht die Endstation seiner Karriere sein sollen. In Tokio schließt er sogar eine Überraschung nicht aus. „Es ist alles offen, das ist der Reiz von Olympia“, sagte der 37 Jahre alte gebürtige Hamburger vor seinem Start in der Mainmetropole am Sonntag (10.00 Uhr).

Gabius hatte wegen einer Erkrankung die Olympia-Teilnahme 2016 in Rio verpasst und war 2012 in London im Vorlauf über 5000 Meter ausgeschieden. „Ich habe deshalb mit Olympia noch eine Rechnung offen“, sagte der Lauf-Routinier und kündigte an, „noch zwei bis vier Jahre“ weiter rennen zu wollen.

In diesem Jahr lief es für Gabius nicht besonders gut. Wegen Problemen mit dem Halswirbel musste er beim Boston-Marathon aufgeben, zudem verpasste er die Qualifikation über 10 000 Meter für die Heim-EM im August. Bei seinem Lieblingsmarathon in Frankfurt, bei dem er 2015 den deutschen Rekord auf 2:08:33 Stunden verbesserte, will er sich Motivation für sein Tokio-Projekt holen, das mit der Ausscheidung 2019 beginnt. „Wenn man so viel investiert, braucht man so eine Motivation“, so Gabius.

Auch bei seiner vierten Teilnahme in Frankfurt möchte er unter 2:10 Stunden bleiben. Ob er seine Bestmarke angreifen wird, ließ er offen. „Ich will defensiv anlaufen. Es wird sich zwischen den Kilometern 25 bis 30 entscheiden, ob man noch Bäume ausreißen kann“, erklärte der Athlet vom Verein Therapie Reha Bottwartal. Sein Ziel ist es, auf jeden Fall in die Top Ten zu kommen und unter 2:10 Stunden zu bleiben - so schnell war in den vergangenen 25 Jahren kein anderer deutscher Marathonläufer.

Gabius will nicht nur noch lange weiterlaufen, sondern auch noch viel schneller werden. „Ich denke nach wie vor, dass ich 2:06 Stunden laufen kann“, verkündete er. „Innerhalb von zwei, drei Jahren sollte das möglich sein.“

Frankfurt-Marathon 2017 in Bildern

Um Verletzungen vorzubeugen, hat Gabius Yoga in sein Programm aufgenommen. „Das sind neue Impulse. Wer nicht besser werden will, wird auch nicht gut sein.“

Bei den Frauen will die Lokalmatadorin Katharina Heinig nach ihrem nicht geglückten Auftritt bei der EM, wo sie in 2:35:00 Stunden nur Platz 16 belegte, ein Ausrufezeichen setzen. „Vor der EM war ich mir sicher, 2:27 Stunden laufen zu können. Vielleicht geht das ja am Sonntag“, sagte die 29-Jährige. Die Vorbereitungszeit nach der EM war wegen ihrer Hochzeit auf sechs Wochen reduziert. „Es ging erstaunlich gut. Ich kann wieder Leistungen wie vor der EM abrufen“, so Heinig. „Das stimmt mich froh.“

Auch für sie heißt das große Ziel Olympia. Um es nicht zu gefährden, unterzieht sie sich nach dem Marathon einer Operation am rechten Fuß. „Es wird etwas vom Knochen und der Schleimbeutel entfernt“, erklärte Heinig, die danach sieben Monate pausieren muss. Nicht nur aus diesem Grund verzichtet sie auf die WM Ende September 2019 im Wüstenstaat Katar, wo der Marathon wegen der Hitze um Mitternacht gestartet wird: „Das ist gegen die Athleten.“ (dpa)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare