Ex-Manager will an Vertrag über 500.000 Euro beteiligt werden

Football-Erstligist Frankfurt Universe: Prozess um viel Geld 

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Harte Zweikämpfe gibt es bei Universe nicht nur auf dem Spielfeld, wie hier zwischen dem Frankfurter Joshua Poznanski (links) und dem Braunschweiger Christian Bollmann. Auch vor Gericht wird hart gekämpft. 

Frankfurt - Sportlich war die Saison 2017 die erfolgreichste in der Geschichte von Frankfurt Universe. Doch gegen die GmbH, die sich um den Spielbetrieb des Football-Erstligisten kümmert, sind zwei Klagen anhängig. Es geht um viel Geld. Von Christian Düncher 

Bei Frankfurt Universe dominiert traditionell die Farbe Lila, doch über den „Men in Purple“ sind schwarze Wolken aufgezogen. Hartnäckig halten sich Gerüchte um Finanzprobleme beim Football-Erstligisten. Genauer gesagt: bei der Frankfurt Universe Betriebs GmbH (FUB). „Kurz vor dem Crash“ titelte die „FAZ“. Michael Schwarzer, Geschäftsführer der FUB, versprach hingegen: „Der Ball wird nächstes Jahr auf jeden Fall wieder fliegen.“

Mehr ist von Schwarzer jedoch nicht zu erfahren. Auf unsere Anfrage reagierte er nicht. Gegenüber anderen Medien verwies er darauf, dass er sich aus vertraglichen Gründen nicht äußern dürfe. Demnächst wird er sich aber äußern müssen – vor dem Landgericht Frankfurt. Dort wird darüber verhandelt, ob Matthias Mämpel, von 2014 bis 2015 General Manager, ein nicht unerheblicher Anteil der Summe aus dem Hauptsponsorenvertrag mit Elektronikhersteller Samsung zusteht.

Der Stammverein AFC Frankfurt Universe hatte die Herren-Mannschaft 2014 in eine GmbH ausgegliedert, die von Mämpel geführt wurde und den Namen Galaxy trug. Als es 2015 Probleme mit der Lizenz für die kommende Saison gab, trennte man sich vom umstrittenen Unternehmer. Im Auflösungsvertrag hat sich Mämpel angeblich eine Beteiligung am Samsung-Deal sichern lassen. Die ihm zustehende Summe aus dem alten, ursprünglich bis 2018 laufenden Vertrag sei ihm noch nicht ausgezahlt worden – und an dem bis 2021 verlängerten Kontrakt wolle er auch partizipieren, heißt es. Und zwar mit bis zu 50 Prozent. Für die FUB hätte das gewaltige Auswirkungen. Die 500.000 Euro, die Samsung jährlich zahlt, machen nämlich mehr als die Hälfte des Gesamtetats in Höhe von rund 900.000 Euro aus.

Doch nicht nur Mämpel fordert Geld von der FUB. Auch dem FSV Frankfurt, der das Stadion betreibt, in dem Universe seine Heimspiele absolviert, schuldet die Frankfurt Universe Betriebs GmbH angeblich Geld. Von der Miete für die abgelaufene Spielzeit (rund 200.000 Euro) seien rund drei Viertel noch offen. Und der finanziell klamme Fußball-Regionalligist benötigt die Summe dringend, um seinen Etat zu decken. Im Universe-Umfeld ist die Rede davon, das man mit dem FSV andere Zahlungsziele vereinbart habe, aber bereit sei, im Dezember, nach dem Beginn des Dauerkartenvorverkaufs für die neue Saison, eine Art Vorschuss zu zahlen.

Das ist aber nur eines von vielen Problemen für Universe. So steht 2018 ein weiterer Prozess an, weil ein ehemaliger Sponsor eine fünfstellige Summe fordert. Einige Mitarbeiter warten ebenfalls noch auf Geld. Das überrascht vor dem Hintergrund, dass Universe in sportlicher Hinsicht auf die erfolgreichste Saison der Vereinshistorie zurückblickt. Erstmals schaffte man es bis ins Halbfinale der Play-offs. Der Zuschauerschnitt (4133) war doppelt so hoch wie im Etat kalkuliert.

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Wie konnten sich unter diesen Voraussetzungen derartige Verbindlichkeiten anhäufen? Beim Stammverein AFC Frankfurt Universe, dem die FUB zu 100 Prozent gehört, gibt man sich bedeckt. Präsident Klaus Rehm sagte nur, dass er nichts sagen kann: „Wir sind zwar Besitzer der FUB, diese hat aber einen haftenden Geschäftsführer.“ Dabei wirkt Rehm relativ gelassen. Eine Pleite der FUB wäre zwar nicht gut fürs Ansehen der „Men in Purple“, würde den AFC, der Inhaber der Lizenz für die 1. Liga ist, aber nicht in dessen Existenz bedrohen.

Dass der Ball nächstes Jahr auf wieder fliegen wird, ist also keineswegs unrealistisch. Die Planungen für die nächste Saison sind jedenfalls schon in vollem Gang. In Trainer Brian Caler und Quarterback Steve Cluley wurden bereits zwei Schlüsselfiguren verpflichtet.

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