OBERLIGA

Frust über Derby-Verlust: SG Bruchköbel und HSG Hanau II hadern mit Staffeleinteilung

„Für uns ist das richtig bitter“. SG Bruchköbels Sergej Zutic findet zur Staffel-Einteilung klare Worte – und bekommt Zuspruch von Hanaus Jan Kukla.
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„Für uns ist das richtig bitter“. SG Bruchköbels Sergej Zutic findet zur Staffel-Einteilung klare Worte – und bekommt Zuspruch von Hanaus Jan Kukla.

Viermal hat SG Bruchköbels Sergej Zutic beim Vorstand nachgefragt, so richtig verdaut hat der Rückraumspieler die Information immer noch nicht. Auch Jan Kukla, Co-Trainer des Handball-Oberligisten HSG Hanau II, kann nach ein paar Tagen Abstand nur mit dem Kopf schütteln. Die Hoffnungen ruhen nun auf ein Aufeinandertreffen in Auf- oder Abstiegsrunde.

Hanau/Bruchköbel – Grund für die anhaltende Fassungslosigkeit und seltene Einigkeit der beiden Lokalrivalen ist die Staffeleinteilung für die neue Oberliga-Saison. Dass die Nachbarvereine SG Bruchköbel und HSG Hanau II nach der Teilung der Spielklasse in unterschiedlichen Staffeln antreten, ist bei etwa fünf Kilometern Entfernung der beiden Städte nur schwer nachzuvollziehen. Und dass, obwohl der Hessische Handball-Verband (HHV) mitgeteilt hat, die Liga nach „regionalen Gesichtspunkten“ in zwei Staffeln aufzuteilen.

An der Entscheidung zu knabbern haben besonders die Bruchköbeler, die in der Nord-Gruppe fast ausschließlich lange Fahrten und keine Derbys vor der Brust haben. „Ich kann die Erklärung des Hessischen Handball-Verbands durchaus auch verstehen, dass wir der nördlichste Süd-Klub sind und deshalb in die Nord-Staffel mussten. Aber für uns ist das richtig bitter“, versucht der SGB-Rückraumspieler Sergej Zutic, der bei der HSG Hanau das Handballspielen gelernt hat, sein Gefühlschaos in Worte zu fassen. „Die Süd-Staffel wäre für uns mega gewesen. Da kennt man viele Spieler und Vereine und bleibt auch nach dem Spiel gerne zum Quatschen ein bisschen länger da. Das macht einfach mehr Spaß. Statt jetzt etwa 30 Minuten zu den Auswärtsspielen zu fahren, sitzen wir fast immer eine bis eineinhalb Stunden im Auto. Das kann auch Auswirkungen haben“, ist der 26-jährige Maintaler unglücklich über die Einteilung.

Bruchköbeler Mannschaft nimmt Beschluss mit wenigen Diskussionen hin

Innerhalb der SGB-WhatsApp-Gruppe hat es laut Sergej Zutic „nicht viele Diskussionen“ gegeben. „Wir müssen das hinnehmen und haben es akzeptiert, weil wir es sowieso nicht ändern können“, will sich die Mannschaft um den Linkshänder mit einer Tatsache, die sie nicht beeinflussen oder ändern kann, gar nicht lange auseinandersetzen. Nach Zutics Meinung könnte die Nord-Gruppe etwas stärker sein – zumindest mit dem Mannschaftsstand von vor Corona. Ausschlaggebend dafür sind die traditionell starken Teams aus dem Kreis Gießen mit der HSG Kleenheim, HSG Wettenberg, HSG Pohlheim und natürlich dem nordhessischen Bundesliga-Unterbau der MT Melsungen II. Der Linkshänder verweist aber darauf, dass eine Einschätzung aufgrund der langen Corona-Pause schwierig ist. Und Aufsteiger HSG Hanau II könnte das Gefüge Richtung Süd-Gruppe verschieben: „Das kann sich durch Hanau auch ändern – es ist schwierig zu sagen.“

Jan Kukla, Co-Trainer des Aufsteigers HSG Hanau II, hat sich auf das Derby mit der SGB gefreut.

Jan Kukla stimmt dem Bruchköbeler zu und schätzt die Nord-Gruppe ebenfalls einen Tick stärker ein. „Es gibt in beiden Gruppen Hochkaräter, Dotzheim und Bürgel im Süden, Pohlheim und Melsungen im Norden. Dahinter sind die Mannschaften aus der Nord-Gruppe mehr auf Augenhöhe – zumindest ist das mein Gefühl“, sagt der 32-jährige Hanauer, der von der Spieler- auf die Co-Trainer-Position gewechselt ist.

Dass der Lokalrivale aus Bruchköbel nicht in der gleichen Gruppe wie die HSG Hanau II antritt, hat die Grimmstädter auch schwer getroffen: „Es ist einfach schade für die Umgebung, die Vereine, die Zuschauer und auch die Sponsoren. Wir haben uns seit dem Aufstieg auf das Derby mit Bruchköbel gefreut und uns darauf etwas fixiert.“ Bei allem Frust um das verlorene Prestigeduell ist Jan Kukla dennoch zufrieden, in der Süd-Gruppe spielen zu dürfen: „Ich bin froh, dass wir in der Süd-Gruppe sind und dort ein paar Derbys haben. Ich wäre sehr unglücklich mit der Nord-Gruppe gewesen.“

Die Aussagen des langjährigen HSG-Spielers zeigen, wie heiß geliebt die Nachbarschaftsduelle der beiden Klubs sind. Die Hoffnungen ruhen nun darauf, dass sich beide Teams in der Auf- oder Abstiegsrunde treffen. Und auch in diesem Punkt sind sich Sergej Zutic und Jan Kukla einig: „Am liebsten in der Aufstiegsrunde.“ (Von Julia Meiss)

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