1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

FSV Neuberg trennt sich von Trainer Weintritt

Erstellt:

Kommentare

Das Ende kam überraschend: Christof Weintritt, der als Spielertrainer und Trainer für den FSV Neuberg aktiv war, ist entlassen worden. Das
Das Ende kam überraschend: Christof Weintritt, der als Spielertrainer und Trainer für den FSV Neuberg aktiv war, ist entlassen worden. Das © Scheiber

Zeitgleich mit dem Rücktritt von Sahin Arslanergül beim 1. FC Hochstadt gehen auch der FSV Neuberg und Christof Weintritt fortan getrennte Wege. Der Fußball-Kreisoberligist stellte den erst zur laufenden Saison berufenen Weintritt am Dienstagabend frei, erklärte deren Sportlicher Leiter Sven Kupillas am Mittwoch.

Neuberg – Das breit aufgestellte Vorstands-Gremium der Neuberger, dem unter anderen Alexander Schmid und Peter Hackel angehören, ist bei seiner monatlichen Sitzung am Montagabend zum Schluss gekommen, sich von Christof Weintritt zu trennen und teilte ihm dies am Dienstagabend mit. Der 39-Jährige akzeptierte die Entscheidung, nachvollziehen kann er sie jedoch nicht.

„Wir haben lange drüber diskutiert, ob wir das machen sollen,“ betonte Peter Hackel. Der FSV steht auf dem elften Tabellenplatz, ist zwar seit sechs Spielen ungeschlagen, gleichermaßen ließen die Neuberger aber auch des Öfteren späte Ausgleichs-Gegentore zu. So auch am vergangenen Sonntag in Hüttengesäß. Das 3:3 gegen die Sportvereinigung sei allerdings nicht ausschlaggebend gewesen, so Hackel. Das Vorstandsmitglied führte mehrere Beweggründe für die Trennung an, insbesondere die fehlende Entwicklung der Mannschaft: „Das Spielerische ist nicht besser geworden,“ erklärte Hackel und ergänzte: „Dann muss ich aus Vereinssicht und aus Sicht der Sportlichen Leitung sehen: Das funktioniert nicht.“

Kupillas, der am Montag ebenso an der Vorstandssitzung teilgenommen hatte, erklärte, dass die Entscheidung für ihn „unerwartet“ gefallen sei, dennoch gelte im Fußballgeschäft: „Der Trainer ist der, der den Kopf hinhält.“ Seiner Auffassung nach konnte Weintritt, der erst im Sommer Toni Dugandzic als FSV-Trainer beerbte, die Rolle als Vermittler auch gegenüber der Mannschaft nicht mehr ausreichend ausfüllen.

„Ich empfinde diese Entlassung als sehr traurig und als eine sehr große Beleidigung,“ äußerte Christof Weintritt gestern seinen Unmut. Ohne Vorwarnung sei er freigestellt worden, beklagt der 39-Jährige und fragt sich: „Wenn es so wäre, dass es um den Abstieg ginge und große Unruhe herrschen würde, okay -aber aus heiterem Himmel?“

Dritter Trainerwechsel in der KOL Hanau

Der Rauswurf von Christof Weintritt ist der dritte Trainerwechsel in der laufenden Saison der Kreisoberliga Hanau - und zum dritten Mal sind keine sportlichen Gründe ausschlaggebend.

Nach dem dritten Spieltag entließ der FSV Bischofsheim Giovanni Palermo und holte Kenan Kocak von der SG Bruchköbel II.

Nach dem 14. Spieltag trat Sahin Arslanergül beim FC Hochstadt zurück und der FSV Neuberg trennte sich von Weintritt.

Weintritt kritisierte insbesondere, dass der Verein sich mit einer „Gruppe von Spielern“ gemein gemacht habe, „die gegen mich geschossen haben - hinter meinem Rücken“. Hackel dementierte das Bestehen einer solchen „Gruppenbildung in der Mannschaft“.

Er wisse, „dass das ein Stich ins Herz für ihn war am Dienstag“, und danke Christof Weintritt angesichts dessen jahrelangem Einsatz für den FSV Neuberg.

Trotz der Enttäuschung stellte Weintritt klar: „Ich bin auch keinem böse. Der Verein ist mir sehr ans Herz gewachsen.“ Er möchte sich vorerst zurückziehen, dennoch sagte er: „Ich bleibe beim FSV, wenn da noch was benötigt wird, als Spieler der zweiten Mannschaft oder der Alten Herren zum Beispiel.“

Am Sonntag kommt der 1. FC Erlensee II nach Neuberg, dann wird Kupillas interimsweise an der Seitenlinie stehen.

Hackel betonte, keine unausgereifte Lösung präsentieren zu wollen, daher habe man Kupillas zugesagt, bis Ende der Saison als Interimstrainer fungieren zu können. „Wenn sich in drei Wochen oder in der Winterpause eine Lösung ergibt - okay. Aber wir wollen das alles in Ruhe klären“, so Hackel.

Von Lennart Nickel

Auch interessant

Kommentare