RUGBY Heusenstamm 31:31 gegen Pforzheim

Führungs-Fluch der „Füchse“ hält an

Abstiegskampf in Heusenstamm: Lucas Schmitt (unten) wird von seinem Pforzheimer Gegenspieler zu Fall gebracht. Er schied später mit Nasenbeinbruch aus. Foto: kessler

Heusenstamm – Die Rollenverteilung im Trainerteam des Rugby-Erstligisten RK Heusenstamm erinnert etwas ans bekannte Filmklischee „Guter Bulle, böser Bulle“. Markus Walger, zugleich Vereinspräsident, ist der Gute, der die Spieler lobt. VON CHRISTIAN DÜNCHER

So sprach er nach dem 31:31 (22:19) davon, dass die Mannschaft „gegen starke Pforzheimer“ zwei Punkte im Abstiegskampf errungen habe. Cheftrainer Mikey Ferraris, quasi der Böse, äußerte sich hingegen deutlich kritischer. „Es ist immer noch Mist, dass wir Führungen wegwerfen“, ärgerte sich der Südafrikaner.

Bereits in den vorangegangenen Kellerduellen mit dem Heidelberger RK (17:48 nach 17:4) und dem RC Luxemburg (31:36 nach 26:10) hatte der RKH ein Vorsprung verspielt. Gegen die SG Pforzheim, die man mit einem Sieg überholt hätte, führten die Gastgeber 22:0 (37.), mussten sich aber mit einem Remis begnügen, wobei beide Teams die Chance zum Sieg hatten. So traf der RKH kurz vor Schluss bei einem Straftritt nur das Aluminium. In einer anderen Szene fehlten nur Zentimeter zum vierten Versuch, der einen Offensiv-Bonuspunkt bedeutet hätte. Den holten sich stattdessen die Gäste – trotz dreier Zehn-Minuten-Strafen.

Die ohnehin arg vom Verletzungspech geplagten Heusenstammer mussten derweil zwei weitere Ausfälle hinnehmen. Lucas Schmitt (Nasenbeinbruch) sowie Jan Iding (Bänderriss im Fuß) werden in den letzten zwei Spielen des Jahres ebenfalls fehlen. „Das macht es für uns nicht einfacher“, gab Ferraris zu.

Der Südafrikaner sah aber auch ein paar positive Aspekte. Sasha Zdanevich, der kurzfristig geholt worden war, um die Personalsorgen in der ersten Sturmreihe zu beheben, überzeugte. „Er war großartig, hat im Gedränge wie ein Champion agiert“, so Ferraris. Auch die eingewechselten Joshua Beaufort („Er hat in paar Mal Mut gezeigt“) und Niko Reichert („Er sollte die Jungs in der Gasse liften, das hat er getan“) erhielten ein Lob. Ärgerlich: Weil Luxemburg einen Offensiv-Bonuspunkt holte, bleibt der RKH aufgrund des verlorenen direkten Duells Letzter.

RKH: Zdanevich, Joswig, Howells, Fubel, Garanovic, Iding, Pfeifer (5), N. Rainger, Schuster (16), Schmitt (5), P. Weber (5), L. Hees, Utikal, Z. Hees (Reichert, Fernandez, Lehmann, Brauer, Zeiger, Hechler, Beaufort, Höhmann)

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