Fünf Coronafälle

White Wings beenden Quarantäne - Weitere Planung offen

Saisonstart verschoben: Die White Wings um Justus Peuser befinden sich in Quarantäne und können erst im November in den Spielbetrieb starten.
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Die White Wings um Justus Peuser haben die Quarantäne beendet

Die Basketballer der White Wings dürfen nach abgelaufener Quarantäne ihre Wohnungen verlassen. Und gleich am Nachmittag ist die erste Trainingseinheit der Hanauer geplant, die aber immer noch nicht wissen, wann sie ihr erstes Saisonspiel in der ProB absolvieren dürfen. 

Update 29.10.2020, 12.43 Uhr: „Die an Covid-19 erkrankten Spieler durften die Quarantäne bereits verlassen und sind von einem Lungenspezialisten durchgecheckt worden. Es sind keine Viren mehr in den Lugen zu finden und – Stand jetzt – sieht es nicht danach aus, dass sie bleibende Schäden davontragen. Was in zehn Jahren ist, kann man jetzt natürlich noch nicht sagen“, erklärte Geschäftsführer Sebastian Lübeck.

Dass die positiv getesteten Spieler früher aus der Quarantäne durften, hat seine Gründe: Während die Infizierten nach sieben bis zehn Tagen nicht mehr ansteckend seien, müssten die Kontaktpersonen ersten Grades – also der Rest der Mannschaft – zwingend eine 14-tägige Quarantäne absitzen. „Klingt erst mal komisch, ist aber so“, sagt Lübeck und versichert, dass sie alle Anordnungen befolgt haben. Zusätzlich hätten die White Wings alle Spieler noch einmal auf das Coronavirus getestet: Alle Ergebnisse seien negativ ausgefallen.

White Wings haben strenge interne Regeln

Änderungen in den Verhaltensweisen der Spieler seien laut Lübeck nicht nötig, denn die Maßnahmen für das Team seien recht streng: „Wir haben vor der Saison ein Regelbuch aufgesetzt, dass alle Spieler unterschrieben haben. Sie halten sich auch daran. Darin steht, dass sie immer, wenn sie die Wohnung verlassen, einen Mundschutz tragen. Außerdem sollen sie keine unnötigen Stadtbummel unternehmen, sondern nur für die nötigsten Erledigungen vor die Tür gehen“, nennt der Geschäftsführer einige interne Maßnahmen, die die Mannschaft schützen sollen.

Nach der bis zu zweiwöchigen Quarantäne kommt die Mannschaft also heute wieder zum Training zusammen. „Die Spieler, die keine Symptome hatten, haben sich mit Übungsplänen zu Hause fit gehalten. Das ist natürlich nicht optimal, ging aber nicht anders“, berichtet Lübeck. Und auch die infizierten Spieler haben nach dem ärztlichen Check grünes Licht bekommen und dürfen wieder mit dem Training beginnen. Auch das komplette Wochenende soll im Idealfall trainiert werden.

Wann wieder um Punkte gespielt wird, steht noch nicht fest.

Erstmeldung 23.10.2020, 09:29 Uhr: Die neue ProB-Saison startet für die von fünf Covid-19-Fällen heimgesuchten und in Quarantäne befindlichen Basketballer der Ebbecke White Wings wahrscheinlich erst im November: Wie die Liga nun bestätigte, wird die für kommenden Samstag angesetzte Begegnung gegen die Arvato College Wizards aus Karlsruhe auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die für die kommende Woche terminierte Partie gegen die Löwen Erfurt steht ebenfalls vor der Absage. Danach könnte es für die Hanauer mit einem Nachholspiel gegen den FC Bayern Basketball II losgehen.

Vier Spieler der White Wings mit deutlichen Symptomen

Gespräche mit den Münchenern über eine Neuansetzung des Auftaktmatches in der Woche vom 2. November laufen. White-Wings-Geschäftsführer Sebastian Lübeck hofft, dass seine Spieler dann wieder fit sind: „Vier unserer fünf positiv getesteten Teammitglieder haben deutliche Symptome gezeigt“, sagt er.

„Sie werden bald aus der Quarantäne entlassen. Trotzdem müssen sie sich einem Rundum-Check bei einem Internisten unterziehen, ehe sie wieder trainieren können. Es besteht das Risiko, dass sie mit Spätfolgen zu kämpfen haben.“

White Wings befinden sich in Quarantäne

Ihre bislang negativ getesteten Teamkollegen, die vom Gesundheitsamt als Kontaktpersonen eingestuft wurden, dürfen ihre Wohnungen erst am 29. Oktober wieder verlassen. „Es erscheint mir unmöglich, zwei Tage später das Heimspiel gegen Erfurt zu bestreiten“, so Lübeck.

Die Gefahr, die Partie aufgrund der theoretischen Antrittsfähigkeit am grünen Tisch zu verlieren, besteht nicht. Die ProB-Klubs haben hinter den Kulissen entsprechende Vereinbarungen getroffen. Ein Team muss nach einer Quarantäne eine gewisse Zeit trainieren können, ehe es in den Wettspielbetrieb einsteigt.

White Wings verpflichten keinen Ersatz für Josef Eichler

Obwohl sich die Hanauer einen Rückstand eingehandelt haben, birgt der verspätete Saisonstart einen positiven Aspekt: Josef Eichler wird nach seiner Meniskus-OP weniger Spiele verpassen als befürchtet. Seine Reha, die er in Videokonferenzen mit dem Physiotherapeuten durchzieht, verläuft so gut, dass die White Wings zunächst keinen Ersatz für ihn verpflichten werden. Das Geld wird gespart, um auf etwaige Personalprobleme im Winter zu reagieren.

Schließlich droht wegen der Verschiebungen und der daraus resultierenden englischen Wochen physisch und mental eine Belastung, die die Spieler an ihre Grenzen bringen wird – zumal viele keine Profis sind und einen Vollzeitjob ausüben oder studieren. Auch auf die Ligaverantwortlichen übt die Situation Druck aus, denn nicht nur die White Wings befinden sich in behördlich angeordneter Quarantäne.

Weitere Spielabsagen wegen Corona

Bei der Orange Academy aus Ulm gibt es zwei Covid-19-Fälle, die für weitere Absagen in der Südstaffel sorgen. Im Norden mussten sich die RheinStars Köln und der ETV Hamburg in häusliche Isolation begeben. Solange die andere Regionaldivision ihre Hauptrunde nicht abschließt, können die Playoffs nicht beginnen. Hinzu kommt: Die Mehrheit der 24 ProB-Mannschaften ist in Risikogebieten beheimatet. Es wäre ein Wunder, wenn es keine weiteren Fälle gibt.

Verschiedene Szenarien, um die Saison zu verkürzen, sollen bereits diskutiert worden sein. „Die Situation hat uns in der Liga näher zusammenrücken lassen“, lobt Sebastian Lübeck die Solidarität unter den ProA- und ProB-Teilnehmern sowie ihre Bereitschaft, Präventionsmaßnahmen zu treffen. Aus eigener Erfahrung weiß er jedoch, wie schwierig es ist, Infektionen im Kader zu verhindern: „Wir wissen selbst nicht, wer sich wo angesteckt hat. Wir können Regeln vorgeben, aber es gibt eben Grenzen. Irgendwo beginnt die Eigenverantwortung.“

Sondergenehmigung für Zuschauer derzeit außer Kraft

Wie geplant vor bis zu 400 Zuschauern in der Main-Kinzig-Halle zu spielen, ist derzeit undenkbar – schon aufgrund der rechtlichen Situation, die die Sondergenehmigung der White Wings aktuell außer Kraft setzt. Doch selbst wenn sich die Lage entspannt und die Regeln gelockert werden, würden die Hanauer die Kapazität wohl zugunsten von mehr Social Distancing aus eigener Initiative heraus verknappen.

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