Fußball-Kreisliga A Dieburg

FV Eppertshausen auch dank Jannis Fritsch ganz oben

Torgarant des FV Eppertshausen: Jannis Fritsch (rechts, gegen Viktoria Urberach) traf in den bisherigen sieben Saisonspielen in der Fußball-Kreisliga A Dieburg bereits zehnmal. 
F: eyßen
+
Torgarant des FV Eppertshausen: Jannis Fritsch (rechts, gegen Viktoria Urberach) traf in den bisherigen sieben Saisonspielen in der Fußball-Kreisliga A Dieburg bereits zehnmal. F: eyßen

Jannis Fritsch (23) glänzt beim Fußball-A-Ligisten FV Eppertshausen nicht nur als Torschütze. Er ist in jungen Jahren auch schon Führungsspieler. Das Ziel ist klar: Der Spitzenreiter peilt im zweiten Anlauf den Aufstieg in die Kreisoberliga an.

Eppertshausen – 23 Tore hat der FV Eppertshausen, der ungeschlagene Tabellenführer der Kreisliga A Dieburg, in den sieben absolvierten Spielen erzielt. Zehn Tore gehen aufs Konto von Jannis Fritsch. Mit einjähriger Verspätung will der 23-Jährige mit dem FVE den Aufstieg in die Kreisoberliga schaffen - wenn die Pandemie es zulässt.

„Jannis ist für uns ein sehr wichtiger Spieler. Ein angenehmer Spielertyp, der auch im Training immer hundertprozentig da ist und das Training auch mit prägt“, so Eppertshausens Trainer Marco Saul. Für Fritsch, der in der vergangenen Saison in 16 Spielen 18 Tore erzielte, ist es die zweite Saison in Eppertshausen. Mit dem Fußball hatte er daheim in Urberach bei der Viktoria begonnen, später spielte er in der Jugend bei Darmstadt 98 und der TS Ober-Roden. Vom A-Junioren-Hessenliga-Team der TS rückte er in den Kader der ersten Mannschaft in der Verbandsliga auf. In 43 Verbandsligaspielen erzielte er sieben Tore. Auch für die zweite Mannschaft der TS lief Fritsch zum Ende seiner Zeit in Ober-Roden auf. 2019 ging er den Weg einige Ligen tiefer nach Eppertshausen, wo sich Fritsch, der in Darmstadt Wirtschaftsingenieurwesen studiert, als sehr treffsicher erweist.

Trotz Corona soll nun im zweiten Anlauf der Aufstieg in die Kreisoberliga klappen. Für das Ziel Meisterschaft ist Fritsch optimistisch. „Es wäre schon vergangene Saison schwierig gewesen, uns zu stoppen, wenn die Saison nicht abgebrochen worden wäre“, so der Stürmer, der sich aktuell mit Joggen, Radfahren und Tennis fit hält. Im Tennis, nach Fußball die zweite Lieblingssportart von Fritsch, darf im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr diesmal trainiert werden. Das erhofft er sich schnellstmöglich auch wieder für den Fußballplatz.

Dann will der FVE nämlich den starken Saisonstart bestätigen. „Wir waren gut drauf“, so Jannis Fritsch. In der Saison 19/20 hatte man zu Beginn etwas geschwächelt, diesmal war man auch dank der zehn Fritsch-Tore gleich voll da. Hinter Stanko Pavlovic (Viktoria Schaafheim, 12) belegt der FVE-Stürmer Platz zwei in der Torschützenliste. „Ich bin eher ein Teamplayer, nicht einer, der das Spiel an sich reißt und zehn Mann umdribbelt. Eher ein Spieler, der von der Mannschaft lebt. Ich denke, mein Abschluss ist auch nicht der schlechteste“, meint Fritsch zu seinen Stärken befragt. Trainer Marco Saul gebe seinem Team immer „einen sehr guten Plan“ mit ins Spiel. Der gibt das Lob nochmals zurück: Jannis ruhe sich nicht auf seinen Leistungen aus und versuche immer das Level hochzuhalten. Er sei schon in jungen Jahren ein Führungsspieler.

Zu dieser Gruppe zählt Saul auch Torhüter Steffen Speck, Tim Deumlich, Danny Euler, Marvin Korndörfer oder Kapitän Patrick Pesante. Treffsicher ist im FVE-Team auch Fredrick Grieser, der bislang fünf Tore erzielte.

Eppertshausen verließ lediglich beim 2:2 beim TSV Richen Ende September nicht als Sieger den Platz. Sportlicher Erfolg ist also durchaus vorhanden, die Belohnung in Form einer Meisterschaft oder eines Aufstiegs blieb jedoch bislang verwehrt. Zur Erinnerung: Im Frühjahr nutzte Platz eins dem FVE nichts, da aufgrund der angewendeten Quotientenregelung die Meisterschaft und der direkte Aufstieg in die Kreisoberliga an die SG Mosbach/Radheim (hatte beim Saisonabbruch ein Spiel weniger ausgetragen) ging. Mosbach/Radheim sorgt mittlerweile in der Spitzengruppe der Kreisoberliga für Furore.

Auch die nur „virtuell“ ausgespielte Relegation gegen den FC Rimhorn, Zweiter der A-Liga Odenwald, ging für Eppertshausen auf Basis der ligaübergreifend angewendeten Quotientenregelung verloren. „Das war schon schwer nachzuvollziehen. Wir mussten das so hinnehmen“, meint Fritsch. Nun steht Eppertshausen wieder auf Platz eins, sechs seiner sieben Spiele gewann der ungeschlagene FVE. „Von den letzten 20 Punktspielen haben wir 18 gewonnen und zweimal unentschieden gespielt. Für uns wäre es schön, wenn wir für die Leistung, die wir gebracht haben, auch mal belohnt würden“, sagt Trainer Marco Saul. Er betont allerdings mit Blick auf die Corona-Krise: „Im Gesamtkontext gibt es natürlich wichtigere Dinge.“ Jannis Fritsch sieht das ähnlich wie sein Trainer. Die Mannschaft hätte sich den Aufstieg verdient.

Ende Oktober hat die erste Mannschaft des FVE letztmals gemeinsam trainiert. Sobald es wieder erlaubt ist, wird man auf dem Kunstrasenplatz auch wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen. So lange bleibt auch Jannis Fritsch in Sachen Fußball nur die Zuschauerrolle vor dem TV bei den Profispielen. Da drückt er gleich zwei Mannschaften die Daumen. In einer durchaus ungewöhnlichen Kombination: Seit früher Kindheit ist er Fan von Eintracht Frankfurt. Im Laufe der Jahre kamen auch familiär bedingt - sein Vater Rüdiger ist Präsident von Darmstadt 98 - die „Lilien“ hinzu. „Die spielen ja nicht mehr in einer Liga, da gibt es keinen Ärger“, meint Fritsch zu seinen beiden Lieblingsvereinen und möglichen Interessenkonflikten. (Von Sascha Eyssen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare