Integrative Sportgrupp der TG Hanau

Fynn Lach trotzt dem Down-Syndrom: „Komm mit, Lauf weg“ und viele Liegestütze

Sport gibt Kraft: Fynn Lach hat das Down-Syndrom.
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Sport gibt Kraft: Fynn Lach hat das Down-Syndrom.

Fynn Lach macht gerne Sport. Er ist 22 Jahre alt, leidet am Down-Syndrom. In der integrativen Sportgruppe der TG Hanau fühlt er sich wohl und kann sich austoben.

Hanau – „Ich bin immer gut gelaunt – mein Nachname ist deswegen auch Lach“, scherzt Fynn Lach. Mit seiner positiv erfrischenden Art gewinnt er seine Gesprächspartner schnell für sich. Der 22-jährige Hanauer leidet am Down-Syndrom.

Fynn Lach, der gefühlt die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht hat, liebt sein Leben, so wie es ist. „Nicht unterkriegen lassen“ ist sein Motto. Seit sieben Jahren geht er mit Freude jeden Montag zur integrativen Sportgruppe der Turngemeinde Hanau. Spiel, Spaß und Bewegung stehen im Mittelpunkt.

Froh über den Re-Start nach Corona-Pause

Behinderte und nichtbehinderte Menschen treiben gemeinsam Sport. „Wir spielen oft „Komm mit, Lauf weg“, hüpfen auf dem Trampolin oder machen Turnübungen. Am liebsten spiele ich aber Basketball oder Hockey“, schwärmt Fynn Lach, für den die fast einjährige Corona-Zwangspause eine sehr schwere Zeit gewesen ist, wie seine Mutter Noelle Lach verrät. Deswegen war die Freude groß, als der 22-Jährige wieder zum Sport gehen durfte.

„Fynn umarmt das Leben und erreicht daher auch so viel. Sein größtes Talent ist wohl, dass er sich angstfrei in neue Situationen begibt. Er fährt alleine Bus und Bahn. Er fährt Kajak und hat sich seinen Job bei einer Supermarktkette auf dem freien Arbeitsmarkt mit viel Fleiß erarbeitet“ erzählt Noelle Lach. Berührungsängste anderer Menschen ihm gegenüber oder Unsicherheiten kennt Fynn Lach nicht. „Alle Menschen um mich herum sind immer lieb zu mir und helfen mir. Das ist schön.“

Zu faul für den Ironman

Der 22-Jährige ist auch außerhalb der integrativen Sportgruppe sehr aktiv. „In meinem Zimmer mache ich Liegestütze. Und außerdem fahre ich noch viel Fahrrad.“ Beim Ironman würde Fynn Lach aber nicht mitmachen. „Dafür bin ich zu faul“ scherzt er. Dabei ist ein solcher Traum 2020 für einen jungen Mann mit Down-Syndrom tatsächlich in Erfüllung gegangen. Chris Nikic, ein 21 Jahre alter US-Amerikaner, finishte als erster Mensch mit Down-Syndrom einen Ironman – nach 16:46:09 Stunden

Das Down-Syndrom

Trisomie 21 oder Down-Syndrom ist eine Chromosomenanomalie, die sich in einer Kombination geistiger Behinderung und körperlicher Fehlbildungen in unterschiedlicher Ausprägung und Stärke zeigt. In Deutschland leben laut dem Verein Down-Syndrom-Info-Center rund 50 000 Menschen mit Trisomie 21.

Fynn Lach hat sich nicht ganz so hohe Ziele gesetzt. Ihm geht es vor allem um den Spaß an der Sache und die Menschen, die mit ihm wöchentlich Sport machen: „Ich mag die alle sehr gern.“

Ein Marathon mit der Familie

Außerdem hat das Ganze einen tollen Nebeneffekt: Medizinische Studien belegen, dass Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung oftmals eine schwache Muskulatur haben. Durch regelmäßigen Sport kann dem entgegengewirkt werden. Sport schult außerdem die motorischen Grundfähigkeiten wie Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination.

Fynn Lach bekommt viel Rückendeckung von seiner sportbegeisterten Familie. „Wir wollten als Familie mal einen Marathon machen – mein Mann, ich, Fynn und seine zwei Brüder. Fynn würde dabei schwimmen“, erzählt Noelle Lach.

Das nächste sportliche Ziel für Fynn Lach ist die jährliche Sportschau der TG Hanau, die vor der Corona-Pandemie jedes Jahr im November stattfand. „Hier zeigen wir immer, was wir können.“  (Von Franca Richter)

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