1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Gemischte Gefühle nach SG-Aus: ET-SF Windecken und Victoria Heldenbergen zur geplatzten Fusion

Erstellt:

Kommentare

Auf dem Sportgelände in Heldenbergen wird weiterhin die heimische Victoria und keine Spielgemeinschaft mit dem Windecker Nachbarverein ihre Heimspiele austragen.
Auf dem Sportgelände in Heldenbergen wird weiterhin die heimische Victoria und keine Spielgemeinschaft mit dem Windecker Nachbarverein ihre Heimspiele austragen. © Scheiber

Spätestens seit der Sportplatzbegehung des städtischen Ausschusses vor Wochenfrist ist klar: Entgegen der ursprünglichen Planung wird es zur neuen Fußball-Saison keine Spielgemeinschaft zwischen den beiden Nidderauer Vereinen Eintracht-Sportfreunde Windecken und Victoria Heldenbergen geben. Die anvisierte Zusammenarbeit wurde von Windecker Seite bereits am Samstag, 4. Juni, aufgekündigt, wie beide Vereine bestätigten.

Nidderau – „Die Spielgemeinschaft zwischen Windecken und Heldenbergen ist gescheitert - aus sportlichen Gründen“, betonte Wolfgang Möller, der in seiner Funktion als Zweiter Vorsitzender der Eintracht-Sportfreunde stellvertretend für den Gesamt-Vorstand Stellung bezog. Victoria-Vorstand Andreas Koffler äußerte sich enttäuscht über diese Entscheidung und die nun vergebene Mühe, die der Kreisoberligist in die Planung der SG gesteckt habe. „Ich hätte uns allen gerne den Aufwand erspart“, so Koffler. Seit etwa einem halben Jahr bastelten die beiden Nidderauer Vereine an einer Zusammenlegung der Mannschaften nicht mehr nur im Junioren-, sondern auch im Seniorenbereich. Noch Mitte Mai hatte Windeckens Erster Vorstand Frank Wehowsky in dieser Zeitung davon gesprochen, dass der Verein diesen Weg aus sportlicher Sicht gehen müsse.

Seitdem wurden weitere Gespräche zwischen Vertretern beider Vereine geführt, von besonderer Bedeutung scheint dabei das Treffen des Heldenbergener Vorstands inklusive Spielausschussvorsitz und Erstmannschaftstrainer Ernst Jung am 3. Juni mit Windeckens Coach Frank Eisenzehr gewesen zu sein. Einen Tag nach dem Treffen, bei dem sich auch die beiden Trainer untereinander ausgetauscht hatten, erhielt die Victoria die Nachricht der Windecker, dass diese keine Spielgemeinschaft für die kommende Saison mehr anstreben würden.

Zwar betonten beide Vorstandsvertreter, dass es während der Planungen nicht zu Streitigkeiten gekommen sei. Eine gemeinsame Erklärung gab es jedoch nicht, weshalb man sich schlussendlich nicht auf ein Konzept habe einigen können.

„Auf Vorstandsebene wären wir uns eigentlich einig gewesen, das hätte funktioniert. Es war eine rein sportliche Entscheidung: Die beiden Trainer hatten unterschiedliche Vorstellungen“, begründete Möller die Entscheidung der Eintracht-Sportfreunde.

„Es gab verschiedene Positionen“, stellt auch Heldenbergens Vorstand Andreas Koffler klar, dennoch ist er der Auffassung, dass diese insbesondere in dem Gespräch am 3. Juni „diskutiert und geklärt worden sind“. „Wir hatten uns darauf eingestellt, dass wir eine Spielgemeinschaft machen werden“, so Koffler, der angab, die Beweggründe der Windecker für deren Rückzug nicht zu kennen. Klar ist: Heldenbergens Trainer Jung hätte die erste Mannschaft der SG in der Kreisoberliga betreuen sollen, während Eisenzehr für die in der A-Liga angesiedelten zweite Mannschaft zuständig gewesen wäre. Eine möglicherweise nicht ausreichende Beachtung der Reservemannschaft scheint dabei die Sorge der Windecker gewesen zu sein. Sie befürchteten, dass man im Laufe des Bestehens einer Spielgemeinschaft - in der sich abzeichnenden Form - Frank Eisenzehr als Trainer „wahrscheinlich verloren“ hätte.

Generell bestehe gemäß dem Vorstandssprecher bei Spielgemeinschaften die Problematik, dass trotz aller Kooperation dennoch zwei eigenständige Vereine bestehen, die die jeweils für sich richtigen Entscheidungen treffen müssen. „Bevor man Fehler macht, macht man es lieber rückgängig“, argumentierte Möller daher. „Mit Sicherheit waren die Heldenbergener nicht erfreut über unsere Entscheidung“, so Möller, der hinzufügte, dass die Arbeit auf der Vorstandsebene aber konstruktiv verlaufen sei.

Inwiefern in Zukunft die Chance besteht, einen zweiten Versuch der Gründung einer Spielgemeinschaft zu starten, ist offen. Während Windecken dem grundsätzlich offen gegenübersteht, betonte Koffler: „Die Tür ist im Fußball nie ganz zu. Klar ist aber auch, dass wir nicht jedes Jahr das Thema SG neu aufmachen können.“

Auch interessant

Kommentare