Kaderplanung

Hanau White Wings: Gesamtpaket muss stimmen

Um Spielmacher Till-Joscha Jönke soll das Team der Hanau White Wings in der ProB aufgebaut werden. Foto: scheiber

Hanau White Wings bleiben weiter höherklassig.

Hanau – Die erste Hürde mit dem Lizenzerhalt ist genommen. So werden die Hanau White Wings weiterhin höherklassigen Basketball in der Main-Kinzig-Halle anbieten können.

Nach den Querelen in der vergangenen Saison, die nach dem Rückzug von Sponsoren, des Sportdirektors sowie des Geschäftsführers mit dem ProA-Abstieg endete, werten dies die Verantwortlichen als Signal in die richtige Richtung.

Selbst wenn es noch einige Weichen zu stellen gibt und zumindest die nahe Zukunft ProB heißen dürfte. Hatte man insgeheim auf ein Nachrückerverfahren für die 2. Liga gehofft, stellt man sich in Hanau nun ganz auf den Gang in die Drittklassigkeit ein. Denn: Mit Leverkusen und Schwenningen sind zwei erfolgreiche Pro-B-Teams offenbar in der Lage, die wirtschaftliche Herausforderung eines Aufstiegs zu stemmen. Zugleich wurde Erstliga-Aufsteiger Nürnberg in erster Instanz die Lizenz verweigert. „Für uns dürfte daher kein Platz in der ProA sein, auch wenn wir zweigleisig geplant haben und versuchen, für beide Ligen die Rahmenbedingungen zu erfüllen“, sagt Sebastian Lübeck, Leiter Finanzen bei den White Wings.

Daran, dass die Hanauer ihre Lizenz-Auflagen fristgerecht erfüllen, hat der angehende Sportmanager keine Zweifel. Zumal diese nur die administrative Ebene betreffen. Ein Geschäftsführer als zweite hauptamtliche Stelle im „Office-Team“ sowie ein zweiter hauptamtlicher Jugendtrainer stehen bereit.

Offen ist noch das Konstrukt im Nachwuchsbereich in Kooperation mit der TG Hanau und der SG Weiterstadt. „Vielleicht unterstützt auch der Assistenztrainer bei den Herren die Jugend. Da gibt es viele Gedankenspiele“, erklärt Lübeck. Klar ist: Ein U16-Bundesligateam der TG Hanau soll in der neuen Saison an den Start gehen, muss dafür aber erstmal die Qualifikation meistern.

Und der Profi-Kader? Ist noch spärlich besetzt. Von den Spielern besitzen nur die Kapitäne Till-Joscha Jönke und Josef Eichler Verträge. Gleiches gilt für Cheftrainer Simon Cote, der in seine fünfte Saison in Hanau gehen wird. „So ist es vorgesehen. Außer einer kommt mit einem Millionen-Angebot um die Ecke“, scherzt Lübeck.

Cote steht nun vor der großen Herausforderung, einen schlagkräftigen Kader zusammenzustellen. Und das beinahe ohne amerikanische Unterstützung. Denn anders als in der ProA darf in der ProB nur ein Nicht-EU-Ausländer pro Partie auf dem Spielberichtsbogen stehen. „Simon hat sein Netzwerk angezapft und führt eifrig Gespräche mit Spielern und ihren Agenten. Das geht von der 1. Liga bis hin zur Regionalliga“, sagt Lübeck. Cote ist für den ersten Kontakt mit seinen Wunschspielern zuständig, dann übernimmt Lübeck, um das Gesamtpaket des Transfers zu schnüren.

Dabei müssen beide immer abwägen. Denn je früher kann desto besser bedeuten, aber auch umso teurer. Anderseits: „Sich auf den letzten Drücker auf einen Glücksgriff zu verlassen, ist auch immer riskant“, erklärt Lübeck. Bis Anfang/Mitte Juli, rechtzeitig vor dem Heimaturlaub des Trainers, soll das Gros des Kaders stehen und im August dann das Training aufgenommen werden. Ob und wann der Posten des Sportdirektors neu besetzt wird, ist offen. Eines steht für Lübeck aber fest: „Wir werden konkurrenzfähig sein.“

VON JÖRN POLZIN

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