Angehender Verhaltensforscher hofft auf zweiten Einsatz für Deutschland

Rugby: Mit Gino Gennaro gegen „gemeine“ Georgier?

Offenbach - Die Aufgabe ist nicht leichter, aber es gibt zumindest mehr Alternativen. Nachdem der Deutsche Rugby-Verband (DRV) vergangene Woche aufgrund der Auswirkungen des Disputs mit dem einstigen Förderer Hans-Peter Wild Probleme hatte, einen kompletten Kader für das WM-Qualifikationsspiel in Rumänien (6:85) zusammenzukriegen, sieht es vor der Partie am Samstag (14.30 Uhr) in Offenbach besser aus. Von Christian Düncher 

Für das Duell mit Georgien im Sparda-Bank-Hessen-Stadion wurde ein vorläufiges, 36 Akteure zählendes Aufgebot nominiert, das noch auf 23 Spieler reduziert wird. Zwar fehlt Kapitän Julius Nostadt (Stade Aurillacois), der sich bei der Partie in Rumänien verletzt hatte, dafür sind einige andere im Ausland tätige Spieler und Leistungsträger von Bundesligaklubs neu dabei. Ein Septett aus der Region darf ebenfalls auf einen Einsatz hoffen. Neben Mark Sztyndera und Senzo Ngubane (beide SC Frankfurt 1880), die bereits am Wochenende in Cluj dabei waren, wurden auch deren Klubkameraden Wynston Cameron-Dow, Jens Listmann, Hassan Rayan und Lukas Deichmann nominiert. Außerdem steht Gino Gennaro (RK Heusenstamm) wieder zur Verfügung. Er hatte im November als einer der „Helden von Offenbach“ sein Debüt gegeben, als aufgrund eines Streiks zahlreicher bei Wilds Gesellschaft zur Förderung des Rugbysports (GfR) angestellter Nationalspieler ein kurzfristig zusammengewürfeltes Notteam gegen Chile (10:32) angetreten war.

Der wuchtige Stürmer war bereits für die Partie in Rumänien ein Thema, musste aber absagen. Gennaro macht gerade seinen Bachelor im Fach Ethologie (vergleichende Verhaltensforschung) und hatte vergangene Woche mündliche Prüfung. Eventuell hilft ihm sein Studienfach ja dabei, die Gegner zu analysieren. „Das werden wir ja sehen“, scherzt Gennaro, der sich bereits mit Klubkamerad Giorgi Elisashvili (war einst für Georgiens U20 aktiv) ausgetauscht hat: „Wir sind uns einig, dass es ein sehr körperliches und sehr schwere Spiel wird. Aber so ist das nun mal“, meint der 28-Jährige.

Wie stark die bereits für die WM qualifizierten Georgier sind, zeigt die Tatsache, dass die Engländer diese Woche mit ihnen trainieren, um gegen das laut Trainer Eddie Jones „schwerste, gemeinste und stärkste“ Gedränge der Welt zu testen und sich aufs nächste Six-Nations-Spiel vorzubereiten. Das traditionsreiche Turnier ist eine geschlossene Gesellschaft, aber die Rufe nach der Aufnahme Georgiens werden lauter.

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