20-Jähriger hofft auf Durchbruch

Golfprofi auf Zeit: Daniel Tack aus Erlensee gibt sich drei Jahre, um als Profi zu bestehen

Voll fokussiert: Der Erlenseer Daniel Tack hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt und ist seit diesem Februar Golfprofi. Ab April sollen die ersten Turniere der Pro Golf Tour in Ägypten gespielt werden.
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Voll fokussiert: Der Erlenseer Daniel Tack hat sich seinen Kindheitstraum erfüllt und ist seit diesem Februar Golfprofi. Ab April sollen die ersten Turniere der Pro Golf Tour in Ägypten gespielt werden.

Bereits als Dreijähriger stand Daniel Tack auf dem Golfplatz, nahm Maß und schwang den Golfschläger. 17 Jahre später hat sich der Erlenseer seinen Kindheitstraum erfüllt und ist seit gut einem Monat Golfprofi, hat dafür sein duales Studium beim Finanzamt abgebrochen.

Erlensee – Der 20-Jährige gibt sich selbst drei Jahre, um im Profisport Fuß zu fassen. Dabei erschwert dem Erlenseer die Corona-Pandemie den Start.

Mit drei Jahren fing alles an

In Ermangelung eines Babysitters hat Thomas Tack 2004 seinen damals dreijährigen Sohn mit auf den Golfplatz Gut Hühnerhof in Gründau genommen und seinen Junior damit entscheidend geprägt. Der Dreijährige war nämlich sofort Feuer und Flamme für den Sport seines Papas und spielt seitdem Golf.

„Die Kombination von Schläger und Ball hat mich schon immer gereizt. Das liegt bei uns in der Familie, meine Mutter hatte hochklassig Badminton gespielt – das habe ich auch in die Wiege gelegt bekommen – und Papa ist Golfer“, erzählt Daniel Tack, der sportlich von klein auf also auf mehreren Hochzeiten tanzt. Mama Gerdi Tack ist zweite Vorsitzende des 1. BV Maintal, wo auch Sohn Daniel gespielt hat. Durch seine Kumpels ist der 20-Jährige auch Floorballer bei der TSG Erlensee und übt damit drei Sportarten aus, in denen die Kombination von Schläger und Ball vorkommt.

Auftakt der Pro Golf Tour in Ägypten

Absolute Priorität genießt aber der Golfsport, denn seit Mitte Februar ist Daniel Tack Profi. Er startet in der kleinsten Profitour Pro Golf Tour, deren Saisonstart von Anfang des Jahres in den April verlegt worden ist. In der Pro Golf Tour stehen im Jahr etwa 20 bis 22 Turniere an. Gestartet wird in Ägypten und über Marokko kommt die Tour schließlich im Frühling nach Europa. Gerade mit dem Auftakt in Ägypten hat der Erlenseer aufgrund der Corona-Pandemie lange gehadert, sich nun aber doch für die Teilnahme entschieden.

„In der Pro Golf Tour müsste ich in einem Jahr dreimal gewinnen oder in der Gesamtjahreswertung unter die Top 5 kommen, um in die nächsthöhere Tour aufzusteigen“, erklärt der Fan von Eintracht Frankfurt und der Löwen Frankfurt den Modus.

Pro Sieg gibt es 5000 Euro, das Startgeld beträgt 250 Euro – hinzukommen Reise, Übernachtung und Verpflegung. „Die Pro Golf Tour sehe ich als Sprungbrett für meine Profikarriere, von der ich noch nicht leben kann. Denn wenn ich dreimal im Jahr gewinne, habe ich zwar 15 000 Euro gewonnen, aber wenn ich 20 Turniere spiele, habe ich alleine 5000 oder 6000 Euro Startgeld zu bezahlen. Man ist auf Sponsoren angewiesen“, sagt der Erlenseer, der für seinen Traum zunächst bei Geschäften vorstellig werden und um Sponsoren werben musste.

Fitnesstraining und eine Ernährungsumstellung

Dass Daniel Tack auch auf dem Golfplatz ackern muss, ist dem Neu-Profi klar. „Ich muss im ersten Jahr schauen, dass ich den Anschluss schaffen.“ Denn zwischen Amateuren und Profi gibt es natürlich Unterschiede. Einerseits darf er als Profi beim Abschätzen der Entfernungen auf dem Grün keinen Laser mehr benutzen, was eine gründlichere Vorbereitung erfordert, andererseits muss Tack auch neben dem Golfplatz anpacken. „Ich war immer ziemlich faul, was die Fitness angeht“, gibt der Erlenseer erfrischend ehrlich zu und geht nun auch diesen Bereich professioneller an.

Durch Fitnesstraining und eine Ernährungsumstellung hat Tack schon acht Kilo abgenommen. Er trainiert fast jeden Tag bei seinem Club, dem Golf-Park Winnerod, und absolviert zusätzlich Fitnesseinheiten. Neben seinen internationalen Einsätzen spielt er mit der Clubmannschaft des Golf-Parks Winnerod, die er als Kapitän anführt, in der Regionalliga.

Ziel: Unter die besten 40 kommen

Sein Ziel für sein erstes Profijahr in der Pro Golf Tour hat der Erlenseer klar formuliert: Er will sechs- bis siebenmal den Cut schaffen, also in die dritte und finale Runde eines Turniers kommen – unter die besten 40 von ungefähr 150 Teilnehmern. Den Cut zu schaffen, ist auch finanziell wichtig, denn ab der dritten Runde gibt es Geld und Ranglistenpunkte.

Punkten und Geld verdienen, darum geht es nun für Daniel Tack als Golfprofi. Dafür hat er sich einen zeitlichen Rahmen gesteckt: „Ich gebe mir drei Jahre, um den Sprung eine Liga höher zu schaffen. Dort rentiert es sich dann schon, wenn man ordentlich mitspielt. Wenn es in den drei Jahren nicht klappt, muss ich was anderes machen. Denn ich muss ja irgendwann Geld verdienen.“

In diesen drei Jahren genießt Daniel Tack die volle Unterstützung seiner Freundin und Familie, wofür er dankbar ist. Immerhin sind es damals die sportbegeisterten Eltern gewesen, die in einem Dreijährigen das Golf-Feuer entfacht haben.

Von Julia Meiss

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