Weniger Aufwand, mehr Ertrag

Max Grabosch verlässt Hanau-Rodenbach nach sieben Jahren

„In den Sport wächst man hinein“. Max Grabosch (vorne) trägt seit 2012 das Trikot des SSC Hanau-Rodenbach. Ab Januar startet er für den Königsteiner LV. Foto: arndt
+
„In den Sport wächst man hinein“. Max Grabosch (vorne) trägt seit 2012 das Trikot des SSC Hanau-Rodenbach. Ab Januar startet er für den Königsteiner LV.

Der frühere Weltklasse-Zehnkämpfer Jan-Felix Knobel, der Hainburger Weitspringer Gianluca Puglisi oder die Offenbacher Hürdenläuferin Rachel Wittich. Allesamt Athleten, die landesweit oder international für Furore sorg(t)en - im Trikot des Königsteiner LV.

Hanau – Ab Januar erhält die illustre Riege an Spitzenathleten Zuwachs aus Dreieich. Max Grabosch schließt sich dem ambitionierten, finanzkräftigen Klub aus dem Taunus an.

Der Mittelstreckenläufer, wird den SSC Hanau-Rodenbach verlassen. Jenen Leichtathletik--Verein, dem er sich als Zehnjähriger anschloss und bei dem er zum Top-Läufer aufstieg. „Natürlich fällt mir der Abschied nicht leicht. Ich hatte hier sieben tolle Jahre, an die ich mich gerne zurückerinnere“, erzählt Grabosch. Für die Leichtathletik ließ er einst Fußball und Radsport sausen. Und die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten, bestätigen den 17-Jährigen in der Entscheidung.

Den absoluten Höhepunkt seiner Karriere erreichte Grabosch in diesem Jahr: Mit einer beeindruckenden Vorstellung avancierte er bei den deutschen Jugendmeisterschaft in Ulm zum erfolgreichsten U18-Läufer, triumphierte über die 3000 Meter und 2000-Meter-Hindernis. Hinzu kommen deutsche Mannschaftstitel im Cross- und Berglauf. Spätestens seitdem wird Grabosch in einem Atemzug mit seinen (Noch)-Vereinskollegen Lukas Abele und Lisa Oed genannt.

„In den Sport wächst man mit der Zeit immer mehr rein“, meint Grabosch. Tolle Erlebnisse, Trainer, Trainingspartner und Freunde sind ihm wichtig. „Das hält Spaß und Spannung hoch.“

Viel Zeit investiert der ehrgeizige Athlet in sein Hobby. Bis zu zwölf Trainingseinheiten sind es in der Woche. Hinzu kommen die Wettkämpfe, für die er längere Anfahrten in Kauf nimmt. Und die Trainingslager, von denen es laut Grabosch immer mehr gibt. Nicht nur zeit-, sondern auch kostenintensiv. Für einen Teenager, der die Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt besucht und dort im Internat wohnt, sowieso. Und hier kommt der Königsteiner LV ins Spiel. „Der Verein kümmert sich sehr um alle organisatorischen Dinge, vermittelt Ärzte oder Physiotherapeuten. Hinzu kommt natürlich die finanzielle Unterstützung“, erläutert Grabosch. Also weniger Aufwand, mehr Ertrag.

Es geht um Zuwendungen, die der SSC Hanau-Rodenbach weder leisten kann noch will. „Wir stehen für Jugendförderung, wollen aber nicht in Konkurrenz zu den finanzkräftigen Klubs treten“, betont Vereinsvorsitzender Sascha Arndt. Den Wechselwunsch seines Schützlings könne er verstehen. „Sportlich wie menschlich ist es natürlich ein Verlust, wir kamen immer gut miteinander klar. Aber wenn wir einmal damit anfangen würden, Gelder zu bezahlen, müssten wir das auch bei den anderen Athleten machen“, betont Arndt, der Grabosch weiter viel zutraut.

Der Bundeskaderathlet beschreibt sich als ausdauerstark und jemanden, „der weiß, was er will.“ Bei allem Ehrgeiz gehe es aber darum, die Gedanken vor einem Wettkampf in die richtigen Bahnen zu lenken. „Mental“, räumt Grabosch ein „kann ich noch zulegen“. Seine kurz-- und mittelfristigen Ziele sind klar gesteckt: Sich sportlich weiterentwickeln und dann auch in der U20 die Konkurrenz aufmischen.

Dafür arbeitet er hart mit Benjamin Stalf, dem Cheftrainer des Hessischen Leichtathletik-Verbands. Trainiert wird weiter in Frankfurt-Niederrad. So bleiben die Wege kurz zwischen Sportschule und Trainingsplatz. In Königstein wird Grabosch hingegen selten zugegen sein. Wie einige andere Athleten, die das KLV-Trikot tragen. Ab Januar ist Grabosch einer von ihnen.

VON JÖRN POLZIN

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare