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Hanau 93 trifft auf angeschlagenen Boxer: Fehlstarter aus Friedberg kommen an die Kastanienallee

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Abstiegskampf pur: Emotional ging es beim Hanauer Last-Minute-Sieg in Griesheim zu. Als Nächstes duellieren sich Wessam Abdel-Ghani, Kristijan Bejic und Co. mit Türk Gücü Friedberg.
Abstiegskampf pur: Emotional ging es beim Hanauer Last-Minute-Sieg in Griesheim zu. Als Nächstes duellieren sich Wessam Abdel-Ghani, Kristijan Bejic und Co. mit Türk Gücü Friedberg. © Scheiber/Kegler

Zwei Spiele, zwei Siege: Der Start des FC Hanau 93 in die Abstiegsrunde der Fußball-Hessenliga hat den treuen Anhängern des Traditions-clubs gefallen. Der mit vier Punkten Rückstand auf das rettende Ufer vollgepackte Rucksack ist schon abgelegt. „Es geht weiter, jedes Spiel ist jetzt wichtig“, betont HFC-Spielertrainer Kreso Ljubicic vor dem Heimspiel am Samstag (15 Uhr) gegen Türk Gücü Friedberg. Bei den Gästen wird der neue Trainer Enis Dzihic sein Debüt geben (siehe Infobox).

Hanau – Nach dem dramatischen 3:2-Last-Minute-Sieg am vergangenen Sonntag bei Viktoria Griesheim nehmen die 93er mit 16 Punkten aktuell den sechsten Tabellenplatz ein und haben ihren nächsten Kontrahenten aus Friedberg (14 Punkte) schon überholt. „Der Gegner wird uns sicher alles abverlangen, doch unser Ziel sind drei Punkte“, hofft Ljubicic auf den nächsten Heimsieg.

Dass man einen direkten Konkurrenten gleich mal fünf Punkte distanzieren könnte, klingt natürlich verlockend. Ljubicic ist jedoch Realist genug, um zu wissen, dass die weitere Runde für seine Truppe kein Zuckerschlecken wird. Schließlich stemmen sich alle Teams gegen den Abstieg. „Dass wir jetzt im Gegensatz zur Vorrunde fit sind, ist ein großes Plus“, weiß der Ex-Profi. Dass er bislang personell immer aus dem Vollen schöpfen konnte, ist auch ein Vorteil. „Im vergangenen Jahr hat sich die Mannschaft oftmals von selbst aufgestellt, jetzt musste ich mir schon zweimal Kopfzerbrechen wegen der Startelf machen, weil ich die Qual der Wahl hatte“, schmunzelt der 33-Jährige. Das Aufgebot der Hanauer ist nicht riesig, die Kaderdichte aber auffällig gut. Das Selbstvertrauen ist gestiegen. „Dass wir in Griesheim noch gewonnen haben, war für die Moral und auch für die Stimmung überragend“, ergänzt Ljubicic.

Zu Wochenbeginn bekam Rico Kaiser im Training einen Schlag aufs Schienbein. Ljubicic geht aber davon aus, dass der offensive Rechtsverteidiger genauso wie die ebenfalls angeschlagenen Wessam Abdel-Ghani und Damjan Kovjenic am Samstag auflaufen kann.

Türk Gücü Friedberg hat den Start in die Abstiegsrunde verpatzt und muss nach den Niederlagen in Alzenau (2:3) und zuletzt mit Interimstrainer Robert Cue gegen den SV Steinbach (2:4 nach 2:0-Führung) mehr denn je die Rückversetzung in die Verbandsliga Süd befürchten. Dabei zählten die Friedberger vor der Runde sogar zum erweiterten Favoritenkreis. „Türk Gücü Friedberg hat eine starke Mannschaft. Ich vergleiche sie mit der Spielanlage gerne mit uns, sie haben auch sehr viele gute Fußballer im Kader.

Besonders müssen wir natürlich auf Torjäger Noah Michel achten“, erklärt Ljubicic. Der Stürmer mit der Nummer 33 sei aber nicht der einzige gefährliche Offensivakteur beim Gegner. Ljubicic zählt auch Aret Demir (einst SC 1960 Hanau) dazu, mit dem er früher gemeinsam bei Bayern Alzenau spielte.

Das Glanzlicht innerhalb dieser Saison setzte Türk Gücü im Hessenpokal, als die Wetterauer Ende des vergangenen Jahres überraschend am Friedberger Burgfeld mit einem 1:0-Sieg den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden aus dem Wettbewerb warfen. Mittlerweile ist Türk Gücü allerdings nach einer Niederlage beim FSV Fernwald aus dem Hessenpokal ausgeschieden.

Ruhig war es beim ambitionierten Hessenligisten im Verlauf der Saison selten. Schon gar nicht in diesen Tagen nach dem Rücktritt von Trainer Carsten Weber und dem Fehlstart in die Abstiegsrunde. Aber wie heißt es in einem Sprichwort: Angeschlagene Boxer können besonders gefährlich sein. (Von Frank Schneider)

Enis Dzihic neuer Trainer in Friedberg

Türk Gücü Friedberg hat am Donnerstag seinen neuen Trainer präsentiert. Enis Dzihic wird am Samstag in Hanau erstmals an der Seitenlinie stehen. Der 47-jährige Bosnier kommt vom Verbandsligisten SV der Bosnier zu TGF. Als Trainer war er überwiegend im Hochtaunuskreis aktiv. Aktiv spielte der ehemalige Profi unter anderem bei Rot-Weiß Erfurt, FSV Frankfurt und SV Wehen Wiesbaden. Carsten Weber war vor einer Woche bei TGF zurückgetreten. tj

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