Oberligist setzt auf Interims-Trio

Hanau beurlaubt Trainer Martin Coors

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Rückraum-Ass Andreas Neumann (rechts) wird bis zur Verpflichtung eines neuen Trainers mit Pedro Valina und Reiner Kegelmann die HSG Hanau betreuen.

Hanau - Nach 17-monatiger Zusammenarbeit gehen Handball-Oberligist HSG Hanau und Trainer Martin Coors wieder getrennte Wege. Nach unterschiedlichen Auffassungen im sportlichen Bereich trennten sich beide Seiten im beiderseitigen Einvernehmen. Von Patrick Leonhardt

„Diese Entwicklung hat mich nicht überrascht“, sagt Martin Coors. „Knappe Niederlagen tragen dazu dabei, dass Sachen zur Sprache kommen, die durch Erfolge noch kaschiert werden.“ Zuletzt hatten die Hanauer in Hersfeld zwar ein 26:26 erreicht, davor aber viermal verloren. Meist, weil im Endspurt ein Vorsprung wieder aus der Hand gegeben wurde.

HSG-Vorsitzender Uwe Just erklärt: „Die Mannschaft hat es in den vergangenen Spielen gegen Ende nicht geschafft, den Schalter umzulegen. Andreas Neumann wurde zuletzt fast ausschließlich in Manndeckung genommen, da hatten wir nicht das richtige Rezept dagegen.“ Coors dagegen hielt sein Konzept für das richtige und betont: „ Wir hatten unterschiedliche Auffassungen über die Umsetzung von Spielsituationen. Ich lasse mir da nicht hineinreden. Wir hatten unterschiedliche Meinungen über Dinge, die man nicht diskutieren kann. Ich sehe die Mannschaft jedenfalls nicht auf dem Weg in den Misserfolg.“

Den aber fürchten die HSG-Verantwortlichen und reagierten. Die Beurlaubung Coors’, der die HSG in der vergangenen Saison als Landesliga-Meister erstmals in der Vereinsgeschichte in die Oberliga Hessen geführt hatte, gilt ab sofort, die Vertragsauflösung erfolgt zum 31. Dezember dieses Jahres.

Im Heimspiel gegen die TuS Holzheim am Samstag (20 Uhr) betreut ein Triumvirat die Mannschaft des Aufsteigers. Die Vorbereitung übernehmen Pedro Valina, bis zum Sommer 2012 Trainer der zweiten Mannschaft und dann im Vaterschaftsurlaub, und HSG-Routinier Andreas Neumann. Unterstützung erhalten die beiden durch Aktivenleiter Reiner Kegelmann.

„Valina stand damit sofort zur Verfügung. Das ist aber nur eine Interimslösung“, betont Uwe Just. Die HSG führt bereits erste Gespräche mit möglichen Nachfolgern und hofft, bereits in der kommenden Woche einen neuen Trainer präsentieren zu können.

Nicht zur Debatte steht dabei Ex-Weltmeister Claus Hormel, Trainer der Hanauer Bundesliga-A-Jugend. Er kritisierte zuletzt die mangelnde Zusammenarbeit zwischen Senioren und Jugend, ein Teil seiner A-Jugendlichen trainiert fest bei der ersten Mannschaft. „Das spielte aber bei der Trennung keine Rolle. Wir hoffen aber, dass sich mit der neuen Trainerlösung die Kommunikation verbessert“, erklärt Uwe Just. Zwischen den beiden Alphatieren Coors und Hormel funktionierte diese nicht besonders gut.

Mit Blick auf die Partie gegen den Tabellenvierten Holzheim sagt Just: „Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie in der Oberliga mitspielen kann. Zuletzt wirkte sie verunsichert, inwieweit sie das bis Samstag ablegen kann, werden wir sehen. Vielleicht sind die Köpfe nun etwas freier.“

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